No Dice #2


Irgendwie erscheint es in einem gewissen Licht folgerichtig, dass es in Berlin jetzt auch ein Fußballmagazin in englischer Sprache gibt. Zum einen leben in der Stadt, die wie kaum eine andere in Deutschland wenigstens an einigen wenigen Orten etwas Kosmopolitisches und Internationales verströmt, tatsächlich eine nicht zu unterschätzenden Bevölkerungsanteil von Menschen, die Englisch zur Muttersprache haben. Zum anderen ist der Berliner Fußball zwar derzeit ausgesprochen erfolglos, aber dafür soziokulturell umso interessanter. Höchstens in Leipzig oder im Ruhrgebiet gibt es derart viele Fußballvereine von Bedeutung auf so engem Raum. Neben den beiden Riesen – Hertha im Westen und Union im Osten – haben auch TeBe und der BFC Fanszenen, die diesen Namen auch verdienen. Dazu kommen Vereine wie der BAK oder Türkiyemspor, die zwar kaum Fans aber dennoch eine gewisse Relevanz haben. In den unteren Ligen tummeln sich jede Menge interessente Nischenclubs wie der THC Franziskaner, FC Internationale oder Roter Stern Nordost. Und schließlich gibt es ja auch noch Potsdam mit Babelsberg 03 und Turbine. Viel Berichtenswertes also…

In der zweiten Ausgabe widmet No Dice sich der Geschichte von Erwin Kostedde bei Hertha BSC und der von Türkiyemspor, die ja leider neben Höhen vor allem jüngst auch etliche Tiefen aufweist. Dazu gibt es einen Bericht von Union gegen Dynamo Dresden und eine Fotoserie, die verschiedene Torwarte zeigt. Alles ausgesprochen interessant und lesenswert. Ich hoffe sehr, dass das Magazin sich am Markt etablieren kann und dass die Macher_innen weiter Bock auf das Projekt haben werden. Allerdings fände ich es wünschenswert, wenn vielleicht wenigstens ein Teil der Druckkosten durch Werbung gedeckt werden könnte, denn 6,- Euro für ein nicht wirklich dickes Heft sind schon recht happig. Ich denke für 3,- oder 4,- würden gleich dreimal so viele Menschen das Teil kaufen. Verdient hätte No Dice es jedenfalls.