Archiv der Kategorie 'roter stern nordost'

Dem Himmel so nah…


THC Franziskaner FCRoter Stern Nordost 0:0

Samstag, 31.03.2012, 12 Uhr, Metro Fußballhimmel, Freizeit-Landesliga Staffel 1 (Männer)

Hätte ich vorher den Wetterbericht gelesen, ich wäre wohl zu Hause geblieben, doch die Verlockung gleich zwei Teams mit links-alternativem Background im direkten Duell auf dem Dach eines Großmarktes zu sehen, war dann doch zu verlockend. Der Metro Fußballhimmel liegt verkehrstechnisch zum Glück äußerst günstig und so macht es auch nichts, dass ich verschlafen habe. Zumindest dachte ich das, weil ich ja auch dachte, das Spiel würde um 12.30 Uhr anfangen. Da es aber schon um Schlag Zwölf begonnen hatte, kam ich mit meinem Kaffee und meinem Franzbrötchen in der Hand dann doch etwas zu spät. Die Teams hatten sich bis dahin aber auch netterweise mit sehenswertem Fußball zurückgehalten, wie mir mitgeteilt wurde.

Mit dieser Zurückhaltung war es dann aber doch vorbei, denn eigentlich war das Spiel recht flott und es gab Chancen hüben wie drüben. Die besseren hatten dabei ganz klar die Gastgeber. Daran änderte auch die gelb-rote Karte in der 70. Minute nichts, die sich ein Franziskaner-Spieler durch Foulspiel und anschließendes Meckern einhandelte. Fünf Minuten später wurde ihnen dann noch durch eine zumindest fragwürdige Abseitsentscheidung ein Tor aberkannt, und der hervorragend geschossene Freistoß kurz vor Schluss wurde vom Keeper des Roten Stern noch mit Müh und Not aus der linken unteren Ecke gefischt. Somit blieb es bei dem Für die Gäste etwas schmeichelhaften, aber auch nicht völlig unverdienten torlosen Unentschieden. Der THC Franziskaner FC bleibt damit weiter Tabellenführer. Der Rote Stern hat mit acht Punkten Rückstand nur noch theoretische Chancen auf den Aufstieg, aber davon hatten sie in den vergangenen Jahren ja auch eigentlich schon eine ganze Menge da oben im Nordosten.

Als Ground ist der Metro Fußballhimmel definitiv sehenswert. Wo sonst gibt es schon ein Spielfeld mit Blick auf Stalintürme, Berghain und O2 World? Allerdings wäre besseres Wetter ohne Regen, Hagel, Graupel, Sturm und Gewitter um einiges angenehmer gewesen. Und Tore wären auch nett gewesen, aber dafür hat es ja in Frankfurt auf der M31-Demo einige Treffer gesetzt…

Bring2 – Alle nach Dresden!

An der Aktion Bring2, die zu Gegenaktivitäten gegen den Naziaufmarsch in Dresden am 19.02. mobilisiert, beteiligen sich auch einige fußballaffine Gruppen:


Ultras BVB09


TeBe Party Army


Ultras Roter Stern (Nordost Berlin)

roter stern
Roter Stern Leipzig – Supporters gegen Nazis

Wer schon eine Woche vorher Zeit hat, darf auch gerne schon am 13.02. nach Dresden kommen und aktiv werden!

URS vs. Fussballvonlinks

In einem Interview der URS mit den URS auf der Seite der URS wird dieser Blog lobend erwähnt oder so:

C: Vielleicht fragst Du noch einmal bei Fußball von links nach, welcher der unzähligen Theorien denn derzeit gerade angesagt sind…

Jan Tölva, den Macher dieser Seite mögt Ihr überhaupt nicht?

C: Da sind wir nicht die Einzigen! Wer mag schon solche komischen Selbstdarsteller?

V: Uups, da habe ich wohl vorhin wirklich unsere einzige Fanfeindschaft übersehen!

Vielen Dank für die Blumen… Komisch allerdings, dass alle bis auf einer aus der Gruppe dem „Macher dieser Seite“ dann doch immer freundlich die Hand geben und Klönschnack halten. Und meinen Schal hab ich auch noch… Fanfeindschaft sieht anders aus…

Spaziergänge zur Geschichte des Berliner Arbeiter-Fußballs

Von 1909 bis 1933 existierte in Berlin eine lebendige Fußball-Szene abseits des bürgerlichen Sports. Unter dem Dach des Arbeiter-Turn- und Sportbund sowie ab 1929 der Kampfgemeinschaft für rote Sporteinheit ermittelte der proletarische Fußballverband Märkische Spielvereinigung alljährlich den Berliner Meister im Arbeiterfußball.

Ultras Roter Stern (URS) bieten in Zusammenarbeit mit dem Roten Stern Nordost Berlin (RSNOB) zu diesem Thema im Dezember 2010 zwei Führungen an einstigen Schauplätzen im Berliner Nordosten an. Am 19. 12. 2010 geht unser Exkurs durch Pankow…

Samstag, 18. Dezember · 14:00 – 17:00
Jahn-Sportpark, Eingang an der Bernauer Straße

Sonntag, 19. Dezember · 14:00 – 17:00
Treffpunkt S-Bahnhof Schönholz

Ultras Roter Stern Berlin vs. St. Pauli

In der neuesten, zweiten, Ausgabe ihres Fanzines „Zur Sonne. Zur Freiheit!“ widmen sich die Ultras Roter Stern aus Berlin unter anderem und völlig zurecht dem, was gerade beim FC St. Pauli abgeht, bei dem sich momentan tatsächlich Verantwortliche immer wieder positiv darauf beziehen, dass die Spieler der Lizenzspielerabteilung allesamt einen deutschen Pass haben. Eine solche positive Bezugnahme auf des nationale Kollektiv MUSS kritisiert werden!

Doch leider werden URS wie immer, wenn von St. Pauli die Rede ist, unsachlich und von ihren eigenen Identitätspolitiken geleitet…

Wer auf der einen Seite kritisiert, dass der FC St. Pauli sich als „Stadtteil-Club, der regional aufgestellt ist,“ bezeichnet, kann nicht gleichzeitig fordern, dass mensch „einen in der Region verankerten Roter-Stern-Verein“ unterstützen soll, sollte sich zumindest des damit aufgemachten Widerspruchs bewusst sein. Außerdem spielen beim FC St. Pauli alleine in der ersten Herrenmannschaft rund ein halbes Dutzend Menschen mit Migrationshintergrund, während bei sämtlichen Roter-Stern-Vereinen in der BRD nahezu ausschließlich Herkunftsdeutsche spielen. Ist das jetzt wirklich so viel besser?! Und wie viele Nicht-Kartoffeln gibt es bei der URS?!?

Die „linke Revolution“ bei St. Pauli in den 1980ern einseitig an Volker Ippig festzumachen ist auch eher halbseiden und verschweigt vollkommen, dass Sven Brux, der gegenwärtige Sicherheitsbeauftragter und Organisationsleiter des Vereins, einer derjenigen war, die damals das „Millerntor Roar“ gestartet haben und damit einen der entscheidenden Impulse für die sich formierende alternative Fankultur in der Bundesrepublik gegeben haben. Die Bedeutung des Fanladens St. Pauli als Pilotprojekt und die maßgebliche Beteiligung von St. Paulianer_innen an der Gründung von BAFF fallen auch untern Tisch.

Ich will nicht leugnen, dass sich bei St. Pauli vieles geändert hat und dass gerade was das Marketing und die Veräußerung von Rechten angeht viel Scheiße gebaut wurde, aber St. Pauli hat noch immer eines der wenigen Profiteams, die in Stadien ohne Sponsor im Namen spielen und ist was den kooperativen Umgang mit Fans und Ultras auch anderer Vereine angeht absolut vorbildlich. Auch von dem strikten Vorgehen gegen z.B. Thor Steinar-Klamotten im Stadion könnten sich so einige mal ne Scheibe abschneiden. Und welcher andere Profiverein hatte schon einen offen schwulen Präsidenten?

Auch der positive Bezug auf Vereine mit Wurzeln in der Arbeiter_innenbewegung (bei URS wird selbstverständlich nicht gegendert, sind ja wahrscheinlich auch alles echte Männer…) bei gleichzeitiger Kritik einer vom Hörensagen bekannten verkürzten Kapitalismuskritik beim FC St. Pauli verwundert mich doch etwas. Glaubt wirklich irgendwer bei traditionellen Arbeiter_innenvereinen sähe das irgendwie besser aus??? Ich denke, eher das Gegenteil ist der Fall. Im Übrigen sind sich bei St. Pauli die meisten Menschen bewusst, dass der FC Bayern München und auch Uli Hoeneß persönlich dem Verein in seiner letzten Krise sehr geholfen haben. Heutzutage ist der FC Bayern am Millerntor sicher besser gelitten als in fast allen anderen Stadien der Republik. Und das nicht nur dank der guten Verbindungen zwischen USP und Schickeria…

Die Ultras Roter Stern haben leider die Chance vertan auf das richtig erkannte Problem mit sachlicher Kritik zu reagieren. Irgendwie wirkt der ganze Artikel so, als ginge es nicht um die Sache, sondern nur um St. Pauli-Bashing und um Roter Stern-Gehype. Ich glaube nicht, dass das irgendwen überzeugt. Vielleicht sollten URS auch lieber erst mal vor der eigenen Haustüre kehren. Nach dem heutigen Tag mit dem Roten Stern Cup umso mehr…

Jedenfalls: Coole Kids kaufen sowieso kein Merchandise von Profivereinen, sondern den Kram ausm Fanladen oder von den Ultras! Aber vor allem denken coole Kids nach, bevor sie mit dem Finger auf andere zeigen…

Die PDFs von „Zur Sonne. Zur Freiheit!“ findet ihr allesamt [hier].

Roter Stern Cup – Ein Lagebericht

Der heißeste Tag des Jahres und die Auswahl des DFB soll am Spätnachmittag bei der WM im Männerfußball gegen die des argentinischen Verbandes antreten. Nicht gerade ideale Voraussetzungen für ein Fußballturnier…

Ich kam erst gegen 14 Uhr an, doch was sich mir in den kommenden etwas mehr als zwei Stunden bot, war ein Bild des Grauens. Überall Deutschlandfahnen, Deutschlandtrikots, Deutschlandvuvuzelas und das nicht nur bei den vor Ort rumhängenden Durschnittsfußballprolls, sondern erschreckenderweise auch bei den Spieler_innen (überhaupt: fast nur Typen, ey!!!) und Anhänger_innen der meisten der angetretenen Teams. Klein-Joey vom Weissenseer FC gröhlt immer wieder: „Ich liebe Deutschland!“ und als das 1:0 für die Werkself des DFB fällt, ist der Jubel nicht weniger groß als bei jedem anderen Public Viewing. Nur eine Minderheit von vielleicht zwanzig Leuten sitzt vor dem anderen Fernseher hinter dem Merchandisestand und kann es ebenfalls nicht fassen…

Dazu kommt ein wahrscheinlich selbst ernannter „Sicherheitsbeauftragter“, der eine Spielerin eines der teilnehmenden Teams rügt, weil sich offenbar pflichtbewusst eine Deutschlandfahne von einem Auto entfernt hat und schon am Vorabend zu Menschen vom Roten Stern Leipzig irgendwas meinte von die Nazis in Leipzig wären ihm lieber als Gegner_innen als die „Boatengs“ in Berlin. What the fuck!?!

Ich will den Verantwortlichen beim Roten Stern aus Berlin hier nicht vorwerfen, das sei alles ihre schuld, denn viele von ihnen standen dort genauso fassungslos herum wie ich, aber eine Veranstaltung wie diese ist leider eher ein Event zum Fußball Abgewöhnen…

Wer Deutschland liebt, muss scheiße sein!

Edit: Die Kids auf dem zweiten Photo haben nichts direkt mit dem Turnier zu tun. Sie sind überwiegend vom Weissenseer FC, einem anderen Verein, der die Sportanlage nutzt. Auf dem Photo ist auch nicht zu sehen, dass einer von ihnen of colour ist. Das ist purer Zufall. Die Kids haben bei dem Turnier das Team der Flüchtlingsinitiative Brandenburg supportet (O-Ton „die Neger“), weil die „so schönen Fußball spielten“ (was stimmt). Einer von ihnen bejubelte Tore des Teams dadaistischerweise nacheinander mit „Ghana! Ghana!“-Rufen und mit „Tor für Deutschland!“… Das Photo entstand rund um die Semifinals und was ich daran vor allem zu kritisieren finde, ist, dass sie meines wissens nach niemand gebeten hat, mit ihrer Deutschlandparade aufzuhören. Es war einfach eine weitere Treppenstufe auf dem Weg nach unten in Richtung auf den Schlandfreudentaumel während des Länderspiels…

03.06. Roter Stern Cup in Berlin

Der Rote Stern aus dem Berliner Nordosten lädt Anfang Juli zu einem Fußballturnier ein:

Am 03. Juli 2010 wird der Rote Stern Cup erstmals in Berlin ausgetragen. Wir werden einen Tag lang gemeinsam Fußball spielen, WM-Spiele schauen, Essen & Trinken und viele interessante Gespräche haben. Eingeladen sind alle bundesweit aktiven Roten Stern Vereine und die Kooperationspartner der Kampagne „love sports – hate neonazism“. Zugesagt haben neben Türkiyemspor Berlin, FC Internationale, THC Franziskaner und einigen TeBe-Fans, auch die Roten Stern Vereine aus Altenburg, Berlin, Flensburg, Halle, Hofheim, Leipzig, Lübeck, Pankow, Senftenberg, Wehringhausen und von den Eisbären.

In den Jahren 2007 und 2008 veranstaltete bereits der Rote Stern Altenburg den Roten Stern Cup, bevor er letztes Jahr leider ausfiel. Wir lassen diese mittlerweile kleine Tradition wieder aufleben und werden 2010 ein ereignisreiches Fußballturnier erleben.

Also schnürt die Töppen zusammen und kommt vorbei!

Los geht es um 10 Uhr im Stadion Buschallee, dem Ground der diesjährigen Organisatoren des Roten Stern Nordost Berlins. Vor Ort wird es auch nach der Siegerehrung um ca. 19 Uhr noch lange Musik und Sitzmöglichkeiten geben, sodass wir gemeinsam Breiten-, Linien-, Tanz-, Trink- und Diskussionssport pflegen können.

Plakat || Banner || Jingle

Auswärtssieg im Neuköllner Süden

Roter Stern Nordost BerlinKiez 44 II 5:0

Samstag, 27.03.2010, 10:00, Stadion Britz-Süd KR2, Freizeit-Bezirksliga Staffel 1 (Männer)

Der Weg ist weit von Mitte bis in den südlichen Teil des Bezirks Neukölln, aber immerhin fährt vom Bahnhof Hermannstraße ein Metrobus bis fast direkt vor den Ground. Pünktlich zum Spiel kamen dann auch die ersten Supporter_innen von Roter Stern mitsamt Transi und Fahne an und mußten ersteinmal verwundert feststellen, dass Kiez 44 II irgendwie viel zu gut spielten für ein Team das mit der zweitschlechtesten Abwehr der Liga auf dem vorletzten Tabellenplatz steht. Ein Local klärte uns auf und sagte uns, dass heute mehrere Spieler der ersten Mannschaft mitspielten. Doch all das fußballerische Können einiger der Akteure in den Trikots im Inter Mailand-Stil kann nicht verhindern, dass die Sterne nach einer herrlich und mit Ballgefühl gelösten Eins-gegen-Eins-Situation verdient mit 1:0 in Führung gingen. Vor allem der linke Flügel der Gäste iwar enorm stark und sorgte ein ums andere Mal für Gefahr im gegnerischen Strafraum. Da half es auch nichts, dass bei den Neuköllnern irgendwann in der ersten Halbzeit ein Feldspieler und Torhüter die Plätze tauschten. Nach einer recht ausgegleichenen ersten Hälfte wechselten dann zur Halbzeit auch die Roter Stern-Anhänger_innen die Spielfeldseite und blickten jetzt in die langsam hinter den Bäumen versinkende Sonne. Welch Fußballidyll!

Die zweite Hälfte begann mit einigen guten Offensivbemühungen der nun deutlich aglier und aggressiver zu Werke gehenden Kiezianer. Doch bevor es ihnen gelang ihre durchaus vorhandenen Chancen in Zählbares zu verwandeln, erzielte der Rote Stern durch einen schnell abgeschlossenen Konter das 2:0. Von diesem zweiten Gegentreffer offenbar hart getroffen, gaben sich Teile der Kiez-Abwehr zunehmend auf, und so ist es kein Wunder, dass die Sterne durch zwei weitere schön herausgespielte Treffer und einen sicher durch den Torhüter verwandelten Elfmeter am Ende mit 5:0 als deutlicher Sieger vom mittlerweile von Flutlicht beleuchtenen Platz gingen. Wenn nicht Sascha, der bullige Torhüter der Heimmannschaft gewesen wäre, der mindestens drei- oder viermal glänzend auf der Linie parierte und dafür selbst von den Gästefans anerkennenden Applaus erntete, wäre die Niederlage sicher noch um einiges deutlicher ausgefallen. Am Ende waren die Sterne einfach mindestens eine Klasse besser.

Nach diesem Sieg kann der Rote Stern dank des enorm guten Torverhältnisses von +69 bereits am kommenden Samstag zuhause gegen Fußballfan Club Berlin den Aufstieg quasi klarmachen. Das viel spannendere Rennen um die Meisterschaft jedoch wird wohl erst in ein paar Spieltagen entschieden werden, auch wenn der einzige verbleibene Konkurrent Hertha 03 II bei einem Spiel mehr bereits vier Punkte Rückstand hat. Die zur Zeit spandenste Frage ist deshalb vielleicht zur Zeit doch, wann endlich die Hundert-Tore-Schallmauer durchbrochen wird. Neun Tore fehlen noch…

Gelungene Auswärtsfahrt ins Grüne, und schön auch, das jetzt rund ums Stadion jede Menge Aufkleber der Aktion „Neukölln gegen Nazis“ hängen…


Frühaufstehen ist so mehr was für dich…

Roter Stern Nordost BerlinFC Hertha 03 II 5:0

Samstag, 27.03.2010, 10:00, Im Grund KR1 (Stadion Hansastraße?), Freizeit-Bezirksliga Staffel 1 (Männer)

Irgendwie hatte ich es tatsächlich geschafft rechtzeitig aufzustehen, und dank koscher-veganem Frühstück auf die Hand von Bäckerei Kaedtler plus Fritz Kaffee-Cola vom Späti gegenüber war ich auch bestens gerüstet für ein gesundes Frühstück in der Tram Richtung tiefstes Weißensee. Quasi als Zugabe gab es dann für die letzten drei Stationen auch noch Ersatzverkehr in den gemütlichen Bussen der BVG. Ich hatte das Glück, dass ich nicht als einzige Person nicht ganz so pünktlich war und fand dank gekonntem Hinterhergehen ziemlich schnell den Weg zum (gefühlt) letzten Sportplatz vor Brandenburg. Das 1:0 für Roter Stern nach geschätzten drei Minuten hatte ich trotzdem verpasst.

Das Spiel gegen die zweite Freizeitligamannschaft der kleinen Hertha war emotional reichlich aufgeladen. Immerhin waren es die Zehlendorfer, die dem soliden Tabellenführer in der Hinrude die bisher einzige Niederlage der Saison zugefügt hatten. Schiedrichter Utz Worlitz tat mit seiner großzügigen Kartenvergabe noch sein Übriges dazu und das am Ende nur ein Spieler von Roter Stern mit Gelb-Rot vom Platz flog, war bei seiner Regelauslegung gepaart mit dem allseits vorhandenen Hang zu Pöbeleien eigentlich fast schon ein Wunder. Aber der gute Herr kann ja nicht überall seine Augen und Ohren haben…

Der Fortgang des Spiels ist schnell zusammengefasst, denn dank vier Toren inklusive lupenreinem Hattrick in der zweiten Hälfte von irgendwem, dessen Namen ich nicht kenne, schickten die Kicker vom Stern die behäbig und arrogant auftretenden Westberliner hoch verdient mit 5:0 zurück nach kurz vor Potsdam. Die zwei bis drei wirklich guten Chancen der Feierabendtruppe mit der Sonnenklar TV-Werbung auf den Trikots machte Roter Sterns glänzend aufgelegter Schlussmann zunichte. Vielleicht fühlte sich auch deshalb einer von ihnen bemüßigt nach Spielende irgendwas von Arbeitsamt Richtung feierte Massen zu rufen. Aber so konnte der mittlerweile angerückte Nachwuchs vom Weißenseer FC und Concordia Irgendwas wenigstens mal sehen, worum es beim Fußball wirklich geht…

Beim Abpfiff waren auch tatsächlich schon zehn bis fünfzehn Zuschauer_innen vor Ort inklusive einem reichlich zerfeierten Gast von Roter Stern Leipzig, von denen dann auch einige auf dem gleichen Wege wie ich gleich weiter ziehen sollten zu Tebe gegen St. Pauli im Momsenstadion in Westend. Schön auch, dass die Mannschaft die Gäste mit Handschlag begrüßt. Und wenn mensch bedenkt, dass das hier ein Spiel in der alleruntersten Liga, der Betonklasse sozusagen, was, dann ist der Zuschauer_innenschnitt auch geradezu phänomenal eigentlich. Mit Roter Stern Nordost in seiner ersten Saison ist die Berliner Fußballlandschaft jedenfalls um eine Attraktion reicher und ich freu mich jetzt schon auf die Aufstiegsfeier.