No Wiesenhof!

Es ist bis jetzt nicht einmal mehr als nur ein Gerücht und doch ist das Entsetzen an der Weser und nicht nur da groß. Ausgerechnet der Geflügelkonzern Wiesenhof soll angeblich neuer Trikotsponsor des SV Werder Bremen werden. Viele Fans fragen sich zurecht, was da bitte schön in den Köpfen der Verantwortlichen los ist. Haben sie sich allen Ernstes zum Ziel gesetzt die Marke Werder Bremen nachhaltig und langfristig zu schädigen?

Nicht nur Tierschutzorganisationen kritisieren seit langem die Praktiken der Firma. Auch ideologisch wenig verdächtige Medien wie die ARD ([hier] ein Video) berichteten bereits mehrfach über skandalöse Zustände im Hause Wiesenhof, in dem nicht nur gesellschaftliche Standards den wenigstens halbwegs respektvollen Umgang mit anderen Lebewesen weit unterschritten werden, sondern auch Arbeitnehmer_innen unter Bedingungen arbeiten, die – um im Jargon zu bleiben – nicht artgerecht sind.

Sollte das Gerücht sich bewahrheiten und der SVW in der kommenden Saison tatsächlich mit Wiesenhof als Trikotsponsor auflaufen, wird die Führungsetage um Klaus Allofs sicher Schwierigkeiten haben, in Zukunft andere Sponsor_innen zu finden, die zum neuen Image des Vereins passen. Hier daher ein paar unverbindliche Vorschläge:

- Die japanische Walfangflotte
- Der Tierversuchskonzern Huntingdon Life Sciences
- Der Zentralverband Deutscher Pelztierzüchter
- Oder einfach gleich irgendeine Firma, die Landminen herstellt (kommt sicher auch gut an!)

[Quelle facebook]


3 Antworten auf „No Wiesenhof!“


  1. 1 Antifascist Werderfan 09. August 2012 um 6:14 Uhr

    Mensch, Mensch, Mensch….

    seit knapp 20 Jahren bin ich treuer Werderfan. In schlechten und in guten Zeiten wird die Mannschaft nach vorne gepeitscht. Nach dem sie vor einigen Jahren eine Bank als Trikotsponsor präsentierten, dachte ich mir, schlimmer gehts nicht. Aber ich wurde eines besseren belehrt. Gestern wurde mir leider klar, schlimmer geht immer…. :-( Heißt es net so schön, dass die Sponsoren eines Teams, egal ob Fussball, Handball…oder sonst einer Sportart, zu der Philosopie des jeweiligen Teams passen sollte?! Anscheind, habe ich mich seit 20 Jahren in Werder getäuscht, oder wir sind mittlerweile soweit, dass selbst grundlegende Einstellungen über Tierschutz für Kapital über Bord geworfen werden. Gegen den modernen Fussball! Solch ein Verhalten kenne ich sonst nur us der Politik….
    Jedenfalls lässt mich diese Nachricht an der Führungsriege „meines“ SVW stark zweifeln. Aber, die Hoffnung stirbt zuletzt. Solange es von keiner offiziellen Stelle bestätigt wird, bleibt mir nicht mehr als die Hoffnung, dass es nicht Wiesenhof sein wird.
    Ich kann dem Artikel nur zustimmen. Es wird sehr schwierig sein, zukünftig neue Sponsoren zu finden, sollte WIesenhof das Trikot in der kommenden Saison von Werder Bremen zieren.

    Ein Werderfan

  2. 2 ichwareinmalwerderfan 10. August 2012 um 19:58 Uhr

    Leider kein Gerücht mehr…

  3. 3 Antifascist Werderfan 18. August 2012 um 9:14 Uhr

    Ja, leider war es recht schnell kein Gerücht mehr. Ich habe heute auch einen Brief an Werder Bremen geschickt (siehe unten). Ich kann nur hoffen, dass er an die richtige Stelle kommt….

    Mitte der neunziger Jahre kam es in New York, nachdem pakistanische Kinder bei der Arbeit für Nike gefilmt wurden, zu Demonstrationen. Eine Aktivistin (dreizehnjährige Afroamerikanerin) richtete in eine Kamera eine Botschaft an Nike:
    „Nike, we made you, we will break you!“ (Nike, wir haben dich gemacht, wir werden dich auch vernichten)

    Dessen sollten sich die „Bosse“ der Fussballclubs bewusst sein und die Kraft der Fans nicht unterschätzen.

    „Razzia bei Wiesenhof“ ; „Wiesenhof missachtet Hygieneauflagen“ ; Strafanzeige gegen Wiesenhof“ ; „Schwere Tierschutzverletzungen bei Wiesenhof“ ; „Tierquä-ler bleiben unbestraft“ …etc.

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    was denken Sie, wenn Sie solche Überschriften in renommierten Printmedien oder deren Internetauftritten lesen? Haben Sie das Gefühl, solch ein Unternehmen kann ein Sportverein deutschland- und europaweit mehr Sympathien einbringen? Anscheinend müssen Sie diese Ansichten haben. Denn in den nächsten zwei Jahren wird dieses Unternehmen, welches in den letzten zweieinhalb Jahren für solche Schlagzeilen gesorgt hat (diese Artikel bilden nur einen kleinen Ausschnitt), die „Brust“ des SV Werder Bremen repräsentieren.
    Lese ich die oben genannten Schlagzeilen, schockieren Sie mich und ich vermute dahinter kein souverän geführtes Unternehmen. Der Eindruck wird beim Lesen der Artikel nicht positiver. Es geht um falsche Angaben bei Ausfuhren, mit dem Ziel Subventionen in Millionenhöhe zu erhalten (Subventionsbetrug!!), es geht um Hygienemängel, infolgedessen 800.000 (!!) Hühner vernichtet werden mussten und es geht um Tierquälerei, wo Hühner getreten, geworfen, geschleudert und gewürgt werden und dadurch das Genick gebrochen wird. Nicht einmal 12 Monate ist es her, als am 31. August 2011 in der ARD-Reportage mit dem Titel „Das System Wiesenhof. Wie ein Geflügelkonzern Tiere, Menschen und Umwelt ausbeutet“ ausgestrahlt wurde. In dieser Reportage wurden die genannten Tierrechtsverletzungen gezeigt. Sicherlich argumentiert Wiesenhof damit, dass es nie zu einer Verhandlung bzw. zu einer Verurteilung kam. Das Wiesenhof nicht verurteilt wurde, lag jedoch weniger an die Beschuldigungen, sondern vielmehr daran, dass die Aufnahmen als „rechtswidrig“ angesehen wurden. Was in vergleichbaren Fällen (Amtsgericht Cloppenburg verurteilte 2010 einen Putenmäster rechtskräftig, aufgrund solcher „illegaler“ Aufnahmen).

    Während der offiziellen Sponsorenvorstellung, am Montag den 13. August 2012, hat der Geschäftsführer des Marketings von Wiesenhof alle „Zweifler“ zu Rundgängen in Ställen eingeladen. Die Vorwürfe gegen Wiesenhof sind jedoch weitflächiger, als das sie sich nach öffentlichkeitswirksamen Rundgängen in wahrscheinlich von Wiesenhof ausgesuchten Ställen aus der Welt schaffen lassen.
    Auch möchte ich an dieser Stelle Herrn Allofs widersprechen. Dieser meinte laut werder.de im Artikel vom 13. August 2012 („Wiesenhof und Werder laden Fanclub-Vorsitzende ein“), dass sowohl der Austausch zwischen Werder und seinen Fans vorbildlich ist, als auch, dass man nicht blind in dieses Sponsoring gegangen ist. Bereits als die ersten Gerüchte um Wiesenhof auftraten, kam es zu starken Protesten der Werderanhänger. Anzeichen waren somit im Vorfeld vorhanden. Wieso sucht man erst jetzt, nachdem alles unter Dach und Fach ist, die Gespräche mit den Anhängern? Einen funktionierenden Austausch stelle ich mir anders vor. Darüberhinaus möchte ich eine Passage aus dem SV Werder Bremen Fan Ethik Kodex zitieren: „[…] wir lehnen Diskriminierung und Gewalt ab.“ Jeder neu gegründete Werder- Fanclub muss diesen Kodex unterschreiben. Wiesenhof hat es in der Vergangenheit nicht so genau mit den Tierschutzvorschriften genommen und Gewalt gegen Tiere angewendet. Ich gehe nicht davon aus, dass dieser Kodex Gewalt gegen Tiere ausklammert und alle Verantwortlichen von Werder Bremen diese befürworten. Jedoch gibt mir das Wiesenhof-Sponsoring dieses Gefühl. Schließlich lautet doch der Grundsatz eines Sponsorings, dass sowohl Sponsor als auch Gesponserter in Zielen und Philosophie übereinstimmen müssen/sollten. Entweder habe ich mich in den letzten beiden Jahrzehnten in Werder Bremen getäuscht, oder den Medien wurde nur ein Bild vorgespielt, welches so gar nicht intern bei Werder Bremen gelebt wird.

    Ich kann mich der Berliner Zeitung nur anschließen. Nach den fragwürdigen Sponsoren der vergangenen Jahren, KiK (Kinderarbeit, Billiglohn); Citibank (fragwürdige Finanzgeschäfte), ist man wohl in der Führungsriege davon ausgegangen dass die Werderfans umstrittene Sponsoren gewohnt sind und sie es schon geschluckt hätten Diesmal ist es dann halt Wiesenhof…

    Ich hätte mir gewünscht, der SV Werder Bremen hätte es im Vorfeld wie die Fast-Food-Kette McDonald’s und diverser Schweizer Supermärkte gehandhabt. Sowohl die Schweizer Supermarktkette Coop als auch die Fast-Food-Kette McDonald’s haben nach Bekanntwerden der Skandale als Reaktion die Abnahme von Wiesenhof-Waren eingestellt. Aus Angst vor Imageschäden!! Das ist nun für Werder Bremen zu spät. Der Imagescha-den ist längst da!

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