FC St. Pauli klagt für die Fans des FCH

Eigentlich wollte ich an dieser Stelle einen Kommentar dazu verfassen, wie gut, richtig und wichtig es ist, dass der FC St. Pauli sich dazu entschieden hat gegen die Untersagungsverfügung der Polizei zu klagen, die jeglichen Ticketverkauf an Anhänger_innen des FC Hansa Rostock für das Spiel der beiden Vereine am 22. April verbietet. Nach der Südkurvenblockade vor zwei Jahren die zweite richtige Geste in Richtung Ostseestadion, bei der auf vorhandene Feindschaften geschissen wird, weil es immerhin um Präzedenzfälle geht, die alle Fans in der Bundesrepublik etwas angehen. Eigentlich wollte ich noch irgendwas dazu schreiben, dass solche Feindschaften eh ziemlicher Mumpitz sind, auch wenn ich genau so gut wie die meisten, die das hier lesen werden, weiß, dass manche Spiele halt doch irgendwie etwas Besonderes an sich haben und das FCSP vs. FCH ganz klar in diese Schublade gehört. Ja, eigentlich wollte ich da machen, aber etwas Besseres als den Kommentar im Blog des Übersteigers würde ich so oder so nicht hinbekommen, also kann ich auch einfach auf ihn verweisen:

…Und doch: All dies darf kein Grund sein, einer kompletten Fanszene die Anreise zu einem Fußballspiel zu verwehren, sonst sind wir tatsächlich schon in einem Polizeistaat angekommen.
Ohne Rücksprache mit dem DFB und der DFL, ohne Rücksprache mit den beiden beteiligten Vereinen, ohne Einbeziehung der Fanprojekte, will die Polizei hier “verfügen”. Exekutive und Judikative will die Polizei damit bereits in einer Person sein, in der Hoffnung, dass niemand die Legislative anruft.

Die Polizei spielt hier ganz klar auf den Faktor des derzeit in Deutschland herrschenden Medienhypes über die angeblich zunehmende Gewalt im Fußball, ungeachtet der Tatsache, dass dies eher in Wechselwirkung mit der seit 2005 stark zunehmenden Zahl an Polizei-Einsatzstunden einhergeht, wie u.a. im 11FREUNDE – Heft 11/2011 sehr ausführlich von Christoph Biermann und Ron Ulrich ausgearbeitet und nachzulesen. Vom zunehmenden Einsatz des Pfeffersprays und damit verbundener höherer Verletztenzahlen ganz zu schweigen…

Mehr gibt es [hier].