Auftakt zur besten Berlinliga seit Ewigkeiten


Tennis Borussia BerlinBSV Hürtükel 2:1 (0:0)

Sonntag, 05.08.2012, 14 Uhr, Mommsenstadion, Berlinliga (Männer)

Endlich, endlich, endlich ist die Sommerpause vorbei! Europameisterschaft, Testspiele, Olympia – all das ist irgendwie nicht das Wahre und überhaupt verspricht diese Saison in der Berlinliga eine überaus spannende zu werden. Mit Hürriyet-Burgund, dem BFC Preußen, Trabzonspor, Frohnau und Altglienicke haben sich fünf graue Mäuse aus der Liga verabschiedet – nur Lichtenberg 47 mit dem schönen Stadion werde ich wohl irgendwie vermissen. Die Neuzugänge sind demgegenüber alle ganz großen Kino. Mit Türkiyemspor und Makkabi sind zwei sehr sympathische Vereine zur Liga gestoßen, mit Tasmania Gropiusstadt erweist sich ein ehemaliger Bundesligist die Ehre, Club Italia soll ja fast so etwas wie Fans haben und der erste Gegner von TeBe, der BSV Hürtürkel, soll türkisch-nationalistischen Kreisen nahestehen, was immerhin für Konfliktpotential sorgt und sich in der vergangenen Saison auch in rassistischen und antisemitischen Äußerungen beim Spiel gegen Makkabi äußerte.

Was das angeht, so blieb an diesem leicht verregneten Sonntagnachmittag im Mommsenstadion ruhig, doch das Spiel war für eine Auftaktpartie durchaus sehenswert. Oft wirken Teams ja am ersten Spieltag noch nicht wirklich eingespielt oder müde und matt von der Vorbereitung, doch hier boten beide Teams eine ansehnliche Partie. Die besseren Karten hatte dabei zunächst das Team der Gastgeber_innen. Zählbares wollte jedoch bis zur Halbzeit nicht herausspringen. So vertrieb der Anhang – regenbedingt größtenteils auf die Tribüne umgezogen – die Zeit mit Singen und nicht wenige bewunderten vor allem das Können zweier Neuzugänge: Auf der der rechten Abwehrseite zeigte sich Fabien Thokomeni äußerst zweikampfstark und legte eine gute Mischung aus Resolutheit und Fairness an den Tag, während seine offensiven Vorstöße immer wieder mächtig Staub aufwirbelten. Noch besser zu gefallen wusste dagegen Hassan Salhab, Neuzugang von Trabzonspor, der im Sturmzentrum ordentlich Dampf machte und, auch wenn er heute mal kein Tor machte, eine echte Verstärkung zu sein scheint.

Zu Beginn der zweiten Hälfte entrollten Fans von TeBe dann zwei Tapeten – eine in Solidarität mit dem schwulen türkischen Schiedsrichter Halil İbrahim Dinçdağ und eines, das sich in türkischer Sprache gegen Rassismus und Antisemitismus richtete. Auf dem Feld ging es derweil weiter munter hin und her, wobei TeBe weiter das bessere Team war und schließlich in der 66. Minute auch völlig verdient durch einen Schuss aus der zweiten Reihe von Benny Hendschke verdient in Führung ging. Nur sechs Minuten später war es abermals Hendschke, der nach Hereingabe des bereits erwähnten Salhab per Kopf auf 2:0 erhöhte. Es spricht jedoch für die Qualität der Gäste, dass sie jetzt den Kopf nicht in den Sand bzw. Rasen steckten, sondern auf den Anschlusstreffer drängten, den Selim Erdem nur weitere drei Minuten später im Kuddelmuddel nach einem Freistoß dann auch tatsächlich erzielte. Von da an war Hürtürkel die spielbestimmende Mannschaft, doch die TeBe-Abwehr hielt dicht, und am Ende durfte der Gutteil der rund 450 Zuschauer_innen, der auf Seiten des Heimteams stand, einen im Großen und Ganzen verdienten Heimsieg bejubeln.

Für TeBe geht es jetzt Mittwoch zu einem echten Härtetest, wenn das Team auswärts beim 1. FC Wilmersdorf antritt, der in der letzten Saison mit nur einem Punkt Rückstand auf Lichtenberg Dritter geworden ist und ebenfalls mit einem Sieg – Auswärts im Derby beim Berliner SC – starten konnte. Hürtürkel hat es auch nicht leichter. Am Donnerstag gastiert Tabellenführer Hermsdorf, der am ersten Spieltag den SV Empor mit 6:1 deklassiert hat, am Columbiadamm.