Un Morceau de Gatow


SC GatowTennis Borussia Berlin 2:2

Freitag, 06.04.2012, 14 Uhr, Sportplatz Gatow, Berlinliga (Männer)

Nicht wenige Anhänger_innen von TeBe hatten für die Auswärtsfahrt nach Gatow die Fähre über den Wannsee gewählt, doch weil mir das dann doch zu früh war, habe ich mich dann doch für die – immer noch mehr als einstündige – Anreise per S-Bahn und Bus entschieden. Gatow liegt halt doch eher ziemlich am Rand von Berlin – dafür ist es dort umso idyllischer.

Mit der Idylle war es aber schnell vorbei, denn auf Seiten TeBes waren viele nicht eben erfreut von der Neuigkeit, dass das Spiel nicht wie angekündigt auf dem Naturrasenplatz stattfinden würde, der in zu schlechtem Zustand sei, sondern auf einem kleinen Nebenplatz, dessen Kunstrasen eher an mit zu viel Sand bestreutes Moosgummi erinnerte und bei dem nicht auch nicht alle der mehreren Hundert Zuschauer_innen vernünftig dem Spielgeschehen würden können. Nach Ende der Halbzeitpause kam es aus diesem Grunde sogar zu einem Disput zwischen Spielern, Fans und Offiziellen, nachdem einige Zuschauer_innen – offenbar aus Protest – das Spielfeld bzw. die Laufbahn daneben betreten hatten. Der Schiedsrichter entschied sich dazu, die Teams wieder in die Kabine zu schicken und die zweite Hälfte erst mit einer Verzögerung von rund 30 Minuten anzupfeifen in der Hoffnung, die Gemüter hätten sich dann ein wenig beruhigt.

Rein sportlich gesehen sah es zu diesem Zeitpunkt für Tennis Borussia nicht wirklich rosig aus. Zwar hatten die Gäste mehr und auch bessere Torchancen, die vor allem aus schnellen Kontern und Standards resultierten, doch irgendwie führte dennoch Gatow. Die – zumindest den Trikots nach – graue Maus der Liga war zwar kaum vor das Tor der Lila-Weißen gekommen, zeigte aber eine ungeheure Effektivität dabei. TeBe sah zu diesem Zeitpunkt fast schon wie der zwar unglückliche, aber dennoch sichere Verlierer aus.

Die zweite Hälfte verlief dann aber doch gänzlich anders als die erste. Zwar hatten die Gemüter sich in der Tat beruhigt und auch die mit Senf verschmierte und dann ausgezogene Thor Steinar-Jacke eines Zuschauers blieb eine Anekdote am Rande. Doch vor den Augen der Zuschauer_innen, unter denen sich auch einige Gäste aus Spandau und Bayreuth befanden, entspann sich ein spannendes Spiel, das das Blut der Anwesenden wieder ordentlich in Wallung brachte. Die Anhänger_innen der Gatower waren außer sich ob der Leistung des Schiedsrichters, der jedoch – auch wenn TeBe ein, zwei gelbe Karte mehr hätte bekommen müssen – eine für die spannungsgeladene Situation durchaus okaye Leistung ablieferte. Die zwei gelb-roten Karten für die Hausherren waren jedoch nicht eben dazu geeignet, sich bei ihnen beliebt zu machen. Dabei waren beide leider völlig berechtigt. Die erste gab es nach wiederholtem gelbwürdigen Foulspiel. Die zweite holte sich ein Spieler ab, der erst einen Gegenspieler foulte und sich dann über die angebrachte gelbe Karte lautstark und nicht eben mit vornehmer Wortwahl beim Schiedsrichter beschwerte. Wer so etwas macht, muss halt damit rechnen, früher duschen zu gehen… Doch wahrscheinlich wäre das auch alles noch erträglich gewesen für die Gatower_innen, wenn Dogukan Topuz, nachdem kurz zuvor Beyazit Taflan bereits den Anschlusstreffer erzielt hatte, nicht noch in der Nachspielzeit den unterm Strich verdienten Ausgleich erzielt hätte.

Manchmal schreibt der Fußball halt Geschichten, die besser sind als jedes Drehbuch. TeBe bleibt damit einen Punkt vor Gatow, verpasst aber die Möglichkeit Anschluss an die einstelligen Tabellenplätze zu finden. So aber müssen beide Teams weiter zumindest ein Auge nach unten richten, denn zumindest Hermsdorf und die Füchse, die derzeit beide auf Anstiegsrängen stehen, sind durchaus noch nicht so weit weg, als dass sie nicht doch noch aufschließen könnten. Trabzonspor und der BFC Preussen können die Saison wohl so langsam endgültig abhaken.


1 Antwort auf „Un Morceau de Gatow“


  1. 1 teamplay 09. April 2012 um 9:13 Uhr

    der „thor steinar“-träger war natürlich ein gatower (oder zumindest kein tebe‘er), nur dass da keine missverständnisse aufkommen.

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