St. Pauli Roar – Solidaritäts-Espresso

Auf St. Pauli gibt es mal wieder was Neues. Diesmal dürfen alle Koffeinjunkies sich freuen, denn ab sofort gibt es den „St. Pauli Roar Solidaritäts-Espresso“. Hier das Statement dazu auf dem entsprechenden Blog:

St. Pauli wird verbunden mit dem »Roar«. Dieser entwickelte sich in den achtziger Jahren auf der Gegengeraden im Millerntor und stand gleichermaßen für emotionale Begeisterung und Unterstützung bei Spielen des FC St. Pauli, wie für eine politische Haltung über den Verein hinaus.

Der Kampf um die Hafenstraße, Hausbesetzungen, Antifaschismus oder der Widerstand gegen Kommerzialisierung waren Teil dieser Entwicklung. Der Support und auch der Stadtteil St. Pauli hat sich mit den Jahren gewandelt. Nach wie vor gibt es aber eine politisch aktive Fanszene, für die St. Pauli nicht nur Fußball bedeutet, sondern auch Alltag, soziale Kämpfe und politische Auseinandersetzungen um das Recht auf Stadt.

Dies soll mit einem Solidaritätsespresso aufgegriffen werden, der der Unterstützung von Politik und Bewegung im Stadion und Stadtteil dient. Das Projekt von Cafe Libertad Kollektiv wird in Zusammenarbeit mit Fans und Stadtteilinitiativen organisiert um antirassistische Fanprojekte, politische Stadtteilarbeit auf St. Pauli und die Frage um das Recht auf Stadt zu fördern.

Möglichst viel der Einnahmen soll an Kleinbäuer_innen und opositionelle Genossenschaften im Herkunftsland oder politischen Faninitiativen und Stadtteilprojekten auf St. Pauli aber auch in anderen Stadtteilen zugute kommen. Der Kaffee wird pestizidfrei angebaut und solidarisch gehandelt. Oppositionelle Gruppen in den Produktionsländern werden mit 40 Cent pro kg unterstützt, darüber hinaus sollen weitere 2 Euro pro kg an Fan- und Stadteilinitiativen gehen.

Der Espresso kostet im Selbstvertrieb gemahlen 3.80 Euro als 250 g Vakuumpackung und in ganzen Bohnen 15 Euro im 1 kg Beutel.

Bezogen werden kann der Solidaritätsespresso in Stadtteilprojekten, an Fantreffpunkten oder via Internet im Shop von www.cafe-libertad.de.

Dieses Angebot ist nur aufgrund eines nicht privatwirtschaftlich gewinnorientierten Charakters zu verwirklichen. Der Kaffee wird zum Wiederverkauf daher nur in Fanprojekten, von Stadtteilinitiativen oder solidarisch gehandelt ohne Wiederverkaufsaufschläge angeboten.

Über die Verwendung von Soligeldern entscheidet ein Gremium aus Fans und Stadtteilaktivist_innen. Überschüsse und vergebene Spenden werden dokumentiert und veröffentlicht. Anträge auf Förderung können für Fanaktionen gestellt werden, deren Zweck sich gegen Faschismus, Rassismus, Sexismus, Homophobie, Antisemitismus oder Repression im Stadion und der Gesellschaft richtet. Im Rahmen der Stadtteilarbeit sollen unabhängige Projekte oder Aktivitäten gefördert werden, die der Selbstorganisierung von Anwohnerinnen und Anwohnern dienen und sich für ein Recht auf Stadt einsetzen. Die Förderung beginnt nach einer Anlaufphase von 6 Monaten.

Ihr könnt, das Projekt unterstützen, indem ihr den St. Pauli Roar bestellt und bei euch anbietet, Kneipen ansprecht ob sie ihn ausschenken wollen oder einfach nur euer Umfeld darüber informiert. Der Bio-Rohkaffee kommt von der kleinbäuerlichen Organisation Comsa aus Honduras und wird zu einem Espresso mit italienischer Röstung verarbeitet.
Die Region Marcala ist bekannt für ihren hochwertigen Kaffee und die selbstorganisierte Weiterentwicklung von Qualitätsstandars und Bioanbauverfahren. Viele Kleinbäuer_innen sind aktuell jedoch bedroht von einem Staudammprojekt und daran anknüpfenden Tagebau, der Anbauflächen und damit die Existenzgrundlage politischer Kooperativen in der Region bedroht.

Schreibt uns gerne an, wenn ihr Fragen habt oder Informationen das Projekt unterstützen wollt.

St. Pauli Roar
stpauliroar [at] gmx.de