Linke Fankultur in Minsk darf nicht sterben

Von Seiten des Roten Sterns aus Leipzig erreicht uns folgender Aufruf zur Solidarität mit den Fans MTZ-RIPO bzw. FC Partizan Minsk in Weißrussland, dem wir hiermit gerne zu weiterer Verbreitung verhelfen wollen:

Linke Fankultur in Minsk darf nicht sterben:

Aufruf zur Solidarität!

MTZ Ripo ist ein Fußballklub aus der weißrussischen Hauptstadt Minsk, der seit 2009 unter dem Namen Partizan spielt. In den vergangenen Jahren entwickelte sich bei dem Verein eine starke antifaschistische Fan- und Ultra-Szene. Damit ist der Klub nicht nur in der ehemaligen Sowjetunion, sondern im gesamten Ostblock einzigartig.

Natürlich gibt es auch bei anderen Vereinen Ansätze einer progressiven Fankultur, doch bei MTZ Ripo steht eine Masse dahinter. Einige Hundert, zumeist junge Leute, zählen zur Fanszene, darunter viele Angehörige antifaschistischer Subkulturen (u.a. Punkrock, Hardcore, Veganismus). Die Fans widersetzen sich nicht nur der krassen Repression des autoritären Staates, sondern konnten im Laufe der Zeit die Dominanz faschistischer und neonazistischer Hooligans (u.a. vom Traditionsklub Dinamo Minsk) brechen – das Klima in der Stadt hat sich gewandelt. Der Verein mit seiner Fanszene bildet eine enorm wichtige Gegenkultur zum autoritären und extrem rechten Mainstream in der Gesellschaft. Die Ausstrahlungskraft reicht weit über die Landesgrenzen hinaus und zeigt, dass auch unter schwierigsten Bedingungen eine Alternative möglich ist.

Unterstützen wir die Rettung MTZ Ripo Minsk!

Im letzten Jahr konnte MTZ Ripo den Aufstieg in die höchste Spielklasse feiern, was die positiven Entwicklungen weiter beförderte.Im Dezember 2011 hat sich allerdings der Klubbesitzer und Sponsor Vladimir Romanov zurückgezogen. Die Suche nach neuen Sponsoren war nicht erfolgreich, die Mannschaft stellte den Spielbetrieb ein und es drohte ein endgültiges Aus.

Mit einer Rettungskampagne wollen die Fans und Ultras ihren Verein retten und zumindest die 2. Liga ermöglichen.

Der Verein benötigt insgesamt ca. 80.000 EURO für die Registrierung zur 2. Liga, die Stadionmiete und den Bürobetrieb. Bis zum April müssen die ersten 10.000 EURO gesammelt werden. Um diese Aufgabe zu stemmen, wurde eine Genossenschaft gegründet, bei der jede/r TeilnehmerIn (bisher 400, Stand 23.02.2012) einen monatlichen Betrag zahlt. Dieser Schritt zur Selbstorganisation gewährleistet, dass alle TeilhaberInnen ihres Klubs werden und die zukünftigen Entwicklungen – wie beispielsweise Personalentscheidungen – mitbestimmen können.

Für uns kann es nur heißen, diesen Klub mit seiner einzigartigen Fankultur zu unterstützen. Helfen wir mit, dass sich auch in Zukunft die antifaschistische Fankultur in Minsk im Speziellen und die progressiven, sowie antifaschistischen Subkulturen im Allgemeinen weiter entwickeln können!

Auch werden wir während der nächsten Spiele am Eingang/Grillstand/Bus für den MTZ Ripo Minsk und die dortigen antifaschistischen Strukturen Spenden sammeln.

Also Augen offen halten und Kleingeld mitbringen.

PayPal: szymon666@poczta.onet.pl (Betreff: MTZ)

Infos: mtz-ripo-soli@riseup.net

Soli-Internetblock und Spendenkonto sind in Planung


1 Antwort auf „Linke Fankultur in Minsk darf nicht sterben“


  1. 1 01.05. Solikonzert in Hamburg « fussball von links Pingback am 27. April 2012 um 13:05 Uhr
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