47 Freunde und 10.000 TeBe-Fans


SV Lichtenberg 47Tennis Borussia Berlin 0:0

Samstag, 10.03.2011, 13 Uhr, Hans-Zoschke-Stadion, Berlinliga (Männer)

In Christian Wolters „Rasen der Leidenschaften“ wird das Hans-Zoschke-Stadion ein „Schmuckkästchen“ genannt und dieser Meinung kann ich mich nur anschließen. Verkehrstechnisch günstig und nur knapp hinter der Grenze zu Friedrichshain gelegen ist das von ehemaligen Stasibauten umringte reine Fußballstadion wirklich mit das schönste, was Berlin an Spielstätten zu bieten hat. Der Polizei schien ein Spiel von TeBe in Lichtenberg jedoch offenbar nicht so ganz geheuer zu sein, wahrscheinlich weil TeBe jetzt auch Ultras hat… Jedenfalls waren mehrere Wannen der 11. Hundertschaft (was rein numerisch zum Fußball ja auch ganz gut passt) und diverse Zivis (oder heißt das so nahe am MfS dann doch IMs?!) am Start. Wirkliches Konfliktpotential war jedoch weit und breit nicht zu erkennen. Von den gut 400 Zuschauer_innen standen rund die Hälfte im Gästeblock. Support der Heimmannschaft fand jedoch nur von Seiten des Stadionsprechers und über die Lautsprecheranlage statt. Auf Lichtenberger Seite hingen zwar zwei Banner, aber mehr als ein oder zwei Pöbeleien waren nicht zu hören.

Auf dem Spielfeld ging es dagegen durchaus rasant zur Sache. Der Tabellenzweite aus Lichtenberg kam schon nach 5 Minuten zu seiner ersten Großchance. In der 10. und 11. Minute hatte jedoch auch TeBe zwei wirklich gute Möglichkeiten. Ein Distanzschuss in der 34. und ein knapp über die Latte segelnder Kopfball nach einer Ecke in der 40. rückten das Chancenverhältnis dann aber zugunsten der Gastgeber gerade. Der Anhang der Lila-Weißen schien jedoch zufrieden damit zu sein, dass ihre Elf diesmal defensiv sehr viel sicherer agierte als zuletzt gegen Trabzonspor.

Die Halbzeitpause bot dann bestes Entertainment. Ein Lichtenberger und zwei TeBe-Fans durften sich im Elfmeterschießen messen. Der verdiente Preis, ein rot-weißer Lichtenbergschal, ging dabei an einen der beiden Gästefans, was im Auswärtsblock für überbordenden Jubel sorgte. Dazu gab es dann noch eine Soli-Tapete für die Aachen Ultras. Die zweite Hälfte begann dann etwas verhalten. Erst ein Gewaltschuss eines TeBespielers von halb rechts nach einer runden Viertelstunde, der vom Lichtenberger Keeper glänzend pariert wurde, riss die Spieler aus ihrer Lethargie. Als kurz darauf ein TeBe-Spieler direkt vor der Lichtenberger Bank einen Gegenspieler ziemlich rabiat von den Beine holte und dafür völlig zurecht Gelb sah, war es mit der Ruhe völlig vorbei. Etwas Zählbares sprang jedoch trotzdem nicht heraus. Die alles in allem noch beste Chance, ein Beinahe-Eigentor per Kopf aus Seiten TeBes, wurde jedoch von Keeper Dennis Rahden vereitelt, und so blieb es bei einem durchaus unterhaltsamen, aber dennoch torlosen Unentschieden.

Einen Teil des TeBe-Anhangs zog es danach noch in die Partytram und in diverse Kneipen. Aber eher in welche, die nicht in Lichtenberg liegen…