Archiv der Kategorie 'roter stern leipzig'

Neuer Name Alte Scheiße

Der FC Sachsen Leipzig ist ja bekanntermaßen Geschichte. Mehr oder weniger offizieller Nachfolger des Vereins ist die SG Leipzig-Leutzsch, und gegen eben diese musste am Wochenende der Rote Stern Leipzig antreten. Der rein sportlich gesehen deutliche Sieg die SGLL mit 10:0 wurde überschattet von Szenen, die im Osten der Republik leider zum Fußballalltag gehören, aber dennoch nicht weniger zum kotzen sind. Homophob und antisemitische Beleidigungen, antikommunistische Pöbeleien, Kühnengruß… Alles mit dabei. Der Schiedsrichter hat wie immer nichts gemerkt und die Verantwortlichen bei der SGLL opfern sich – genuin rechter Logik folgend – lieber ein, weil Fans des RSL „Nazis raus!“ gerufen haben und damit ja alle Anwesenden voll arg beleidigt hätten. Dass sie damit allerdings was zumindest einen Gutteil des Publikums der SGLL relativ treffend charakterisiert haben, kommt SGLL-Sprecher Jamal Engel nicht in die Tüte: „Bei uns stehen Linke, Rechte und Menschen aus der Mitte zusammen im Block. Nur Extreme bleiben draußen.“ Da sieht mensch mal wieder wo sächsische CDU-Hegemonie und Extremismusdoktrin hinführen können…

Einen Bericht gibt es [hier] bei der Leipziger Volkszeitung. Gerade weil das Blatt auch die Idiot_innen zu Wort kommen lässt, ist der Artikel äußerst lesenswert.

Lila-rote Invasion


Tennis Borussia BerlinRoter Stern Leipzig 2:1

Samstag, 23.07.2011, 16 Uhr, Wally-Wittmann-Sportanlage, Freundschaftsspiel (Männer)

Wahrscheinlich wissen relativ wenige Menschen, dass die Nebenplätze des Mommsenstadions nach Wally Wittmann benannt sind und wahrscheinlich wissen genauso wenige, wer Wally Wittmann eigentlich war. Wally „Gundel“ Wittmann war eine in den späten 1920ern und frühen 1930ern erfolgreiche Charlottenburger Leichtathletin mit zahlreichen Titeln und Weltrekorden im Rucksack. Eine sehr gute Handballerin war sie wohl auch noch. Wieder eine Bildungslücke geschlossen…

Auch wenn vielleicht nicht alle so ganz genau wussten, wo sie jetzt eigentlich hin sollten, haben doch etliche den Weg auf den Sportplatz gefunden. 280 zahlende Zuschauer_innen sind wirklich nicht schlecht für ein Testspiel zweier unterklassiger Teams. Aber es waren ja auch nicht der Berliner SC und Borea Dresden, die hier aufeinander trafen, sondern TeBe und der Rote Stern aus der Messestadt. Beide Teams waren mit ganz unterschiedlichen Ausgangslagen angetreten. Während der Rote Stern als Aufsteiger antrat und auf eine gewachsene Mannschaft bauen konnte, war TeBe gerade erst in die Berlinliga abgestiegen und hatte gerade mal zehn Spieler im Kader, von denen etliche in der letzten Saison noch woanders kickten. Hinzu kamen an diesem Tag noch zahlreiche Testspieler, die sich empfehlen wollten.

Das Spiel begann eher ruhig. Rund zehn Minuten geschah erstmal nix. Die erste Chance hatten die Gäste durch einen indirekten Freistoß, die zweite die Gastgeber durch einen direkten. Aus dem Spiel raus ging nicht viel. So war es dann in der 25. Minute dann auch eine Standardsituation, die für Zählbares sorgte. Eine Ecke von rechts segelte erst an Freund und Feind vorbei, landete dann aber vor den Füßen von Alexander Greinert, der trocken abzog und den Ball in der rechten unteren Ecke versenkte. 1:0 für Tebe. Die Gastgeber machten jetzt weiter Druck, waren das klar bessere Team in dieser Phase und trafen in der Folge noch zweimal Aluminium. Die Gäste aus Leipzig kamen nur zu einem Abseitstor und dafür kann mensch sich ja bekanntlich nichts kaufen…

Nach der Pause blieb TeBe am Drücker. Erst scheiterte irgendwer (bei so vielen unbekannten Gesichtern, komm ich nicht mehr mit…) mit einem tollen Drehschuss, dann nutzte Kaan Ergün einen Torwartfehler aus und traf aus kurzer Distanz zum 2:0 (58. Minute). Kaum zwei Minuten später hatte er sogar noch das 3:0 auf dem Fuß, scheiterte aber in einer Eins-gegen-Eins-Situation am Leipziger Keeper. Die Gäste kamen erst in Fahrt, als sie mitte der zweiten Hälfte den Schiedsrichterassistenten einwechselten. Der war noch gar nicht richtig im Spiel, da fiel auch schon der Anschlusstreffer durch Mario Glaser (74. Minute), der vom Leipziger Anhang mit exzessivem Konfettiregen bejubelt wurde. Kurz darauf verletzte sich ein TeBe-Spieler nach einem Foul und musste raus. Da allerdings schon alles und jeder eingewechselt worden war, mussten die Gastgeber folglich die letzte Viertelstunde in Unterzahl über die Bühne bringen, was den Sternen weiteren Rückenwind gab. In der 88. Minute vergaben diese eine Großchance zum Ausgleich und auch in der Nachspielzeit gab es noch zwei Hochkaräter, die jedoch beide vom Keeper der Berliner abgewehrt wurden. So blieb es am Ende beim 2:1.

Viel wichtiger als des Ergebnis schien vielen Zuschauer_innen jedoch das Socializing am Spielfeldrand und auf der Party in der Innenstadt im späteren Verlauf des Abends. Sogar die legendären Biberstand Boys waren am Start. Aber das ist eine andere Geschichte…

23.07.: TeBe vs. Roter Stern Leipzig (Saisoneröffnung)

Am 23.07. findet bei Tennis Borussia Berlin die offizielle Saisoneröffnung statt. Um 16 Uhr zu Gast an der Wally-Wittmann-Sportanlage in der Waldschulallee (S-Bhf. Messe Süd) ist niemand geringeres als der Rote Stern Leipzig.

Um 20h gibt es dann noch eine After-Match-Party in den Räumen des Subversiv e.V. mit Basil Squire und den legendären Biberstand Boys gefolgt von Tanzmusisk aufgelegt von tigerXpaws, Knut und seine Atze und Kobold #1. Auf eine schöne Saison in der Berlinliga!

24.06. Ronny Blaschke – „Angriff von Rechtsaußen“

Am 24.06. findet um 19.30 Uhr im Leipziger Fischladen eine Buchvorstellung statt. Ronny Blaschke, bekannt durch sein Buch „Versteckspieler – Die Geschichte des schwulen Fußballers Marcus Urban“, stellt sein neues Buch „Angriff von Rechtsaußen“ vor, das sich mit Neonazis im Fußball befasst. Infos zum Buch gibt es [hier].

Roter Stern Leipzig steigt auf

Mit einem 0:0 gegen SG Rotation Leipzig 1950 wurde vor 780 Zuschauer_innen der sechste Aufstieg der Vereinsgeschichte klargemacht. Damit spielt der Rote Stern in der kommenden Saison in der neugeschaffenen Bezirksliga Leipzig Nord. Herzlichen Glückwunsch!

Kein zweites Brandis! Auf nach Süptitz!

Da zu befürchten steht, dass es beim Auswärtsspiel von Roter Stern Leipzig am kommenden Samstag, dem 16. April, in Süptitz wieder zu unschönen Begegnungen mit Neonazis und anderen Unsympathen kommen könnte, mobilisieren Anhänger_innen des Vereins zu einer gemainsamen Auswärtsfahrt.

Treffpunkt ist 13 Uhr am Connewitzer Kreuz. Tickets für den ebenfalls fahrenden Bus gibt es im Leipziger Fischladen oder per [Email]. Auf nach Süptitz!

Einbürgerung und Bleiberecht für Samir!

Beim Heimspiel gegen Doberschütz haben sich Fans des Roten Stern Leipzig mit Samir, einem von Abschiebung bedrohten Nachwuchsspieler des FC St. Pauli solidarisch gezeigt und dazu auch 250 Flugblätter mit folgendem Text verteilt:

Wir für Samir – Für Einbürgerung und Bleiberecht

Dass der Umgang der Behörden mit von Abschiebung bedrohten Menschen, nur menschenunwürdig sein kann, steht nicht zur Diskussion. Aber eben der Fall des dreizehnjährigen Samir, Nachwuchsspieler beim FC St. Pauli, verdeutlicht diese widerliche Praxis.
Samir kam vor 7 Jahren mit seiner Mutte…r aus Aserbaidschan in die Bundesrepublik. Auf der Flucht vor dem gewalttätigen Vater, einem Polizisten, erwartete die beiden ohne Pässe und mit Hilfe eines bezahlten Schmugglers nach Deutschland Kommenden der übliche Prozess : Asylantrag, Ablehnung, erneuter Asylantrag, Warten, Bangen – geduldeter Flüchtling in Deutschland sein eben. Trotz der Tatsache, dass er ein talentierter Fußballer und aufgeschlossener Junge ist, soll er dennoch jetzt in ein Land abgeschoben werden, das er nicht kennt und indem ihn wieder neue, nicht erwartete Probleme drohen.
Wir wollen mit der Solidaritätsaktion heute zeigen, dass uns diese menschenverachtenden Verfahren auch angehen und nicht einfach so passieren können ohne jegliche Reaktion. Freundinnen, Freunde und Bekannte waren oder sind von der deutschen Immigrationspolitik betroffen und brauchen Unterstützung wie Samir.
Engagegiert und informiert euch und wendet euch gegen diese verabscheuungswürdigen Zustände.

Einbürgerung und Bleiberecht für Samir und alle AsylbewerberInnen

Dem ist wenig hinzuzufügen…

Wir sind hier nicht im „Judenland“

Unschönes gibt es mal wieder aus dem Alltag des Roten Stern Leipzig zu berichten. Bei einem Hallenturnier in Beilrode bei Torgau kam es mal wieder zu (mensch möchte beinahe sagen „den üblichen“) Vorfällen. Neonazis rufen „Juden raus!“, der Staffelleiter stellt fest, sie befänden sich nicht im „Judenland“, ein Spieler schreit den Schiedsrichter mit „Du Jude!“ an, ein anderer zeigt den Hitlergruß. Alles innerhalb normaler Parameter also… Zum kotzen ist das!

Einen Bericht gibt es [hier] auf Tatort Brandis und ein Interview zum Thema könnt ihr [hier] bei der 11Freunde finden.

Mehderitzsch, halt’s Maul!

Auf tatortbrandis gibt es folgende Anmerkungen zum Spiel des Roten Stern Leipzig gegen Mehderitzsch zu lesen:

Das Spiel am vergangenen Sonntag gegen SV Rot Weiß Mehderitzsch, bot neben dem 2:1 Sieg für den RSL (Spielbericht), weitere Highlights. Unter blauem Himmel, bei geradezu spätsommerlichen Temperaturen, zündeten Fans Nebel und Leuchtfeuer (hier anzusehen) und neues Liedgut (“…Leute lasst euch sagen, Mehderitzsch ist geschlagen!” zur Melodie von “Kling Glöckchen”) gab es auch zu hören. Nach Abpfiff durften sich die Mehderitzscher Spieler ihre Vereinshymne, aus den Mündern hunderter RSL Fans anhören. Der Text saß (bzw. stand im Kiezkicker), die Melodie ebenso und die Mehderitzscher fanden das wohl ganz lustig.

Ein weitere Besonderheit (oder eher eine Seltenheit im Fußball) war die Schiedsrichterin, die das Spiel pfiff. Der Anteil an Schiedsrichterinnen liegt übrigens bei ausbaufähigen 2% (Quelle: Die Standart). Keine Seltenheit, sind dann allerdings sexistische Sprüche gegenüber Schiedsrichterinnen.
Und wie sollte es anders sein, kam zumindest ein Mehderitzscher Spieler nicht umhin, seiner sexistischen Vorstellung vom “Männersport” Fußball, Gehör zu verschaffen. Unzufrieden mit irgendeiner Entscheidung der Schiedsrichterin, pöbelte er sie an: “Du pfeifst wie eine Fotze!”.

Reaktion ihrerseits: keine. Vielleicht hat sie es garnicht gehört, vielleicht war sie überfordert und vielleicht hat sie derartige Beleidigungen einfach schon zu oft gehört.
Reaktionen von Spielern sind uns übrigens auch nicht bekannt.

Wir sagen: Mehderitzsch, halts Maul!

Letzterem lässt sich nur zustimmen…

Roter Stern Leipzig: Ein rotes Tuch für die Rechten

Ein Beitrag von „MDR Dabei ab 2″ befasst sich mit den rechten Umtrieben in und um Leipzig, denen sich der Rote Stern Leipzig immer wieder gegenüber sieht. Der Beitrag thematisiert sehr schön, wie das von rechtsoffener bis rechter Seite immer wieder geäußerte „Fußball hat mit Politik nichts zu tun!“ von ihnen selbst ad absurdum geführt wird, wenn sie sich in Stadien rassistisch, antisemitisch, homophob oder anderweitig diskriminierend äußeren und Andersdenkende oder Menschen, die nicht in ihr Weltbild passen, tätlich angreifen.

Gefunden bei tatortbrandis.