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TeBe-Fans solidarisieren sich mit Aachen Ultras

Beim Spiel gegen TuS Makkabi Berlin entrollten Fans von Tennis Borussia Berlin zwei Solitapeten für die Aachen Ultras (ACU), nachdem diese in der Woche zuvor nach dem Auswärtsspiel in Saarbrücken von den rechten bis rechtsoffenen Ultras der Karlsbande, Hools und Neonazis angegriffen worden waren.

Auftakt zur besten Berlinliga seit Ewigkeiten


Tennis Borussia BerlinBSV Hürtükel 2:1 (0:0)

Sonntag, 05.08.2012, 14 Uhr, Mommsenstadion, Berlinliga (Männer)

Endlich, endlich, endlich ist die Sommerpause vorbei! Europameisterschaft, Testspiele, Olympia – all das ist irgendwie nicht das Wahre und überhaupt verspricht diese Saison in der Berlinliga eine überaus spannende zu werden. Mit Hürriyet-Burgund, dem BFC Preußen, Trabzonspor, Frohnau und Altglienicke haben sich fünf graue Mäuse aus der Liga verabschiedet – nur Lichtenberg 47 mit dem schönen Stadion werde ich wohl irgendwie vermissen. Die Neuzugänge sind demgegenüber alle ganz großen Kino. Mit Türkiyemspor und Makkabi sind zwei sehr sympathische Vereine zur Liga gestoßen, mit Tasmania Gropiusstadt erweist sich ein ehemaliger Bundesligist die Ehre, Club Italia soll ja fast so etwas wie Fans haben und der erste Gegner von TeBe, der BSV Hürtürkel, soll türkisch-nationalistischen Kreisen nahestehen, was immerhin für Konfliktpotential sorgt und sich in der vergangenen Saison auch in rassistischen und antisemitischen Äußerungen beim Spiel gegen Makkabi äußerte.

Was das angeht, so blieb an diesem leicht verregneten Sonntagnachmittag im Mommsenstadion ruhig, doch das Spiel war für eine Auftaktpartie durchaus sehenswert. Oft wirken Teams ja am ersten Spieltag noch nicht wirklich eingespielt oder müde und matt von der Vorbereitung, doch hier boten beide Teams eine ansehnliche Partie. Die besseren Karten hatte dabei zunächst das Team der Gastgeber_innen. Zählbares wollte jedoch bis zur Halbzeit nicht herausspringen. So vertrieb der Anhang – regenbedingt größtenteils auf die Tribüne umgezogen – die Zeit mit Singen und nicht wenige bewunderten vor allem das Können zweier Neuzugänge: Auf der der rechten Abwehrseite zeigte sich Fabien Thokomeni äußerst zweikampfstark und legte eine gute Mischung aus Resolutheit und Fairness an den Tag, während seine offensiven Vorstöße immer wieder mächtig Staub aufwirbelten. Noch besser zu gefallen wusste dagegen Hassan Salhab, Neuzugang von Trabzonspor, der im Sturmzentrum ordentlich Dampf machte und, auch wenn er heute mal kein Tor machte, eine echte Verstärkung zu sein scheint.

Zu Beginn der zweiten Hälfte entrollten Fans von TeBe dann zwei Tapeten – eine in Solidarität mit dem schwulen türkischen Schiedsrichter Halil İbrahim Dinçdağ und eines, das sich in türkischer Sprache gegen Rassismus und Antisemitismus richtete. Auf dem Feld ging es derweil weiter munter hin und her, wobei TeBe weiter das bessere Team war und schließlich in der 66. Minute auch völlig verdient durch einen Schuss aus der zweiten Reihe von Benny Hendschke verdient in Führung ging. Nur sechs Minuten später war es abermals Hendschke, der nach Hereingabe des bereits erwähnten Salhab per Kopf auf 2:0 erhöhte. Es spricht jedoch für die Qualität der Gäste, dass sie jetzt den Kopf nicht in den Sand bzw. Rasen steckten, sondern auf den Anschlusstreffer drängten, den Selim Erdem nur weitere drei Minuten später im Kuddelmuddel nach einem Freistoß dann auch tatsächlich erzielte. Von da an war Hürtürkel die spielbestimmende Mannschaft, doch die TeBe-Abwehr hielt dicht, und am Ende durfte der Gutteil der rund 450 Zuschauer_innen, der auf Seiten des Heimteams stand, einen im Großen und Ganzen verdienten Heimsieg bejubeln.

Für TeBe geht es jetzt Mittwoch zu einem echten Härtetest, wenn das Team auswärts beim 1. FC Wilmersdorf antritt, der in der letzten Saison mit nur einem Punkt Rückstand auf Lichtenberg Dritter geworden ist und ebenfalls mit einem Sieg – Auswärts im Derby beim Berliner SC – starten konnte. Hürtürkel hat es auch nicht leichter. Am Donnerstag gastiert Tabellenführer Hermsdorf, der am ersten Spieltag den SV Empor mit 6:1 deklassiert hat, am Columbiadamm.

TeBe hält die Klasse

Durch ein hart umkämpftes 0:0 bei den Reinickendorfer Füchsen am heutigen Sonntagnachmittag hat die Herrenmannschaft von Tennis Borussia Berlin am vorletzten Spieltag den Klassenerhalt perfekt gemacht. Nach zwei Abstiegen in Folge konnte die Talfahrt damit endlich aufgehalten werden. FVL gratuliert dazu von Herzen!

tebe

Derbe Schlappe zu hause umme Ecke


BSV Hürriyet-BurgundTennis Borussia Berlin 4:1 (2:1)

Sonntag, 13.05.2012, 14.30 Uhr, Sportplatz Stralsunder Straße, Berlinliga (Männer)

Zu Fuß zum Auswärtsspiel. Das gibt es auch nicht so oft. Dazu auch noch Besuch aus Bremen mit dabei. Eigentlich alles super. Dazu ein recht sympathischer Gastgeberverein mit zwar nicht sehr veganem, aber dafür umso ungewöhnlicheren (zumindest für deutsche Stadien…) kulinarischen Angebot. Dafür aber nur ein kleiner Kunstrasenplatz mit lediglich einer Seite, auf der Publikum wie auf der Hühnerstange aufgereiht stehen kann. Naja, und Fußball wurde dann leider auch noch gespielt werden…

Beide Teams spielen noch gegen den Abstieg. TeBe fehlt nur noch plusminus ein Sieg um die Klasse entgültig zu sichern. Hürriyet-Burgund steht vor dem Spiel auf einem Abstiegsplatz und wird wohl noch bis zum Ende zittern müssen. Dennoch hat das Spiel vom Start weg ein recht hohes Niveau, wobei die Gastgeber mit den Platzverhältnissen offensichtlich um einiges besser zurecht kommen, aber immerhin ist es ja auch ihr Platz. In der 7. Minute bereits fällt dann auch durch Harun Cicek der Führungstreffer für den Verein vom Gesundbrunnen. Gino Krumnow schafft es jedoch in der 23. Minute den Ausgang für die Gäste zu erzielen, wobei sein gemurmelter Ball wohl einen neuen Rekord in Langsamkeit aufgestellt haben dürfte. Dündar Yaka bringt allerdings Hürriyet-Burgund nur sieben Minuten später wieder in Führung (30. Minute).

Nach der Pause kam es für TeBe dann ganz bitter. Auch wenn das Team nie wirklich schlechter wirkte, waren die Gastgeber doch die ganze Zeit überlegen, was die Präsenz auf dem Spielfeld angeht. Bis kurz vor Ende blieb das Spiel jedoch offen. Erst durch zwei späte Tore von Martial Djoumessi Ngueduheu (76. Minute) und abermals Harun Cicek (80. Minute) machte Hürriyet-Burgund dann alles klar. Passend dazu fing es dann auch noch an zu regnen…

Fazit: Verdienter Sieg. Hoffentlich wird es was mit dem Klassenerhalt und hoffentlich macht TeBe dann nächste Woche zu hause gegen Wilmersdorf alles klar.

Ein Spiel mit alles drin


Tennis Borussia Berlin – SC Staaken 3:1 (1:0)

Freitag, 04.05.2012, 19.30 Uhr, Mommsenstadion, Berlinliga (Männer)

Die Menschen aus Staaken mögen mir bitte verzeihen, dass ich erst das Internet fragen musste, wo zur Hölle dieser Ort bitte schön liegt. Jetzt weiß ich, dass es ein Stadtteil im Berliner Bezirk Spandau ist, der auf ein Dorf zurück geht, dass bereits im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt worden ist. Außerdem wurde Katharina Witt hier geboren. Na dann, wieder was dazu gelernt…

Mit Fußball hat das freilich allerdings eher wenig zu tun. Dabei kann der SC Staaken tatsächlich auf eine durchaus beachtliche und lange Geschichte zurückblicken und auch in der laufenden Saison zeigt die Kampfmannschaft des Vereins eine für einen Aufsteiger mehr als beachtliche Leistung. Der Klassenerhalt ist seit Ewigkeiten gesichert und der Vorsprung auf die Gastgeber des heutigen Spieltages beträgt vor der Partie annähernd zwanzig Punkte. Im Fußball sind das Welten. Der Abstand zum Tabellenersten Altglienicke ist allerdings ebenfalls beträchtlich und insofern geht es für die Kicker vom westlichen Stadtrand eigentlich nur noch darum, die Saison anständig und möglichst unverletzt zu Ende zu bringen. Für TeBe dagegen geht es noch immer um den Klassenerhalt.

Dementsprechend gehen die Lila-Weißen dann auch um einiges aggressiver in die Partie und erarbeiten sich von Beginn an immer wieder gute Möglichkeiten. Völlig verdient und nahezu folgerichtig gehen sie dann auch bereits in der 12. Minute durch Gino Krumnow in Führung, auch wenn die Entstehung des Tores dann doch etwas kurios anmutete. Auch in der Folge blieben die Gastgeber spielbestimmend. Erst in der 37. Minute kam Staaken zu seiner ersten guten Chance, doch Keeper Dennis Rahden kann parieren. Sein Gegenüber auf der anderen Seite hat jedoch weniger Glück. In der 42. Minute wirft er sich knapp vor dem Sechzehner mutig doch leider auch etwas grobmotorisch in den Angriff eines TeBe-Spielers, holt diesen von den Beinen und fliegt dafür regelkonform, aber doch auch ein wenig unglücklich wegen Notbremse vom Feld.

Nach diesem Platzverweis und bei der vorhandenen Führung stehen für die zweite Halbzeit also alle Zeichen auf Heimsieg, und doch kommt erstmal alles anders. In der 52. Minute schließt Gigold für die Gäste einen Konter ebenso formvollendet wie erfolgreich ab, und plötzlich steht es 1:1. In den Minuten darauf entspinnt sich ein offener Schlagabtausch mit sehr guten Chancen auf beiden Seiten. Als in der 74. Minute bei den Gästen auch noch Ehm mit Gelb-Rot (es wird gemunkelt, dass es Handspiel war) vom Platz muss, ist TeBe mit zwei Spielern mehr eindeutig am Drücker. Nur fünf Minuten später erzielt dann auch Benjamin Hendschke für die Gastgeber die erneute Führung. Von da an überschlagen sich die Ereignisse. Die Fans der Lila-Weißen haben noch gar nicht ganz ausgejubelt, da gibt es nach Gewusel im Strafraum aus aus der ferne unerklärlichen, aber sicher irgendwie berechtigten Gründen Elfmeter für Staaken. Der Strafstoß wird jedoch äußerst schlecht geschossen und Torhüter Rahden gelingt es den Ball in der rechten unteren Ecke sicher abzufangen. Der Jubel im Stadion ist ohrenbetäubend und spätestens jetzt ist bei den Gästen die Luft raus. Hendschkes zweites Tor in der 86. Minute, der (Zitat des Stadionsprechers) „von der 15 Yards-Linie einfach mal trocken abgezogen“ hatte, macht dann den Sack endgültig zu, auch wenn TeBe noch zwei Hochkaräter links liegen lässt bzw. rechts vorbeisemmelt.

Mit dem Abpfiff gibt es im E-Block noch eine kleine Pyroeinlage. Immerhin ist das Team dem Klassenerhalt mit diesem Sieg in einem turbulenten Spiel ein gutes Stück näher gekommen, und außerdem hat die zweite Mannschaft auch noch vorzeitig den Aufstieg in die zweitunterste Liga klar gemacht. Achja, und Geburtstag hatte auch noch irgendwer… Wunderbarer Auftakt zu einem hoffentlich gelungenen Fußballwochenende!

Un Morceau de Gatow


SC GatowTennis Borussia Berlin 2:2

Freitag, 06.04.2012, 14 Uhr, Sportplatz Gatow, Berlinliga (Männer)

Nicht wenige Anhänger_innen von TeBe hatten für die Auswärtsfahrt nach Gatow die Fähre über den Wannsee gewählt, doch weil mir das dann doch zu früh war, habe ich mich dann doch für die – immer noch mehr als einstündige – Anreise per S-Bahn und Bus entschieden. Gatow liegt halt doch eher ziemlich am Rand von Berlin – dafür ist es dort umso idyllischer.

Mit der Idylle war es aber schnell vorbei, denn auf Seiten TeBes waren viele nicht eben erfreut von der Neuigkeit, dass das Spiel nicht wie angekündigt auf dem Naturrasenplatz stattfinden würde, der in zu schlechtem Zustand sei, sondern auf einem kleinen Nebenplatz, dessen Kunstrasen eher an mit zu viel Sand bestreutes Moosgummi erinnerte und bei dem nicht auch nicht alle der mehreren Hundert Zuschauer_innen vernünftig dem Spielgeschehen würden können. Nach Ende der Halbzeitpause kam es aus diesem Grunde sogar zu einem Disput zwischen Spielern, Fans und Offiziellen, nachdem einige Zuschauer_innen – offenbar aus Protest – das Spielfeld bzw. die Laufbahn daneben betreten hatten. Der Schiedsrichter entschied sich dazu, die Teams wieder in die Kabine zu schicken und die zweite Hälfte erst mit einer Verzögerung von rund 30 Minuten anzupfeifen in der Hoffnung, die Gemüter hätten sich dann ein wenig beruhigt.

Rein sportlich gesehen sah es zu diesem Zeitpunkt für Tennis Borussia nicht wirklich rosig aus. Zwar hatten die Gäste mehr und auch bessere Torchancen, die vor allem aus schnellen Kontern und Standards resultierten, doch irgendwie führte dennoch Gatow. Die – zumindest den Trikots nach – graue Maus der Liga war zwar kaum vor das Tor der Lila-Weißen gekommen, zeigte aber eine ungeheure Effektivität dabei. TeBe sah zu diesem Zeitpunkt fast schon wie der zwar unglückliche, aber dennoch sichere Verlierer aus.

Die zweite Hälfte verlief dann aber doch gänzlich anders als die erste. Zwar hatten die Gemüter sich in der Tat beruhigt und auch die mit Senf verschmierte und dann ausgezogene Thor Steinar-Jacke eines Zuschauers blieb eine Anekdote am Rande. Doch vor den Augen der Zuschauer_innen, unter denen sich auch einige Gäste aus Spandau und Bayreuth befanden, entspann sich ein spannendes Spiel, das das Blut der Anwesenden wieder ordentlich in Wallung brachte. Die Anhänger_innen der Gatower waren außer sich ob der Leistung des Schiedsrichters, der jedoch – auch wenn TeBe ein, zwei gelbe Karte mehr hätte bekommen müssen – eine für die spannungsgeladene Situation durchaus okaye Leistung ablieferte. Die zwei gelb-roten Karten für die Hausherren waren jedoch nicht eben dazu geeignet, sich bei ihnen beliebt zu machen. Dabei waren beide leider völlig berechtigt. Die erste gab es nach wiederholtem gelbwürdigen Foulspiel. Die zweite holte sich ein Spieler ab, der erst einen Gegenspieler foulte und sich dann über die angebrachte gelbe Karte lautstark und nicht eben mit vornehmer Wortwahl beim Schiedsrichter beschwerte. Wer so etwas macht, muss halt damit rechnen, früher duschen zu gehen… Doch wahrscheinlich wäre das auch alles noch erträglich gewesen für die Gatower_innen, wenn Dogukan Topuz, nachdem kurz zuvor Beyazit Taflan bereits den Anschlusstreffer erzielt hatte, nicht noch in der Nachspielzeit den unterm Strich verdienten Ausgleich erzielt hätte.

Manchmal schreibt der Fußball halt Geschichten, die besser sind als jedes Drehbuch. TeBe bleibt damit einen Punkt vor Gatow, verpasst aber die Möglichkeit Anschluss an die einstelligen Tabellenplätze zu finden. So aber müssen beide Teams weiter zumindest ein Auge nach unten richten, denn zumindest Hermsdorf und die Füchse, die derzeit beide auf Anstiegsrängen stehen, sind durchaus noch nicht so weit weg, als dass sie nicht doch noch aufschließen könnten. Trabzonspor und der BFC Preussen können die Saison wohl so langsam endgültig abhaken.

Vierhundert Arosa schlitzverstärkt mit kurzem Arm


Deportivo Latino IITennis Borussia II 1:0

Sonntag, 01.04.2012, 12 Uhr, Sportplatz Aroser Allee, Kreisliga C Staffel 1 (Männer)

Eigentlich wollte ich ja zum Flohmarkt am Mauerpark, aber als ich dann aus dem Fenster sah und Sonnenschein erblickte und mir das Internet dann auch noch mitteilte, dass mich die U8 quasi direkt von meiner Haustür aus zum Spiel von TeBe II fahren würde, da hat mich dann doch das Ballfieber gepackt. Außerdem erinnert der Name des Sportplatzes mich derbe an Loriot… Also schnell Kaffee und Brötchen unter den Arm geklemmt und ab nach Reinickendorf.

Zu meinem Glück hatte das Spiel mit einer Viertelstunde Verspätung begonnen, denn so kam ich trotz meiner notorischen Unpünktlichkeit noch in den Genuss von eineinhalb Halbzeiten. Weniger geil hingegen war die Tatsache, dass TeBe bei meiner Ankunft schon durch einen Elfmeter 0:1 hinten lag. Dass das auch für den Rest des Spiels das einzige Tor bleiben würde, wusste ich da ja aber auch noch nicht, und das Spiel wirkte durchaus so, als würde TeBe es noch drehen können. Beide Teams waren enorm ersatzgeschwächt. TeBe lief gleich mit vier Neuen auf. Entsprechend schlecht eingespielt wirkte vieles auf dem Platz. Dennoch waren die Gäste über weite Strecken des extrem fairen Spiels deutlich überlegen.

Was TeBe auch in die Hände spielte war die nicht eben überragende Körpergröße des Deportivo-Keepers. Bei hohen Bällen und Ecken hatte er sichtlich Mühe an den Ball zu kommen. Doch irgendwie hielt er bis zum Schluss seinen Kasten sauber, obwohl TeBe gerade in der Schlussviertelstunde mächtig Druck machten. Deportivo wirkte insgesamt ziemlich harmlos, kann sich aber dank der drei erkämpften Punkte endlich mal etwas deutlicher vom Tabellenende absetzen. TeBe hat dagegen bei einem Spiel weniger noch immer zehn Punkte Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz. In zwei Wochen Sonntag gibt es dann zuhause gegen den Tabellenführer Victoria Mitte ein echtes Spitzenspiel, das hoffentlich mehr Zuschauer_innen finden wird, als die fünf TeBe-Fans, die in Reinickendorf zugegen waren.

Zu Architektur Tanzen


FC Hertha 03 ZehlendorfTennis Borussia Berlin 0:0

Mittwoch, 14.03.2012, 19.45 Uhr, Ernst-Reuter-Sportfeld, Berlinliga (Männer)

Das Ernst-Reuter-Sportfeld ist eine ausgesprochen schöne Spielstätte, die noch schöner gelegen ist. Leider war es am Mittwochabend schon dunkel, denn die Großsiedlung Onkel Toms Hütte, die federführend von Architektenlegende und „Kulturbolschewist“ Bruno Taut entworfen wurde, ist wirklich sehenswert. Im Zweifelsfall wahrscheinlich sogar sehenswerter als das Spiel zwischen TeBe und der kleinen Hertha…

Dabei war das Spiel eigentlich sogar gut und hatte durchaus Spitzenspielniveau, aber Fußball ohne Tore ist halt doch irgendwie wie Vanilleeis ohne Vanille. Besonders in der ersten Hälfte gab es Chancen hüben wie drüben. Die beiden besten hatte TeBe in der 11. nach einem schönen Spielzug bis zur Grundlinie und in der 14. Minute nach einem gekonnten Schuss aus zweiter Reihe. Die erste Großchance der zweiten Hälfte hatte Hertha kurz nach dem Wiederanpfiff. Dann kam noch mal TeBe und dann kam lange Zeit sehr, sehr wenig Aufregendes, was aber auch an der guten Abwehrleistung beider Teams lag. In der 82. Minute hatte TeBe nach einer Traumkombination dann noch einmal die Chance zum entscheidenden Treffer, scheiterte einmal mehr an Keeper Korkut. Dann war Schluss und TeBe hat wieder einmal und wie schon am Wochenende in Lichtenberg einen Punkt von einem Spitzenteam entführt. Ach, hätte das Team doch schon von Saisonbeginn an auf diesem Niveau gespielt. Dann wäre es jetzt selbst eines dieser Spitzenteams…

Auch abseits des Spielfelds präsentierte sich der Zehlendorfer Verein mit der hervorragenden Jugendarbeit und der bewegten Vergangenheit sehr gastfreundlich. Bier wurde auf dem Tablett in den Gästeblock geliefert, der Kaffee war durchaus gut und die Portion Pommes für zwei Euro riesengroß und kaum alleine zu schaffen. Alles irgendwie extrem gediegen westberlinerisch da in Zehlendorf, aber das hat durchaus seinen Charme…

PS: Es nervt mich irgendwie mega an, wenn auf absolut jede Entscheidung des Schiedsrichter_innengespanns gegen das „eigene“ Team mit Riesengepöbel reagiert wird. Die allermeisten Schiedsrichter_innen machen ihre Sache in nahezu jedem Spiel ziemlich gut und hätten eigentlich auch wenig mehr Respekt verdient. Andernfalls bekommen Forderungen nach Engagement gegen Rassismus oder Homophobie irgendwie einen ironischen Unterton. Jemanden nicht wegen Hautfarbe oder Sexualität zu diskriminieren ist irgendwie halbherzig, wenn jemandem nur aufgrund seiner_ihrer Funktion als Spielleiter_in plötzlich keinerlei Akzeptanz mehr entgegen gebracht wird – vor allem dann nicht, wenn das Ganze auch noch mit einer massiven und aggressiven Affirmation und Verteidigung der Eigengruppe einhergeht. Sündenbock ick hör dir trapsen… Und kommt mir jetzt nicht mit „das gehört halt zum Fußball…“, denn das ist genau das „Argument“, dass Rassist_innen und homophobe Klappspaten auch verwenden…

Fußball, Männer und Kreisliga – eine tolle Kombination


SK Türkyurt 01 IITennis Borussia Berlin II 3:1

Sonntag, 11.03.2012, 12 Uhr, Poststadion Nebenplatz KR4, Kreisliga C Berlin (Männer)

Warum steht ein an sich zu vernünftigem Denken fähiger Mensch am Sonntag Morgen vor elf Uhr auf, um ein Spiel in der Kreisliga C anzugucken? Ich habe keinen blassen Schimmer, aber irgendwie mache ich solche Unfug immer wieder… So auch an diesem Sonntag. Die Dusche hat nicht wirklich wach gemacht. Für Frühstück ist keine Zeit. Zum Glück gibt es beim Bäcker am Bahnhof Brötchen und Kaffee. Dann in die S-Bahn Richtung Hauptbahnhof und vorbei an hässlichen Townhouses zu einem der diversen Nebenplätze des wunderschönen Poststadion, in dem Tennis Borussia schon so viele Sternstunden erlebt hat. Beide Teams sind auch schon da. Jemand erzählt mir, der Schiedsrichter, der hätte pfeifen sollen sei nicht gekommen, aber weil die Erste von Türkyurt nicht zu ihrem Spiel antritt, kann der Schiedsrichter von dort das Spiel pfeifen. Zum Glück! Würde das Spiel ausfallen, würde ich mich nach der zu kurzen Nacht mal so richtig ärgern…

Ungefähr dreißig andere Menschen sind offenbar ähnlich blöd wie ich und stehen ebenfalls am Spielfeldrand. Auf Seiten TeBes sind etwa zehn Menschen mit dabei. Immerhin. Die aber bekommen einiges geboten. Das Spiel war kaum angepfiffen, da zappelte der Ball schon im Netz der Gäste. Keine drei Minuten waren da erst gespielt. Wie der Ball aber dort gelandet ist, wird wohl sein Geheimnis bleiben. „Hineingewuselt“ scheint der passende Begriff zu sein. Um ein Haar hätte TeBe gleich im direkten Gegenzug den Ausgleich erzielt, doch der Distanzschuss geht knapp links unten vorbei. Da fehlten wirklich nur Zentimeter. Kurz darauf dann noch eine gute Chance für TeBe, doch der Keeper von Türkyurt ist aufmerksam, eilt heraus und wirft sich gekonnt in die Flugbahn des Balles. Dann ist wieder Türkyurt an der Reihe und hat nach gut einer Viertelstunde ein gute Doppelchance. In der 32. Minute dann gelingt jedoch TeBe durch einen Schuss aus spitzem Winkel der Ausgleich. Kurz vor dem Halbzeitpfiff haben dann beide Teams noch guter Möglichkeiten in Führung zu gehen, doch scheitern sie konsequent an den Torhütern oder am Pech oder am eigenen Unvermögen.

Die zweite Hälfte beginnt hektisch. TeBe hat fast sofort eine Riesenchance, doch der Schiedsrichter entscheidet fälschlicherweise auf Abseits – seine einzige wirkliche Fehlentscheidung an diesem Tag. Danach verflacht das Spiel zusehends. Erst in der 60. Minute dann wieder Aufregung. Türkyurt bekommt nach Foulspiel im Strafraum einen berechtigten Elfmeter und deren Nummer 14 verwandelt. Der Keeper von TeBe ahnt zwar die Ecke und ist auch noch am Ball, doch der Elfer ist einfach zu gut geschossen. Die Freude der Gastgeber, die in der Tabelle irgendwo im Mittelfeld herumdümpeln, ist riesig. Vor allem der Abwehrspieler mit der 31 ist völlig aus dem Häuschen und erläutert den anwesenden TeBe-Fans gerne und wiederholt mit allerlei Gesten und Worten, wie sehr ihn sein aktuelles Gefühl an Geschlechtsverkehr erinnert. Überhaupt fallen jede Menge Schimpfworte und Beleidigungen auf dem Platz, aber so ist das wohl, wenn echte Männer sich permanent ihres eigenen Geschlechts versichern müssen… Die Nummer 9 von Türkyurt fliegt dann kurz vor Schluss sogar noch mit Gelb-Rot vom Platz. Irgendetwas, was er gesagt hat, hat dem sehr guten Schiedsrichter Mohamed Abo El Oulla wohl nicht gepasst. Nachdem, was er vorher schon so alles erzählt hat, kein Wunder… Zu diesem Zeitpunkt führte Türkyurt jedoch auch schon mit 3:1 und das Spiel war im Grunde gelaufen, was den Torhüter der Gastgeber zu enormer Langsamkeit bei Abstößen zu animieren schien.

So blieb es bei einem leider verdienten Sieg der Gastgeber. TeBe war zwar über weite Strecken ebenbürtig, aber irgendwie fehlte das nötige Quentchen Glück oder Motivation. Der erste Platz in der Liga ist damit vorerst verloren, aber nur zwei Punkten Rückstand auf SV Rot-Weiß Viktoria Mitte und einem Spiel weniger ist da ja noch alles drin. Zumal der Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz lockere 12 Punkte beträgt. Da kann mensch den Männern von Türkyurt auch gerne mal die Freude gönnen, die ihnen der erste Sieg, den sie in diesem Jahr auf dem Platz erringen konnten, offensichtlich bereitete. Aber es wäre nett, wenn sie das nächste mal ihrer Motivation eher durch Fußball als durch „Hundesohn“, „Schwuchtel“ und „Ich fick dich!“ Ausdruck verleihen würden…

47 Freunde und 10.000 TeBe-Fans


SV Lichtenberg 47Tennis Borussia Berlin 0:0

Samstag, 10.03.2011, 13 Uhr, Hans-Zoschke-Stadion, Berlinliga (Männer)

In Christian Wolters „Rasen der Leidenschaften“ wird das Hans-Zoschke-Stadion ein „Schmuckkästchen“ genannt und dieser Meinung kann ich mich nur anschließen. Verkehrstechnisch günstig und nur knapp hinter der Grenze zu Friedrichshain gelegen ist das von ehemaligen Stasibauten umringte reine Fußballstadion wirklich mit das schönste, was Berlin an Spielstätten zu bieten hat. Der Polizei schien ein Spiel von TeBe in Lichtenberg jedoch offenbar nicht so ganz geheuer zu sein, wahrscheinlich weil TeBe jetzt auch Ultras hat… Jedenfalls waren mehrere Wannen der 11. Hundertschaft (was rein numerisch zum Fußball ja auch ganz gut passt) und diverse Zivis (oder heißt das so nahe am MfS dann doch IMs?!) am Start. Wirkliches Konfliktpotential war jedoch weit und breit nicht zu erkennen. Von den gut 400 Zuschauer_innen standen rund die Hälfte im Gästeblock. Support der Heimmannschaft fand jedoch nur von Seiten des Stadionsprechers und über die Lautsprecheranlage statt. Auf Lichtenberger Seite hingen zwar zwei Banner, aber mehr als ein oder zwei Pöbeleien waren nicht zu hören.

Auf dem Spielfeld ging es dagegen durchaus rasant zur Sache. Der Tabellenzweite aus Lichtenberg kam schon nach 5 Minuten zu seiner ersten Großchance. In der 10. und 11. Minute hatte jedoch auch TeBe zwei wirklich gute Möglichkeiten. Ein Distanzschuss in der 34. und ein knapp über die Latte segelnder Kopfball nach einer Ecke in der 40. rückten das Chancenverhältnis dann aber zugunsten der Gastgeber gerade. Der Anhang der Lila-Weißen schien jedoch zufrieden damit zu sein, dass ihre Elf diesmal defensiv sehr viel sicherer agierte als zuletzt gegen Trabzonspor.

Die Halbzeitpause bot dann bestes Entertainment. Ein Lichtenberger und zwei TeBe-Fans durften sich im Elfmeterschießen messen. Der verdiente Preis, ein rot-weißer Lichtenbergschal, ging dabei an einen der beiden Gästefans, was im Auswärtsblock für überbordenden Jubel sorgte. Dazu gab es dann noch eine Soli-Tapete für die Aachen Ultras. Die zweite Hälfte begann dann etwas verhalten. Erst ein Gewaltschuss eines TeBespielers von halb rechts nach einer runden Viertelstunde, der vom Lichtenberger Keeper glänzend pariert wurde, riss die Spieler aus ihrer Lethargie. Als kurz darauf ein TeBe-Spieler direkt vor der Lichtenberger Bank einen Gegenspieler ziemlich rabiat von den Beine holte und dafür völlig zurecht Gelb sah, war es mit der Ruhe völlig vorbei. Etwas Zählbares sprang jedoch trotzdem nicht heraus. Die alles in allem noch beste Chance, ein Beinahe-Eigentor per Kopf aus Seiten TeBes, wurde jedoch von Keeper Dennis Rahden vereitelt, und so blieb es bei einem durchaus unterhaltsamen, aber dennoch torlosen Unentschieden.

Einen Teil des TeBe-Anhangs zog es danach noch in die Partytram und in diverse Kneipen. Aber eher in welche, die nicht in Lichtenberg liegen…