Archiv für August 2012

Best Of Kommentarfunktion

*Triggerwarnung: Die hier zitierten Kommentare enthalten so ziemlich jede Art von Kackscheiße, die mensch sich nur vorstellen kann, Wer so etwas nicht lesen will, sollte lieber etwas anderes lesen.*

Anfangs wurden auf diesem Blog beleidigende und diskriminierende Kommentare einfach direkt gelöscht. Seit geraumer Zeit werden sie jedoch gesammelt und, weil es langsam ziemlich viele geworden sind, wird es Zeit für ein kleines Best Of, das dokumentieren soll, was für Mist hier hinter den Kulissen so alles eingeht:

Dauerspammer und Vollzeittroll Mark Sist meinte im Bezug auf antisemitische Facebookkommentare nach dem Länderspiel zwischen Deutschland und Israel:

Warum sollte Israel nochmal das Existenzrecht nicht abgesprochen werden?

Zur Rezension des Buches „Ultras im Abseits“ meinte Rain Is Falling, der_die seltsamerweise dieselbe falsche Email-Adresse angibt wie Mark Sist:

und warum muss man nun auch noch die sachfremde kategorie ‚gender‘ abhandeln? weil du es so willst? oder gibt es dafür objektiv irgendeinen grund, dass man fankultur auch noch durchgendern muss?…

Zum Thema Rassismus und Nationalismus in Polen und der Ukraine im Vorfeld der EM meinte Felek:

…Ausserdem bedeutet „rechts“ in Polen nicht gleich rassistisch! Gruppen wie Nat.Rad. Lager sind zwar sehr rechts,allerings nicht rassistisch und auch nicht gegen Immigranten (solange sie nicht massenhaft ankommen)…

Zum Thema „Kein Bart für Deutschland“ erklärte deOtt mit großer analytischer Schärfe:

Patriotismus ist NICHT Nationalismus!
Links UND Rechts = fürn Arach!

Zum Angriff auf eine Frau mit Griechenlandfahne auf der Berliner Fanmeile meinte ein gewisser Basti:

Selbst Schuld. Hat nix mit Natzionals. Zu tun … Wenn sie sone tusse Ist die denkt dass ihre Möpse sie schon retten werden wenn sie provokante Klamotten auf der deutschen fanmeile anzieht hätte man ihr eigentlich nch ins Knie schießen müssen!!!

Bezüglich des Nichtsingens der Nationalhymne seitens einiger Spieler der deutschen Nationalmannschaft meint Kevin Schmitz:

Lieber ein rechter Deutscher als eine Linke Bazille. Gerhard Mayer-Vorfelder hat recht. Die Ölaugen haben so nichts in der Nati verloren

Zu den homophoben und sexistischen Bannern bei Preußen Münster erklärt Tribut unter anderem:

…Sagt mal gehts noch? Fußball bleibt Fußball und Politik bleibt Politik!!!!!!! Nur weil die Deviants mit Teilen der Münsteraner Antifa Szene verfeinert sind heißt das nicht, dass sie ihren politischen Scheiß mit ins Stadion bringen müssen.

Der Preis für den beschissensten Kommentar geht dagegen ohne Frage an User hhhhhhhh888888 für den Kommentar zur Dokumentation eines Antisemitischen Banners bei Dynamo Dresden:

!!! Rostocker sind halt UNTERMENSCHEN !!!

HANSA ROSTOCK – JUDE JUDE JUDE

All dies legt eigentlich nur einen Schluss nahe: Es gibt noch viel zu tun…

Immer wieder Aachen

Beim „Derby“ im DFB-Pokal gegen Mönchengladbach fiel die Aachener Kurve mal wieder negativ auf, diesmal mit sexistischer Kackscheiße. Den Bannern nach zu urteilen scheint sich das Ganze im Block der Karlsbande abgespielt zu haben.

aachen vs mg

[Quelle Foto: mayener-alemannen.de]

Sexismus und Homphobie bei Münster vs. Bremen

Beim Sensationserfolg von Preußen Münster gegen den SV Werder Bremen gab es – diplomatisch formuliert – leider auch einige Misstöne auf den Rängen. Münsteraner Ultras, die von Beobachter_innen der Gruppe „Block O“ (Ex-“Curva Monasteria“) zugerechnet werden, zeigten Tapeten mit homophoben und sexistischem Inhalt (s.u.). Offenbar sollten damit diejenigen Bremer Gruppen, die sich seit Jahren u.a. gegen genau diese Formen von Diskriminierung wenden, provoziert werden. Der Verdacht liegt nahe, dass sich die Aktion ebenso gegen progressivere Teile der Münsteraner Szene richtete. In jedem Fall ist die Aktion eine ziemliche Fehlleistung. Nicht weniger beschissen ist jedoch, dass ein großer Teil der rund 15.000 Zuschauer_innen mit dem gezeigten anscheinend keine großartigen Probleme hatte und auch der Ordnungsdienst (s. u.) schaute tatenlos zu. Bis zur Stunde hat sich weder der Verein zu dem Vorfall geäußert, noch wäre bekannt geworden, dass der DFB vorhat in irgendeiner Weise zu reagieren. Ist wohl nicht so wichtig in deren Augen…

St. Pauli Roar – Solidaritäts-Espresso

Auf St. Pauli gibt es mal wieder was Neues. Diesmal dürfen alle Koffeinjunkies sich freuen, denn ab sofort gibt es den „St. Pauli Roar Solidaritäts-Espresso“. Hier das Statement dazu auf dem entsprechenden Blog:

St. Pauli wird verbunden mit dem »Roar«. Dieser entwickelte sich in den achtziger Jahren auf der Gegengeraden im Millerntor und stand gleichermaßen für emotionale Begeisterung und Unterstützung bei Spielen des FC St. Pauli, wie für eine politische Haltung über den Verein hinaus.

Der Kampf um die Hafenstraße, Hausbesetzungen, Antifaschismus oder der Widerstand gegen Kommerzialisierung waren Teil dieser Entwicklung. Der Support und auch der Stadtteil St. Pauli hat sich mit den Jahren gewandelt. Nach wie vor gibt es aber eine politisch aktive Fanszene, für die St. Pauli nicht nur Fußball bedeutet, sondern auch Alltag, soziale Kämpfe und politische Auseinandersetzungen um das Recht auf Stadt.

Dies soll mit einem Solidaritätsespresso aufgegriffen werden, der der Unterstützung von Politik und Bewegung im Stadion und Stadtteil dient. Das Projekt von Cafe Libertad Kollektiv wird in Zusammenarbeit mit Fans und Stadtteilinitiativen organisiert um antirassistische Fanprojekte, politische Stadtteilarbeit auf St. Pauli und die Frage um das Recht auf Stadt zu fördern.

Möglichst viel der Einnahmen soll an Kleinbäuer_innen und opositionelle Genossenschaften im Herkunftsland oder politischen Faninitiativen und Stadtteilprojekten auf St. Pauli aber auch in anderen Stadtteilen zugute kommen. Der Kaffee wird pestizidfrei angebaut und solidarisch gehandelt. Oppositionelle Gruppen in den Produktionsländern werden mit 40 Cent pro kg unterstützt, darüber hinaus sollen weitere 2 Euro pro kg an Fan- und Stadteilinitiativen gehen.

Der Espresso kostet im Selbstvertrieb gemahlen 3.80 Euro als 250 g Vakuumpackung und in ganzen Bohnen 15 Euro im 1 kg Beutel.

Bezogen werden kann der Solidaritätsespresso in Stadtteilprojekten, an Fantreffpunkten oder via Internet im Shop von www.cafe-libertad.de.

Dieses Angebot ist nur aufgrund eines nicht privatwirtschaftlich gewinnorientierten Charakters zu verwirklichen. Der Kaffee wird zum Wiederverkauf daher nur in Fanprojekten, von Stadtteilinitiativen oder solidarisch gehandelt ohne Wiederverkaufsaufschläge angeboten.

Über die Verwendung von Soligeldern entscheidet ein Gremium aus Fans und Stadtteilaktivist_innen. Überschüsse und vergebene Spenden werden dokumentiert und veröffentlicht. Anträge auf Förderung können für Fanaktionen gestellt werden, deren Zweck sich gegen Faschismus, Rassismus, Sexismus, Homophobie, Antisemitismus oder Repression im Stadion und der Gesellschaft richtet. Im Rahmen der Stadtteilarbeit sollen unabhängige Projekte oder Aktivitäten gefördert werden, die der Selbstorganisierung von Anwohnerinnen und Anwohnern dienen und sich für ein Recht auf Stadt einsetzen. Die Förderung beginnt nach einer Anlaufphase von 6 Monaten.

Ihr könnt, das Projekt unterstützen, indem ihr den St. Pauli Roar bestellt und bei euch anbietet, Kneipen ansprecht ob sie ihn ausschenken wollen oder einfach nur euer Umfeld darüber informiert. Der Bio-Rohkaffee kommt von der kleinbäuerlichen Organisation Comsa aus Honduras und wird zu einem Espresso mit italienischer Röstung verarbeitet.
Die Region Marcala ist bekannt für ihren hochwertigen Kaffee und die selbstorganisierte Weiterentwicklung von Qualitätsstandars und Bioanbauverfahren. Viele Kleinbäuer_innen sind aktuell jedoch bedroht von einem Staudammprojekt und daran anknüpfenden Tagebau, der Anbauflächen und damit die Existenzgrundlage politischer Kooperativen in der Region bedroht.

Schreibt uns gerne an, wenn ihr Fragen habt oder Informationen das Projekt unterstützen wollt.

St. Pauli Roar
stpauliroar [at] gmx.de

Einige Artikel zum Thema Aachen

In den letzten eineinhalb Wochen ist viel geschrieben worden über den Angriff rechter und rechtsoffener Aachener Hools und Ultras auf die Aachen Ultras nach dem Spiel in Saarbrücken. Hier eine kleine Zusammenstellung relativ lesenswerter Artikel zum Thema:

Aachener Zeitung (09.08.): Alemannia-Fans prügeln auf Alemannia-Fans ein

RevierSport (09.08.): Rechte greifen Aachener Ultras brutal an

11 Freunde (09.08.): Eine Hetzjagd

Zeit Online (10.08.): Aachen droht Hooligans mit drastischen Maßnahmen

Aachener Zeitung (13.08.): «Stadtverbot» für prügelnde Hooligans

Jungle World (16.08.): Die braunen Hools von Alemannia

Aachener Zeitung (16.08.): Alemannias «Fan-Krieg»: Fall für den Strafrichter

Und [hier] der Vollständigkeit halber auch noch die Presseerklärung von BAFF.

TeBe-Fans solidarisieren sich mit Aachen Ultras

Beim Spiel gegen TuS Makkabi Berlin entrollten Fans von Tennis Borussia Berlin zwei Solitapeten für die Aachen Ultras (ACU), nachdem diese in der Woche zuvor nach dem Auswärtsspiel in Saarbrücken von den rechten bis rechtsoffenen Ultras der Karlsbande, Hools und Neonazis angegriffen worden waren.

10.08. USP Party auf St. Pauli

No Wiesenhof!

Es ist bis jetzt nicht einmal mehr als nur ein Gerücht und doch ist das Entsetzen an der Weser und nicht nur da groß. Ausgerechnet der Geflügelkonzern Wiesenhof soll angeblich neuer Trikotsponsor des SV Werder Bremen werden. Viele Fans fragen sich zurecht, was da bitte schön in den Köpfen der Verantwortlichen los ist. Haben sie sich allen Ernstes zum Ziel gesetzt die Marke Werder Bremen nachhaltig und langfristig zu schädigen?

Nicht nur Tierschutzorganisationen kritisieren seit langem die Praktiken der Firma. Auch ideologisch wenig verdächtige Medien wie die ARD ([hier] ein Video) berichteten bereits mehrfach über skandalöse Zustände im Hause Wiesenhof, in dem nicht nur gesellschaftliche Standards den wenigstens halbwegs respektvollen Umgang mit anderen Lebewesen weit unterschritten werden, sondern auch Arbeitnehmer_innen unter Bedingungen arbeiten, die – um im Jargon zu bleiben – nicht artgerecht sind.

Sollte das Gerücht sich bewahrheiten und der SVW in der kommenden Saison tatsächlich mit Wiesenhof als Trikotsponsor auflaufen, wird die Führungsetage um Klaus Allofs sicher Schwierigkeiten haben, in Zukunft andere Sponsor_innen zu finden, die zum neuen Image des Vereins passen. Hier daher ein paar unverbindliche Vorschläge:

- Die japanische Walfangflotte
- Der Tierversuchskonzern Huntingdon Life Sciences
- Der Zentralverband Deutscher Pelztierzüchter
- Oder einfach gleich irgendeine Firma, die Landminen herstellt (kommt sicher auch gut an!)

[Quelle facebook]

Auftakt zur besten Berlinliga seit Ewigkeiten


Tennis Borussia BerlinBSV Hürtükel 2:1 (0:0)

Sonntag, 05.08.2012, 14 Uhr, Mommsenstadion, Berlinliga (Männer)

Endlich, endlich, endlich ist die Sommerpause vorbei! Europameisterschaft, Testspiele, Olympia – all das ist irgendwie nicht das Wahre und überhaupt verspricht diese Saison in der Berlinliga eine überaus spannende zu werden. Mit Hürriyet-Burgund, dem BFC Preußen, Trabzonspor, Frohnau und Altglienicke haben sich fünf graue Mäuse aus der Liga verabschiedet – nur Lichtenberg 47 mit dem schönen Stadion werde ich wohl irgendwie vermissen. Die Neuzugänge sind demgegenüber alle ganz großen Kino. Mit Türkiyemspor und Makkabi sind zwei sehr sympathische Vereine zur Liga gestoßen, mit Tasmania Gropiusstadt erweist sich ein ehemaliger Bundesligist die Ehre, Club Italia soll ja fast so etwas wie Fans haben und der erste Gegner von TeBe, der BSV Hürtürkel, soll türkisch-nationalistischen Kreisen nahestehen, was immerhin für Konfliktpotential sorgt und sich in der vergangenen Saison auch in rassistischen und antisemitischen Äußerungen beim Spiel gegen Makkabi äußerte.

Was das angeht, so blieb an diesem leicht verregneten Sonntagnachmittag im Mommsenstadion ruhig, doch das Spiel war für eine Auftaktpartie durchaus sehenswert. Oft wirken Teams ja am ersten Spieltag noch nicht wirklich eingespielt oder müde und matt von der Vorbereitung, doch hier boten beide Teams eine ansehnliche Partie. Die besseren Karten hatte dabei zunächst das Team der Gastgeber_innen. Zählbares wollte jedoch bis zur Halbzeit nicht herausspringen. So vertrieb der Anhang – regenbedingt größtenteils auf die Tribüne umgezogen – die Zeit mit Singen und nicht wenige bewunderten vor allem das Können zweier Neuzugänge: Auf der der rechten Abwehrseite zeigte sich Fabien Thokomeni äußerst zweikampfstark und legte eine gute Mischung aus Resolutheit und Fairness an den Tag, während seine offensiven Vorstöße immer wieder mächtig Staub aufwirbelten. Noch besser zu gefallen wusste dagegen Hassan Salhab, Neuzugang von Trabzonspor, der im Sturmzentrum ordentlich Dampf machte und, auch wenn er heute mal kein Tor machte, eine echte Verstärkung zu sein scheint.

Zu Beginn der zweiten Hälfte entrollten Fans von TeBe dann zwei Tapeten – eine in Solidarität mit dem schwulen türkischen Schiedsrichter Halil İbrahim Dinçdağ und eines, das sich in türkischer Sprache gegen Rassismus und Antisemitismus richtete. Auf dem Feld ging es derweil weiter munter hin und her, wobei TeBe weiter das bessere Team war und schließlich in der 66. Minute auch völlig verdient durch einen Schuss aus der zweiten Reihe von Benny Hendschke verdient in Führung ging. Nur sechs Minuten später war es abermals Hendschke, der nach Hereingabe des bereits erwähnten Salhab per Kopf auf 2:0 erhöhte. Es spricht jedoch für die Qualität der Gäste, dass sie jetzt den Kopf nicht in den Sand bzw. Rasen steckten, sondern auf den Anschlusstreffer drängten, den Selim Erdem nur weitere drei Minuten später im Kuddelmuddel nach einem Freistoß dann auch tatsächlich erzielte. Von da an war Hürtürkel die spielbestimmende Mannschaft, doch die TeBe-Abwehr hielt dicht, und am Ende durfte der Gutteil der rund 450 Zuschauer_innen, der auf Seiten des Heimteams stand, einen im Großen und Ganzen verdienten Heimsieg bejubeln.

Für TeBe geht es jetzt Mittwoch zu einem echten Härtetest, wenn das Team auswärts beim 1. FC Wilmersdorf antritt, der in der letzten Saison mit nur einem Punkt Rückstand auf Lichtenberg Dritter geworden ist und ebenfalls mit einem Sieg – Auswärts im Derby beim Berliner SC – starten konnte. Hürtürkel hat es auch nicht leichter. Am Donnerstag gastiert Tabellenführer Hermsdorf, der am ersten Spieltag den SV Empor mit 6:1 deklassiert hat, am Columbiadamm.

Sticker #8

Innsbruck, Café Dezentral.

Innsbruck, Café Dezentral.

Tübingen, Epplehaus.