Erster Sieg seit Anno Tobak


FC St. Pauli1. FC Union Berlin 2:1

Dienstag, 17.30 Uhr, Millerntorstadion, 2. Bundesliga (Männer)

Der Tag fing schon gut an mit Kaffee, 11Freunde und veganer Currywurst mit Pommes und Salat zum Frühstück im Backbord. Er ging auch gut weiter mit Platten Kaufen, im Fanladen Abhängen und Freund_innen vorm Jolly Treffen. Dann noch in der Schlange vor der Gegengerade einen ehemaligen Kommilitonen getroffen und erfahren, dass er gerade Vater geworden ist (Glückwunsch nochmal!) und tolle Choreo in der Südkurve zum Einlaufen der Teams. Alles dufte also! Doch dann kam das Spiel…

Nach den – vorsichtig gesprochen – mäßigen Leistungen der letzten Wochen hatte ich ja Schlimmstes erwartet, doch zu Beginn war St. Pauli tatsächlich deutlich feldüberlegen, doch vor dem Tor lief wie so oft einfach nichts zusammen. Das 1:0 für Union durch Karls Bogenlampenkopfball nach einer Ecke in der 32. Minute empfand ich, auch wenn Union klar nicht das bessere Team war, als irgendwie folgerichtig. Zu frei konnten die Berliner im Sechzehner kombinieren und zu wenig und zu spät wurden sie dabei gestört. Danach kam St. Pauli bis zur Pause noch genau einmal aussichtsreich vor das gegnerische Tor, doch vergab Naki, wie es ja auch kaum anders zu erwarten war. Überhaupt wirkte das Team unharmonisch. Es gab kaum Kommunikation zwischen den Spielern – weder verbal noch nonverbal. Nie ein gutes Zeichen so etwas. Was ist da nur los in dem Team?! Dann war zum, Glück Halbzeit und meine Laune war im Keller…

Nach Wiederanpfiff zunächst das gewohnte Bild. St. Pauli war überlegen, bekam aber nichts auf die Ketten. In der 59. Minute gelang dann doch Kruse per Distanzschuss der Ausgleich und die Anspannung begann sich ein wenig zu lösen. Zumindest sah es jetzt nicht mehr nach einer Niederlage aus, sondern „nur noch“ nach einem unansehnlichen Unentschieden. Bezeichnend war es auch, dass es ausgerechnet ein Distanzschuss war, der den Ausgleich brachte, wo doch das Team bis dahin vor allem und mit sehr wenig Erfolg auf Flanken und Kopfbälle gesetzt hatte. Offenbar war das nicht die bestmögliche Taktik gewesen…

Union wechselte dann Mattuschka ein und mir lief es kalt den Rücken herunter. Mattuschka ist der Typ Spieler, der in der Lage ist immer und überall auch ohne ersichtlichen Grund ein Tor zu machen. Er war es dann auch, der die einzig nennenswerte Chance der Gäste in der zweiten Hälfte hatte. Er vergab jedoch glücklicherweise. St. Pauli dagegen drehte auf und setzte voll auf Sieg. Zum ersten Mal seit Ewigkeiten erarbeitete sich das Team Chance um Chance, vergab sie aber auch ein ums andere Mal, wobei aber zugegebenermaßen auch Pech in Form von Aluminium im Spiel war. Ungefähr in der 80. Minute dann jubelte alles, aus den Boxen dröhnte Blurs „Song 2“ und die Leute um mich herum lagen sich in den Armen. Mir war das Ganze jedoch nicht ganz geheuer und ich sollte leider Recht behalten. Nach Protest von Berliner Spielern rief Schiedsrichter Welz Marius Ebbers zu sich und der gibt dann auch zu, dass er das Tor à la Maradonese – also per Hand – erzielt hatte. Folglich wurde es dann doch nicht anerkannt. Ebbers gebührt sicher Respekt für seine Ehrlichkeit, die Kinnladen der Hamburger Fans jedoch hingen noch tiefer als ihre Köpfe. Und dennoch war noch nicht alles verloren. Außerdem war St. Pauli nach Gelb-Rot für Trapp, der Zambrano Style zweimal kurz nacheinander derbe hingelangt hatte, seit geraumer Zeit in Überzahl. Die Gastgeber kamen immer wieder und erpielten sich auch immer wieder sehr sehenswerte Möglichkeiten. Mit den eingewechselten Saglik und Sliskovic waren mittlerweile ja aber auch sage und schreibe drei nominelle Stürmer bei den Hanseaten auf dem Feld. Bei einem Team, das nur vier Stürmer im Kader hat, ist das so ziemlich das Offensivste, was überhaupt nur möglich ist. Das entscheidende Tor in der 92. Minute erzielte dann aber dennoch Mittelfeldakteur Fin Bartels nach Vorlage von Verteidiger Schachten. Dafür war das Tor umso sehenswerter und Bartels war – zumindest für mich – ohnehin der beste Spieler auf dem Platz. Der Rest war Jubel und Trubel und Tohuwabohu. Fußball halt…


2 Antworten auf „Erster Sieg seit Anno Tobak“


  1. 1 DBA 12. April 2012 um 6:49 Uhr

    Freunschaftsspiel Allez Allez!

  1. 1 Gegengeraden-Gerd: Jetzt rede ich! » » Spritzenspiel Pingback am 13. April 2012 um 8:56 Uhr
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