Archiv der Kategorie 'tebe'

Rücktritt nach wiederholter Spielabsage

Aus dem Nordwesten Berlins erreichte uns ein Statement, dass bei uns tiefe Betroffenheit auslöste. Allerdings ist es auch nicht die Aufgabe, der Platzkommission, jeder Mücke in den Popo zu schauen! Aber sehen Sie selbst:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Borussinnen und Borussen,

gerne habe ich die Wahl zum Mommsensrasen angenommen und mich mit ganzer Kraft dem Amt gewidmet. Es war mir ein Herzensanliegen, den Zusammenhalt einzelner Grashalme zu stärken. Alle sollen sich zugehörig fühlen, die hier bei uns in der Waldschulallee leben, eine Ausbildung machen, studieren und arbeiten, ganz gleich, welche Wurzeln sie haben. Wir gestalten unsere Zukunft gemeinsam.

Ich bin davon überzeugt, dass Tennis Borussia Berlin seine wirtschaftliche und gesellschaftliche Kraft am besten entfalten und
einen guten Beitrag zur fußballerischen Eignung leisten kann, wenn die Integration auch nach innen gelingt.

Unser Stadion, das Bundesstadion Mommse, braucht einen Rasen, der sich uneingeschränkt diesen und anderen sportlich, sowie den gewalttätigen internationalen Herausforderungen widmen kann. Einen Rasen, der vom Vertrauen nicht nur einer Mehrheit, sondern einer breiten Mehrheit der Grashalme getragen wird.

Die Entwicklung der vergangenen Tage und Wochen hat gezeigt, dass dieses Vertrauen, und damit meine Wirkungsmöglichkeiten, nachhaltig beeinträchtigt sind. Aus diesem Grund wird es mir nicht mehr möglich,
das Amt des Mommsensrasens nach innen und nach außen so wahrzunehmen, wie es notwendig ist. Ich trete deshalb heute vom Amt des Mommsenrasens zurück, um den Weg zügig für die Nachfolge freizumachen.

Der Mommsenrasen

Neonazis greifen TeBe-Fans in Frankfurt/Oder an

Am Dienstag, dem 27.12., kam es in Frankfurt/Oder im Rahmen eines Hallenturniers zu höchst unerfreulichen Vorfällen. Einen Text dazu aus dem Kreise aktiver Fans von Tennis Borussia Berlin, der es wert ist auch hier gepostet zu werden, gibt es auf dem Lila Kanal:

Am gestrigen Abend fand das “2. Krombacher Hallenturnier” des FC Union Frankfurt/Oder statt. Aufgrund diverser schlimmer Erfahrungen bei früheren Gastspielen von TeBe und zuletzt mehrfach Babelsberg 03 bestehende Befürchtungen hinsichtlich der Sicherheitssituation erwiesen sich leider als absolut berechtigt. Auch diesmal kam es zu massiven Angriffen durch Neonazis. Da deren Anwesenheit voraussehbar war, ist das (Nicht-)Verhalten der örtlichen Polizei der eigentliche Skandal des gestrigen Abends.

Während des gesamten Turniers, welches um 17 Uhr begonnen hatte, wurden TeBe-Fans bereits vor der Halle oder am Getränkestand bedroht, immer wieder fielen rassistische und antisemitische Parolen. Personen mit eindeutig rechtsradikaler Kleidung sowie Merchandising vom Frankfurter FC Viktoria 91 hatten sich ein Kleingruppen über die ganze Halle verteilt, interessierten sich sichtlich wenig für das Geschehen auf dem Parkett und schickten immer wieder Späher in Richtung des TeBe-Blockes. Diese provozierten dort und forderten demonstrativ via Handy weitere „Kameraden“ an, dem Gesprächspartner ankündigend, dass „es hier heute Abend noch krachen wird“. Die Provokationen wurden im Laufe der Zeit immer heftiger und als sich eine größere Anzahl Hooligans des FFC Viktoria in den TeBe-Block begab und sich gleichzeitig vor dem Hallenausgang eine größere Gruppe formierte, war die Situation so bedrohlich, dass das TeBe-Team seine Teilnahme am Turnier abbrechen musste.

Um eine Attacke am Hallenausgang zu vermeiden wurden die Fans dann gemeinsam über den Innenraum der Halle durch die Spielerkabinen in Richtung Bus geleitet. Rund um selbigen sammelten sich binnen kürzester Zeit dreißig bis vierzig Neonazis, welche die Abreise des Busses zu verhindern versuchten, indem sie das Tor des Parkplatzes schlossen und die TeBe-Fans mit Steinen und pyrotechnischen Gegenständen bewarfen. Es dauerte sehr lange, bis die nach langer Zeit endlich eingetroffene und massiv überforderte Polizei die Abfahrt gewährleisten konnte und diesen anschließend aus Frankfurt/Oder herauseskortierte.

Insgesamt sind die Sicherheitsvorkehrungen als Skandal schlechthin zu bezeichnen: Um eine Situation zu vermeiden, in der sich die TeBe-Anhänger selber verteidigen müssen, hatte man bereits im Vorfeld vehement auf das durch den Anhang des FFC Viktoria ausgehende Gefahrenpotenzial hingewiesen. Die zugesicherte Polizeipräsenz fand dann aber nicht nur nicht statt, sondern die Polizei reagierte nicht einmal auf mehrere Anrufe auf der zuständigen Wache, die von einer massiven Zuspitzung der Situation berichteten und dringlichst polizeiliche Unterstützung anforderten. Erst anderthalb Stunden später, kurz nach 21 Uhr, erschien sie dann endlich vor Ort und konnte gerade noch verhindern, dass der Bus gestürmt wurde. Letztlich ist es nur dem besonnenen Handeln der Tebe-Fans zu verdanken, dass bis zum Erscheinen der Polizei niemand zu Schaden kam.

Weshalb die Polizei es für überflüssig hielt, von Anfang an zumindest in geringer Zahl Präsenz zu zeigen, ist unbegreiflich. Fast ein Wunder, dass der Angriff letztendlich keine schwereren Verletzungen zur Folge hatte. Jeder, der das rechtsradikale und gewaltaffine Umfeld des FFC Viktoria nur ansatzweise einzuschätzen weiß, konnte sich an fünf Fingern abzählen, dass dieses das Turnier natürlich dazu nutzen würde, TeBe-Anhänger anzugreifen. Lediglich die Polizei war zu dieser Lageeinschätzung entweder nicht fähig oder willens – und macht Frankfurt/Oder mit ihrer Kopf-in-den-Sand-Strategie zu einem verdammt gefährlichen Pflaster für jeden, der den ortsansässigen Nazis und Hooligans nicht in den Kram passt.

Gelungener Ausflug nach Steglitz


SFC Stern 1900Tennis Borussia Berlin 1:3

Samstag, 10.12.2011, 16.30 Uhr, Sportplatz Schildhornstraße, Berlinliga (Männer)

Trotz Heißgetränke war an diesem Samstagspätnachmittag in Steglitz erspürbar, warum so eine Winterpause eine gute Sache ist. Andererseits kommt für TeBe die Winterpause nicht unbedingt zum günstigsten Moment, denn das Team hat momentan einen regelrechten Lauf. Drei Siege in Folge und fünf Siege aus den letzten sechs Spielen sind durchaus beachtenswert. Der SFC Stern, der in der Tabelle deutlich weiter oben rangiert, konnte hingegen zwei Spiele in Folge keinen Dreier einfahren. Für eine mehr als berlinligareife Kulisse sorgten die fast 400 Zuschauer_innen, von denen sicher zwei Drittel den Gästen zugeneigt gewesen sein dürften. Der SFC hatte zuvor angekündigt 2,- Euro pro zahlendem Gast an Tennis Borussia zu geben, da der Verein nach wie vor in einer schwierigen finanziellen Situation steckt. Sehr nette Geste! Mindestens ebenso sehr dürfte es den Anhang des Clubs vom Eichkamp jedoch freuen, dass die Gläubigerversammlung dem Insolvenzplan zugestimmt hat.

Entsprechend gut und gelöst war die Stimmung auf den Rängen, wo sich wie so oft in letzter Zeit bei TeBe auch etliche Gäste von anderen Vereinen wie Optik Rathenow, dem FC St. Pauli oder dem FSV Frankfurt eingefunden hatten. Zum Einlauf gab es nicht nur Nebel aus der Nebelmaschine, sondern auch Wunderkerzen und Konfetti und die Stimmen schienen vom Glühwein gut geölt zu sein. Anders als branchenüblich verschwendeten beide Teams keinerlei Zeit mit Abtasten oder taktischen Sperenzien. Das Spiel ging flott los und beide Teams machten ordentlich Druck. Das 1:0 für den SFC Stern durch Dennis Dort in der 6. Minute kam dennoch etwas überraschend, nicht weil das Team bis dahin schlecht gespielt hätte, sondern weil es nach einem eigentlich harmlosen Einwurf fiel, der dann irgendwie per Kopfballgewusel ins Tor verlängert wurde. Die Gäste zeigten sich von dem Rückstand jedoch keineswegs geschockt und erhöhten die Schlagzahl. Den verdienten Lohn für ihre Mühen gab es in der 17. Minute, als Benny Hendschke nach einer Ecke von links mit einem eher holperigen Distanzschuss den Ausgleich und damit gleichzeitig auch den Pausenstand erziehlte.

Die zweite Hälfte hatte kaum begonnen, da ging TeBe plötzlich in Führung. Abermals war die Entstehung des Treffers eher kurios. Von einem Steglitzer Spieler abgefälscht landete eine Ecke von Okan Isik mehr oder weniger direkt im Tor (47. Minute). Der Rückstand schien die Gastgeber doch erst richtig zu motivieren, die Mitte der zweiten Hälfte Chance um Chance hatten. Die beste vergab Riewe in der 73. Minute, als er nur den linken Pfosten trafen. Wenige Minuten später hatte der SFC erneut eine gute Möglichkeit, scheiterte jedoch zunächst an der Reaktion des Torwarts und dann am mangelnden Zielwasser. Die Strafe folgte, wie so oft, auf dem Fuße. In der 84. Minute erzielte Fatih Dilber nach einem Freistoß per Kopf das 3:1 für TeBe.

Ein eher glücklicher, aber auch nicht wirklich unverdienter Sieg. Tennis Borussia klettert damit auf Platz 11 in der Tabelle und hat mittlerweile stolze acht Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz – nicht schlecht für ein Team, das vor sieben Spieltagen noch Tabellenletzter war. Der SFC Stern verliert mit der Niederlage ein wenig den Kontakt zur Spitzengruppe, darf sich aber immerhin damit trösten ein wirklich hervorragender Gastgeber gewesen zu sein.

Vor lauter sehenswertem Fußball verpassten die meisten Zuschauer_innen dabei die totale Mondfinsternis, die sich gut zu sehen am Himmel über dem Stadion abspielte. Aber was zählt das schon, wenn das „eigene“ Team gewinnt…

Sterne für TeBe

Beim heutigen Spiel von Tennis Borussia Berlin beim SFC Stern gehen 2,- pro zahlender Gast an die Gäste vom Eichkamp. Nette Geste das!

9. November


Die diesjährige Broschüre der Antifaschistischen Initiative Moabit zum 9. November enthält neben anderen interessanten Texten auch einen zu dem legendären Boxkampf Max Baer gegen Max Schmeling, dem „Battle of the Maxes“, im Juni 1933, der zum Politikum wurde. Schmeling trat als mehr oder minder offizieller Vertreter des nationalsozialistischen Deutschlands an, Baer als Sohn eines jüdischen Vaters. Während Schmeling alles dafür tat der amerikanischen Presse gegenüber die Verfolgung jüdischer Menschen in Deutschland zu leugnen, nähte Baer sich einen Davidstern auf die Boxhose in Solidarität mit den jüdischen Sportler_innen, die kurz zuvor in Deutschland aus den Vereinen geworfen wurden. Baer gewann den Kampf durch technischen KO. Baer war sich der Bedeutung des Kampfes dabei sehr bewusst: „Mein Vater ist jüdisch, und meine Mutter ist schottisch-irisch. Ich habe den Davidstern getragen, weil ich dachte, es ist das Richtige, und ich werde ihn in jedem weiteren Kampf tragen.“ Die Deutsche Presse spielte die Bedeutung von Baers Herkunft nach dem Kampf jedoch herunter. Für sie war er plötzlich ein Deutsch-Amerikaner…

Was das Ganze mit Tennis Borussia Berlin zu tun hat, kann [hier] online auf der Geschichtsseite des Vereins nachgelesen werden, von der der Text in der Broschüre entliehen wurde. Die ganze Broschüre gibt es als pdf [hier].

Demonstrationen und Kundgebungen anlässlich des 73. Jahrestages der Reichspogromnacht gibt es unter anderem hier:

Berlin: 17 Uhr, Mahnmal Levetzowstrasse (U-Bhf Hansaplatz, S-Bhf Tiergarten)

Dresden: 15.30 Uhr, Brühlscher Garten

Göttingen: 18 Uhr, Mahnmal am Platz der Synagoge

Hamburg: 15.30 Uhr, Joseph Carlebach Platz (Nähe Universität)

Leipzig: 17 Uhr, Denkmal der alten Synagoge

Mainz: 17.30 Uhr, Römerpassage

Kein Vergessen! Kein Vergeben!

It’s all just history repeating…


TSV RudowTennis Borussia Berlin 0:2

Sonntag, 30.10.2012, 14.30h, Sportplatz Stubenrauchstraße, Berlinliga (Männer)

Manchmal wiederholt sich Geschichte offenbar wirklich. Jedenfalls im Fußball. Denn das Spiel zwischen Rudow und TeBe am Sonntag war fast eine perfekte Kopie des Spiels zwischen Union Berlin und dem FC St. Pauli am Freitag.

Wie zwei Tage zuvor in Köpenick war das Gästeteam in der ersten Hälfte klar feldüberlegen, kam jedoch kaum zu brauchbaren Chancen, während die Gastgeber gleich mehrere Hochkaräter vergaben. In der zweiten Hälfte eines überaus fairen Spiels konnte TeBe dann wie St. Pauli doch noch zwei Tore erzielen, wobei jeweils das zweite nach einer Ecke fiel. Das Schiedsrichtergespann war bei einigen Entscheidungen eher so auf Sechstliganiveau…

Es war ja viel gemutmaßt worden, dass bei dem Spiel einige organisierte Autonome Nationalist_innen auftauchen könnten, da Rudow immerhin eine ihrer relativen Homezones ist. Es kamen jedoch nur einige Hertha-Althools und durchschnittliche Faschoprolls. Zu Wortgefechten im Stadion und einer kurzen Konfrontation vor einem Imbiss an der Straßenecke (der übrigens sehr gute Pommes hat!) reichte es dennoch. Die Polizei ging allerdings schnell dazwischen und der TeBe-Mob zog weiter Richtung U-Bahnhof und per ÖPNV zum U-Bahnhof Rudow, wo in einer symbolischen Geste, den Mitarbeiter_innen eines Imbisses, der zwei Tage zuvor von Neonazis angegriffen worden war, ein Blumenstrauß überreicht und ihnen die Solidarität der Anwesenden bekundet wurde.

Da es das Gerücht gab, die Polizei hätte jemanden festgenommen, entschloss sich die Gruppe, erneut zum Stadion zu fahren und von den Beamt_innen vor Ort Informationen einzuholen. Offenbar war aber wohl nur einer der Faschos aus dem Imbiss mitgenommen worden und so zogen sich alle bald wieder zum Bahnhof zurück. Kurz vor Erreichen der Station griffen die Cops dann urplötzlich und ohne ersichtlichen Anlass eine Person aus der Gruppe heraus und nahmen sie in Gewahrsam. Später teilte einer von ihnen mit, die Person sei zuvor kurzfristig vermummt gewesen und das sei nun mal verboten. Ein Teil der Bereitschaftspolizist_innen ging bei der Gewahrsamnahme bzw. bei der Absicherung dieser etwas übermotiviert zu Werke, was folgerichtig den Unmut der Umstehenden auf sich zog. Was folgte war Gepöbel, Geschubse und zwei weitere Gewahrsamnahmen.

Danach beruhigte sich die Lage wieder, die Gefangenen wurden zum nächstgelegenen Abschnitt gekarrt und dort weiter behandelt. Einer von ihnen musste von dort in ein Krankenhaus gefahren werden. Aus welchen Gründen genau ist unklar. Die anderen beiden kamen eine bzw. drei Stunden später wieder frei.

Was bleibt ist der erste Auswärtssieg der Saison für TeBe vor über 100 mitgereisten Anhänger_innen und die Erkenntnis, dass beim TSV Rudow das Internet „Weltnetz“ heißt und Ordner_innen problemlos Thor Steinar-Kleidung tragen können. Aber soll mensch auch anderes erwarten in einer Neonazihochburg. Sowas kommt ja nicht von ungefähr, sondern hat meist seine Ursachen in der als Arglosigkeit verkleideten Rechtsoffenheit der Mehrheitsbevölkerung… Ach ja, neuer Tabellenletzter ist übrigens Trabzonspor…

Lila-rote Invasion


Tennis Borussia BerlinRoter Stern Leipzig 2:1

Samstag, 23.07.2011, 16 Uhr, Wally-Wittmann-Sportanlage, Freundschaftsspiel (Männer)

Wahrscheinlich wissen relativ wenige Menschen, dass die Nebenplätze des Mommsenstadions nach Wally Wittmann benannt sind und wahrscheinlich wissen genauso wenige, wer Wally Wittmann eigentlich war. Wally „Gundel“ Wittmann war eine in den späten 1920ern und frühen 1930ern erfolgreiche Charlottenburger Leichtathletin mit zahlreichen Titeln und Weltrekorden im Rucksack. Eine sehr gute Handballerin war sie wohl auch noch. Wieder eine Bildungslücke geschlossen…

Auch wenn vielleicht nicht alle so ganz genau wussten, wo sie jetzt eigentlich hin sollten, haben doch etliche den Weg auf den Sportplatz gefunden. 280 zahlende Zuschauer_innen sind wirklich nicht schlecht für ein Testspiel zweier unterklassiger Teams. Aber es waren ja auch nicht der Berliner SC und Borea Dresden, die hier aufeinander trafen, sondern TeBe und der Rote Stern aus der Messestadt. Beide Teams waren mit ganz unterschiedlichen Ausgangslagen angetreten. Während der Rote Stern als Aufsteiger antrat und auf eine gewachsene Mannschaft bauen konnte, war TeBe gerade erst in die Berlinliga abgestiegen und hatte gerade mal zehn Spieler im Kader, von denen etliche in der letzten Saison noch woanders kickten. Hinzu kamen an diesem Tag noch zahlreiche Testspieler, die sich empfehlen wollten.

Das Spiel begann eher ruhig. Rund zehn Minuten geschah erstmal nix. Die erste Chance hatten die Gäste durch einen indirekten Freistoß, die zweite die Gastgeber durch einen direkten. Aus dem Spiel raus ging nicht viel. So war es dann in der 25. Minute dann auch eine Standardsituation, die für Zählbares sorgte. Eine Ecke von rechts segelte erst an Freund und Feind vorbei, landete dann aber vor den Füßen von Alexander Greinert, der trocken abzog und den Ball in der rechten unteren Ecke versenkte. 1:0 für Tebe. Die Gastgeber machten jetzt weiter Druck, waren das klar bessere Team in dieser Phase und trafen in der Folge noch zweimal Aluminium. Die Gäste aus Leipzig kamen nur zu einem Abseitstor und dafür kann mensch sich ja bekanntlich nichts kaufen…

Nach der Pause blieb TeBe am Drücker. Erst scheiterte irgendwer (bei so vielen unbekannten Gesichtern, komm ich nicht mehr mit…) mit einem tollen Drehschuss, dann nutzte Kaan Ergün einen Torwartfehler aus und traf aus kurzer Distanz zum 2:0 (58. Minute). Kaum zwei Minuten später hatte er sogar noch das 3:0 auf dem Fuß, scheiterte aber in einer Eins-gegen-Eins-Situation am Leipziger Keeper. Die Gäste kamen erst in Fahrt, als sie mitte der zweiten Hälfte den Schiedsrichterassistenten einwechselten. Der war noch gar nicht richtig im Spiel, da fiel auch schon der Anschlusstreffer durch Mario Glaser (74. Minute), der vom Leipziger Anhang mit exzessivem Konfettiregen bejubelt wurde. Kurz darauf verletzte sich ein TeBe-Spieler nach einem Foul und musste raus. Da allerdings schon alles und jeder eingewechselt worden war, mussten die Gastgeber folglich die letzte Viertelstunde in Unterzahl über die Bühne bringen, was den Sternen weiteren Rückenwind gab. In der 88. Minute vergaben diese eine Großchance zum Ausgleich und auch in der Nachspielzeit gab es noch zwei Hochkaräter, die jedoch beide vom Keeper der Berliner abgewehrt wurden. So blieb es am Ende beim 2:1.

Viel wichtiger als des Ergebnis schien vielen Zuschauer_innen jedoch das Socializing am Spielfeldrand und auf der Party in der Innenstadt im späteren Verlauf des Abends. Sogar die legendären Biberstand Boys waren am Start. Aber das ist eine andere Geschichte…

23.07.: TeBe vs. Roter Stern Leipzig (Saisoneröffnung)

Am 23.07. findet bei Tennis Borussia Berlin die offizielle Saisoneröffnung statt. Um 16 Uhr zu Gast an der Wally-Wittmann-Sportanlage in der Waldschulallee (S-Bhf. Messe Süd) ist niemand geringeres als der Rote Stern Leipzig.

Um 20h gibt es dann noch eine After-Match-Party in den Räumen des Subversiv e.V. mit Basil Squire und den legendären Biberstand Boys gefolgt von Tanzmusisk aufgelegt von tigerXpaws, Knut und seine Atze und Kobold #1. Auf eine schöne Saison in der Berlinliga!

02.07.: TBAF Fanturnier

Am kommenden Samstag, dem 02.07. findet auf der Hanss-Rosenthal-Sportanlage in Berlin ein von Fans von Tennis Borussia Berlin organisiertes Fußballturnier unter dem Motto “Fußball geht auch anders – gegen Diskriminierung im Fußball und anderswo” statt. Los geht es um 10 Uhr morgens und ein vegan-vegetarisches Grillen ist auch angekündigt. Das Teilnehmer_innenfeld ist äußerst bunt und verspricht Einiges. Gleich zwei Teams aus Wien sind an Bord und eines aus Altona, dazu lokale Fanclubs von Fortuna Düsseldorf und dem FC St. Pauli, der LSVD, die Rijkaard Jugend, die Antifaschistische Initiative Moabit, ein Team des noch immer von der Räumung bedrohten Schokoladens, eine Flüchtlingsinitiative und mehr.

Bereits am Vorabend geht es zum Aufwärmen in die Rock‘n'Roll Herberge und nach dem Turnier gibt es im Cortina Bob ein Konzert mit Baretta Love und The Bottrops und danach Party. Wer lieber andere Musik will, kann natürlich auch zum Footloose Fest im About Blank weiterziehen…

Sehr runde Sache das!

Vom Nordwind verweht


SC Borea Dresden – Tennis Borussia Berlin 1:0

Sonntag, 05.06.2011, 13.30 Uhr, Sportanlage am Jägerpark, Oberliga Nordost Relegation (Männer)

Dank des Kirchtags im Elbflorenz war die Autobahn zwischen Berlin und Dresden vollgestopft mit autofahrenden Christ_innen. So schmolz der Zeitvorsprung unserer Reisegruppe immer weiter dahin und die ersehnten Pommes vor dem Anpfiff rückten in immer weitere Ferne. Doch was waren schon unsere Sorgen im Vergleich zu denen der beiden Teams, die heute hier aufeinander treffen würden. Beide kämpften gegen den Abstieg und am Ende würde nur eines die Klasse halten können. Rein sportlich hatten weder TeBe noch der SC Borea sich in der regulären Saison für Höheres empfehlen können. Dass sie nicht direkt abgestiegen sind ist in beiden Fällen nicht wirklich ihr Verdienst, sondern logische Folge der Tatsache, dass andere Teams es irgendwie geschafft hatten, noch schlechter oder zumindest erfolgloser zu spielen.

Entsprechend groß war der Druck, der auf den Schultern der Spieler lastete und auch die Anspannung im Stadionrund war mit den Händen greifbar, wobei die Gastgeber_innen im Allgemeinen etwas lockerer zu sein schienen. Das mag daran liegen, dass Tennis Borussia ein Traditionsverein mit großer Geschichte ist, während die Oberliga für den SC Borea bisher das höchste aller Gefühle war. Die Kräfteverhältnisse auf den Rängen des schönen und von Bäumen umwucherten Naturstadions in Dresdens Norden waren recht eindeutig. Etwa ein Drittel der fast 700 Zuschauer_innen fieberte mit den Gästen, hatte aber stimmugnstechnisch die absolute Oberhoheit. Ein Heimsupport, der über das Klatschen nach Torraumszenen und bei Auswechslungen hinausgehen würde, fand nicht statt. Da halfen auch die relativ zahlreichen Anhänger_innen der SG Dynamo nichts. Der Anhang des Dresdner SC auf Seiten der Gäste war da sicher die größere Verstärkung. Ohnehin waren auf Seiten TeBes etliche Unterstützer_innen zugegen, die sonst eigentlich zu anderen Vereinen gehen. Vielleicht ein weiteres Indiz dafür, wie wichtig dieses Spiel war…

Die hohe Bedeutung des Spiels schien dann auch die Spieler auf dem Feld ein wenig zu lähmen. Erst nach 20 Minuten kam es zu der ersten Situation, die überhaupt das Wort Torchance verdient hätte. Die Dresdner vergaben jedoch. Mehr Glück war ihnen in 38. Minute beschieden, als Oliver Genausch das verdiente 1:0 erzielte. Zwei Minuten später hatten die Dresdner Spieler die Arme bereits schon wieder zum Jubel erhoben und Applaus dröhnte durch das Stadion, doch hatte der Schiedsrichterassistent zum Glück für die Gäste auf Abseits entschieden. So ging es mit einer knappen Führung für den SC Borea in die Pause.

Die zweite Hälfte begann wie die erste begonnen hatte. Beide Teams neutralisierten sich größtenteils und es dauerte beinahe 20 Minuten bis etwas Erwähnenswertes passierte. Es war in der 64. Minute, als Tennis Borussia die bisher erste und gleichzeitig beste Chance des Spiels hatte und vergab. Ein Freistoß von rechts donnerte ans linke Lattenkreuz. Torhüter Ron Linke hätte sicher keine Chance gehabt, den Ball zu erwischen, doch es hatte wohl nicht sollen sein. In der 77. Minute waren es dann die Gastgeber, die gleich eine drei Chancen auf das 2:0 vergaben. Erst scheiterte einer von ihnen aus kurzer Distanz an Keeper Filatow, dann ging der Nachschuss an den linken Fosten und schließlich der zweite Nachschuss links vorbei. Dresden war zu diesem Zeitpunkt und eigentlich das ganze Spiel über die klar stärkere Mannschaft. Vor allem die rechte Abwehrseite der Borussen war eine Katastrophe. Arne Reetz stand dort bis zu seiner Auswechslung mitte der zweiten Hälfte alle paar Minuten immer wieder völlig frei und es ist nur der Blindheit seiner Mitspieler zu verdanken, dass daraus nicht das eine oder andere Tor entstanden ist. Die Spieler von Tennis Borussia wirkten über weite Strecken des Spiels von dem Druck, der auf ihnen lastete, völlig paralysiert und schienen sich selbst einfache Pässe nicht zuzutrauen. Dass der eingewechselte Cubukcu in der 86. Minute die Großchance zum ach so wichtigen Ausgleich vergab und den Ball an den linken Pfosten setzte, passte da nur zu gut ins Bild.

Es ist nicht so, dass das Team der Berliner kein Potential hätte. Eigentlich löuft sogar vieles richtig. Die Probleme scheinen eher im mentalen Bereich zu liegen. Das Team wirkt ein wenig wie jemand, der im Regen steht und anstatt den Schirm aufzuspannen, den er die ganze Zeit in der Hand trägt, lieber wahlweise mit den Göttern hadert oder den Kopf schüttelt und sich fragt: „Wieso passiert das ausgerechnet mir?“

Doch noch ist die Relegation nicht gelaufen. Zwar hat Dresden jetzt die bessere Ausgangssituation, denn TeBe muss schon mindestens 2:0 gewinnen und sollte nach aller Möglichkeit kein Tor kassieren. Doch vielleicht ist das ja auch alles nur Taktik und Trainer Schatte und seinen Schützlingen ist es erfolgreich gelungen, den SC Borea für das Rückspiel die Favoritenrolle aufzudrücken. Ob sie dieser dann ohne jegliche eigene Fanszene vor der zu erwartenden Rekordkulisse von vielen Hundert bis in die Zehenspitzen motivierten lila-weißen Teilzeitultras dann werden Stand halten können, müssen sie erst noch unter Beweis stellen. Diejenigen Menschen in ihrem Stadion jedenfalls, die andere mit „Arbeit macht frei!“ verabschieden, haben eigentlich nicht einmal Landesliga verdient. Am 12.06.2011 ist es soweit. Das Imperium schlägt zurück!