Archiv der Kategorie 'andere sportarten'

Berliner Rugbyderby

Berliner RCRK 03 Berlin 51:36

Samstag, 03.09.2011, 14 Uhr, Sportplatz Friedrich-Friesen-Allee, Rugby Bundesliga (Männer)

Kurz vor der Rugby-WM der Männer stieg in der Männerrugbybundesliga das erste Berliner Derby der Saison. Auf dem Homeground des Berliner Rugbyclubs ging es für die Westberliner Gastgeber gegen den Rugbyklub 03 aus Ostberlin. Der Ground ist idyllisch mitten im Olympiapark und direkt neben dem Amateurstadion der Berliner Hertha gelegen. Drum herum gibt es noch zahlreiche Reitanlagen und sogar ein Cricketfeld, auf dem offenbar auch irgendein Spiel stattfand. Und all das bei herrlichstem Spätsommerwetter.

Das Spiel war durchaus hochklassig und ging gleich gut los. Es dauerte jedoch bis zur 12. Minute bis erstmals etwas Zählbares herauskam und der BRC durch einen Versuch plus Erhöhung in Führung gehen konnte. Der RK03 kam jedoch recht schnell zum Ausgleich. In der Folge dominierten die Gastgeber jedoch eindeutig und führten zur Pause mit 29:14. In der zweiten Hälfte kamen beide Teams zu je einem sehr sehenswerten Versuch nach einem Sololauf und auch sonst hagelte es Versuche hüben wie drüben. Der BRC blieb jedoch eindeutig überlegen und die Gäste hatten vor allem, wenn es an die Erhöhung ging, nicht unbedingt ihren besten Tag. Am Ende siegten die Westberliner souverän, wenn auch nicht mit himmelweitem Vorsprung.

Der RK03 bleib damit Tabellenletzter, während der BRC auf Rang 3 vorrückt. Interessant auch die Beobachtung, dass die Fans des Ostberliner Teams sich tatsächlich signifikant anders verhalten als jene des Westberliner Teams. Letztere wirkten irgendwie gesittet bürgerlich. Erstere hatten etwas von einer Mischung aus Union Berlin und Formel 1 Gucken aufm Campingplatz bei Strausberg. Dabei ist doch der BRC der Verein, dem die Grauzonenrocker Turbolover einen Song gewidmet haben. Verrückt…

Bear City Roller Derby Represent


Berlin BombshellsHamburg Harbor Girls 175:94

Berlin Bombshells
Copenhagen Rollin Heartbreakers 316:79

Samstag, 04.06.2011, Arena Berlin

Nicht zuletzt dank Drew Barrymores Fim „Whip It“ erlebt das altehrwürdige Roller Derby gerade einen zweiten Frühling. Während in den USA bereits seit über einem Jahrzehnt wieder Frauen auf Rollschuhen schubsend und rempelnd ihre Kreise ziehen und es mittlerweile unzählige Ligen und noch weit mehr Teams gibt, ist Europa mal wieder ein wenig langsamer. Erst 2006 gründeten sich in London und Stuttgart die ersten Teams. Berlin zog mit den Berlin Bombshells bereits ein Jahr später nach und ist heute ohne Zweifel eine der Hochburgen des Sports auf dem europäischen Festland. Für einen geregelten Ligenbetrieb reicht es hierzulande aber leider noch nicht, vor allem weil es bisher in Deutschland kaum ein Dutzend Teams gibt, von denen einige noch in den Kinderrollschuhen stecken. Echte Bouts zwischen hochkarätigen Teams sind daher leider eine Seltenheit. Da ist so ein Double Header mit gleich zwei Bouts (= Matches) an einem Abend wie derjenige am vergangenen Wochenende in Berlin natürlich umso mehr ein absoluter Pflichttermin für alle, die Interesse an derlei Sportivem haben.

So versammelten sich einige Hundert Menschen bei bestem Wetter in der idyllisch an der Spree gelegenen Arena in Treptow, deren altindustrieller Charme dem Ganzen das gewisse Extra an Ambiente verlieh. Das Publikum war bunt gemischt. Rockabillies, Punks, Queer Szene, aber auch Menschen, denen ihre Subkultur nicht ins Gesicht geschrieben stand. Der Hallen-DJ hielt mehrheitlich an Klassiker aus der studentischen Rockdisco und konnte nur einmal anerkennendes Nicken meinerseits einheimsen, als er Smokin‘ Suckaz Wit Logic auflegte. Sonst gab es eine eher dröge Mischung aus Motörhead, Beastie Boys, Hives, Hot Water Music und immer und immer wieder Ramones. Aber es ging ja auch um Sport und nicht um Musik…

Aus sportlicher Sicht war der Abend je nach Blickwinkel entweder ein voller Erfolg oder eine eher mäßige Angelegenheit. Allen Anhänger_innen der Berlin Bombshells kann der Abend nur ein breites Grinsen aufs Gesicht gezaubert haben, denn in beiden Bouts waren die Gastgeber_innen deutlich bis haushoch überlegen und konnten souveräne Siege einfahren. Ohne Berliner Brille betrachtet lag aber auch genau dort das Problem, denn die meisten Sportarten sind doch dann am spannendsten anzusehen, wenn nicht schon nach wenigen Minuten klar ist, wer gewinnen wird. Gerade Roller Derby ist hier eigentlich prädestiniert für Spannung, da durch einen gelungenen Jam jederzeit locker und leicht sehr viele Punkte gut gemacht und der Bout damit wieder offen gestaltet werden kann. Das geschah an diesem Abend jedoch leider nicht. Schade, aber so ist das wohl manchmal…

Im ersten Bout traf das B-Team der Gastgeber_innen auf die Harbor Girls aus Hamburgs schönstem Stadtteil St. Pauli. Anfangs gestaltete sich das Duell noch beinahe ausgeglichen, doch je mehr Zeit verstrich, desto deutlicher wurde der Vorsprung der Bombshells. Vor allem Lizzy Slaughter und Tequila Knockout als Jammer gaben richtig Gas und machten Punkt um Punkt. Bei den Hamburger_innen war vor allem Captain Jeanne Dark herausragende Akteur_in, dicht gefolgt von Spooky Spiky und Killing Zoe. Doch am Ende war der qualitative Unterschied zwischen beiden Teams zu groß. Da halfen auch der Support des Hamburger Anhangs und die Laufduelle zwischen einem fahnenschwenkenden Hamburger Jung mit dem Berliner Maskottchen, dem I Don‘t Care Bear, nicht viel.

Wer jedoch, wie ich, glaubte der zweite Bout gegen die Rollin Heartbreakers aus Kopenhagen würde spannender verlaufen, wurde bereits nach kürzester Zeit eines Besseren belehrt. Schon zur Halbzeit führte das A-Team der Bombshells mit 136 zu 36 Punkten und am Ende konnten die Gastgeber_innen mit 316 zu 79 Punkten sogar einen neuen Teamrekord aufstellen. Die Kopenhagener_innen hatten zwar mit ihren schwarz-goldenen Outfits ganz klar den Styleoscar verdient und ihr Anhang machte ordentlich Alarm, doch auf dem Oval waren sie chancenlos. Ihr Hauptproblem lag dabei darin, dass sie immer wieder ihre jeweilige Jammer_in verloren. Gefühlt fast die Hälfte der Zeit, saß ein_e Kopenhagener_in mit Stern am Helm in der Penalty Zone. Vor allem Crazy Kris verbrachte dort so jede Menge Zeit. Martattack zeigte als Jammer_in immer wieder einige herrliche Spielzüge. Am Ende fehlte den Gästen jedoch die Konstanz. Bei den Bomshells waren vor allem Zandy Zunder, Kata Pulta und Captain Master Blaster ganz weit vorne, aber eigentlich agierte das ganze Team auf enorm hohem Niveau. Speziell die relative Fairness war dabei Teil des Erfolgsrezepts. In beiden Bouts bekamen die Berliner_innen deutlich weniger Strafen aufgebrummt und hatten dadurch viele Power Play-Situationen, die sie gekonnt ausnutzten.

Nach dem sportlichen Teil des Abends ging es dann noch weiter auf die After-Bout-Party, aber das ist eine andere Geschichte… Wichtiger ist die Ankündigung, dass am 22. Oktober wieder Roller Derby angesagt ist in Berlin. Das ist durchaus als Wink mit dem Zaunpfahl zu verstehen…

Ultras Braunschweig gegen Extremismustheorie

Beim Spiel des Frauenhandballteams der Braunschweiger Eintracht bei TV Gut Heil Barum am 23.01. haben dortige Ultras schöne Tapeten gegen den allgemeinen Extremismushype und gegen Nazis am Start gehabt.