Archiv für Februar 2012

Antisemitische Ausfallerscheinungen beim FCK


Wie der Kicker und andere berichten, haben Anhänger_innen des 1. FC Kaiserslautern beim Training m vergangenen Sonntag ihrem Ärger über die desaströse Leistung ihres Teams Luft gemacht. Das ist vielleicht weder nett noch förderlich, aber im Grunde nicht wirklich schlimm. Schlimm, um nicht zu sagen zum Kotzen, ist es hingegen, dass etwa ein Dutzend von ihnen den israelischen Stürmer Itay Shechter, der seit Saisonbeginn für die Pfälzer spielt, antisemitisch beleidigten und den „Hitlergruß“ zeigten. Die Reaktion der Umstehenden fiel laut Kicker eher verhalten aus:

Die Polizeibeamten, die am Sonntag vor Ort waren, entfernten die Radikalen nicht vom Stadiongelände – aus „deeskalierenden Gründen“, wie FCK-Sprecher Christian Gruber gegenüber dem sid erklärte.

Allerdings solle jetzt gegen die Täter_innen, die allesamt bereits Stadionverbot haben sollen, juristisch vorgegangen werden. Möglicherweise(!!!!) sei der Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllt, so Gruber weiter.

Wenn der Verein ferner verlautbaren lässt, Rassismus habe beim FCK keinen Platz, dann kann es zwar durchaus sein, dass sie das auch wirklich so meinen, aber von einem Verein, dessen Anhänger_innenschaft am rechten Rand der Bundesliga herumlungert und bereits mehrfach durch menschenfeindliche Beschimpfungen wie etwa „Zigeuner“-Rufe aufgefallen sind, handelt es sich dabei wohl eher schlicht und ergreifend um eine beschwichtigende Fehleinschätzung, denn ganz offenbar haben Rassismus und Antisemitismus sogar einen sehr festen Platz beim FCK oder zumindest bei dessen Klientel. Selbst auf seinem Trainingsgelände, wo der Verein über Hausrecht verfügt, sahen seine Repräsentant_innen sich nicht bemüßigt Antisemit_innen des Feldes zu verweisen, was durchaus möglich gewesen wäre. Immerhin ist die Hemmschwelle zur Gewaltanwendung bei Polizeibeamt_innen ja bekanntlich berufsbedingt eher niedrig angesiedelt. Wahrscheinlich war es den Verantwortlichen aber einfach wichtiger die körperliche Unversehrtheit und „Meinungsfreiheit“ der Volksgenoss_innen zu schützen, als einen ihrer Angestellten gegen antisemitische Anfeindungen zu verteidigen.

Die Bundesrepublik Deutschland ist eben auch im Jahre 2012 noch immer ein Ort an dem jüdische Menschen sich nicht frei und sicher bewegen können, ohne Angst vor Beleidigungen und Gewalt haben zu müssen. Das Verhalten des FCK steht exemplarisch für eine Vogel-Strauß-Mentalität, die an Mittäterschaft grenzt und die nachhaltig dazu beiträgt, dass selbst krasse Ausbrüche des in der gesamten Gesellschaft weit verbreiteten Antisemitismus wohl noch lange zum Alltag in diesem Land gehören werden.

Rücktritt nach wiederholter Spielabsage

Aus dem Nordwesten Berlins erreichte uns ein Statement, dass bei uns tiefe Betroffenheit auslöste. Allerdings ist es auch nicht die Aufgabe, der Platzkommission, jeder Mücke in den Popo zu schauen! Aber sehen Sie selbst:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Borussinnen und Borussen,

gerne habe ich die Wahl zum Mommsensrasen angenommen und mich mit ganzer Kraft dem Amt gewidmet. Es war mir ein Herzensanliegen, den Zusammenhalt einzelner Grashalme zu stärken. Alle sollen sich zugehörig fühlen, die hier bei uns in der Waldschulallee leben, eine Ausbildung machen, studieren und arbeiten, ganz gleich, welche Wurzeln sie haben. Wir gestalten unsere Zukunft gemeinsam.

Ich bin davon überzeugt, dass Tennis Borussia Berlin seine wirtschaftliche und gesellschaftliche Kraft am besten entfalten und
einen guten Beitrag zur fußballerischen Eignung leisten kann, wenn die Integration auch nach innen gelingt.

Unser Stadion, das Bundesstadion Mommse, braucht einen Rasen, der sich uneingeschränkt diesen und anderen sportlich, sowie den gewalttätigen internationalen Herausforderungen widmen kann. Einen Rasen, der vom Vertrauen nicht nur einer Mehrheit, sondern einer breiten Mehrheit der Grashalme getragen wird.

Die Entwicklung der vergangenen Tage und Wochen hat gezeigt, dass dieses Vertrauen, und damit meine Wirkungsmöglichkeiten, nachhaltig beeinträchtigt sind. Aus diesem Grund wird es mir nicht mehr möglich,
das Amt des Mommsensrasens nach innen und nach außen so wahrzunehmen, wie es notwendig ist. Ich trete deshalb heute vom Amt des Mommsenrasens zurück, um den Weg zügig für die Nachfolge freizumachen.

Der Mommsenrasen

Hubnik vs. de Camargo vs. Youtube

Es ist viel debattiert worden über den Kopfstoß oder Nicht-Kopfstoß von Hubnik gegen de Camargo im Viertelfinale des DFB-Pokals zwischen der Berliner Hertha und Borussia Mönchengladbach. An den Diskussionen möchte ich mich gar nicht beteiligen, aber etliche User_innen auf Youtube offenbar schon. Hier ein Best Of von Kommentaren, wobei viele „gute“ wohl leider schon zwischenzeitlich gelöscht worden sind. Vorhang auf für astreinen Niveaulimbo:

lovemaker1972: „eindeutige taetigkeit vom berliner hurensohn zurecht elfer.scheiss verlierer.hahahaaaaaaaaa“

Zarastro1040: „In der Zeitlupe klar zu sehen dass Camargo den Kopfstoss macht. Wenn der DFB Eier in der Hose hat dann wird er gesperrt, Er selbst hätte nämlich die rote Karte verdient gehabt.“

69MADARA: „du raffst eher nicht soviel oder ? das die spieler nach einem harten einsteigen auf augenhöhe gehen erlebst du JEDES 2. gott verfickte spiel. „wer da so dumm hingeht“ ist einfach nur eine letzte billige ausreden von euch gladbach schwuchteln. die buli brauch keine südamerikanischen maedchen ! siehe das ding mit jones, de camargo gehört gebannt“

ShermanBSC: „BRYCH = HURENSOHN = DE CAMARGO“

aeroxpowerist: „so ein bastard“

MrDarvin1904: „verpissten scheiß gladbacher unverdient hoffentlich wird der hurensohn gesperrt“

FCMarvin93: „Ich würd eher sagen De Camargo ist ne Pussy schlimmer wie Marko Marin. Ihr Gladbacher habt zu eurer guten Form nun auch noch Glück aber wenn das mal vergeht und euer Reus weg ist dann seht ihr euch die Tabelle wieder von der anderen Seite an !!! “

blackolotus: „was ne muschi“

Socca333: „Wenn ich wüsste wo der sich gerade aufhält, bräuchte der Typ Polizeischutz
Was für ein Schwalbenkönig und Betrüger. Hat all meine Pokalträume als Herthaner zunichte gemacht! Was für ein verdammtes Schwein !!!!!!!!!!!“

justsupertramp: „dieser hund soll brennen!“ (btw: was ein geiler User_innenname!!!)

ROCKnROLAxxx: „Zieh Dir Dein Rock an Und Wechsel die Sportart !!!!!“

Pinola091: „hahaha ist das eine pussy xD“

ChikkoOne: „De Camargo ist und bleibt ein HUND !“

phineas9616: „haha tja Gladbacher halt. alles mongos.reus du huso“

Mingbar: „Fussball ist doch mittlerweile verkommen und viele Spieler sind nur noch überbezahlte „Püppchen“ und „Prinzessinen“.Gibt kaum noch Spieler die sich ehrlich und fair für ihr Geld den „Arsch aufreissen“ Sollten mal einige ein gepflegtes Rugby-oder Handballtraining mitmachen.“

AsianSuicideMission: „@Mingbar handball :D schwul“

CsChannelSVideo: „H-U-R-E-N-S-O-H-N“

SywHennie: „halt dein maul du dreckiger Basdard ohne Favre werd ihr nciht da oben !“ (Was ja irgendwie auch stimmt. Mal abgesehen von der Orthographie…)

MOPO OMG WTF

Die Hamburger Morgenpost hat vor dem heutigen Spiel von St. Pauli gegen den VfL Bochum mal wieder das ganz große Niveau ausgepackt…

Schokoladen bleibt! – Aktion in Babelsberg

FVL – Fussball von Links erklärt sich solidarisch mit dem Widerstand gegen die drohende Räumung des Schokoladens. Das linke Kulturprojekt in Berlin-Mitte, das in der vergangenen Saison auch kurzzeitig die Trikots von Tennis Borussia Berlin zierte, ist derzeit akut räumungsbedroht. Der Gerichtsvollzieher hat sein Kommen für den 22.02. morgens um 9 Uhr angekündigt. Das Haus ruft dazu auf, bereits um 8 Uhr morgens oder gerne auch schon am Abend vorher vor Ort zu erscheinen und die mögliche Räumung kritisch zu begleiten. Ebenfalls am Vorabend wird es eine Demonstration zum Thema geben. Dass das Thema offenbar auch andere Fußballanhänger_innen bewegt, zeigt diese Tapetenaktion bei Babelsberg 03, die gerne nachgeahmt werden darf:



[Quelle Fotos: turus.net]