Neonazis greifen TeBe-Fans in Frankfurt/Oder an

Am Dienstag, dem 27.12., kam es in Frankfurt/Oder im Rahmen eines Hallenturniers zu höchst unerfreulichen Vorfällen. Einen Text dazu aus dem Kreise aktiver Fans von Tennis Borussia Berlin, der es wert ist auch hier gepostet zu werden, gibt es auf dem Lila Kanal:

Am gestrigen Abend fand das “2. Krombacher Hallenturnier” des FC Union Frankfurt/Oder statt. Aufgrund diverser schlimmer Erfahrungen bei früheren Gastspielen von TeBe und zuletzt mehrfach Babelsberg 03 bestehende Befürchtungen hinsichtlich der Sicherheitssituation erwiesen sich leider als absolut berechtigt. Auch diesmal kam es zu massiven Angriffen durch Neonazis. Da deren Anwesenheit voraussehbar war, ist das (Nicht-)Verhalten der örtlichen Polizei der eigentliche Skandal des gestrigen Abends.

Während des gesamten Turniers, welches um 17 Uhr begonnen hatte, wurden TeBe-Fans bereits vor der Halle oder am Getränkestand bedroht, immer wieder fielen rassistische und antisemitische Parolen. Personen mit eindeutig rechtsradikaler Kleidung sowie Merchandising vom Frankfurter FC Viktoria 91 hatten sich ein Kleingruppen über die ganze Halle verteilt, interessierten sich sichtlich wenig für das Geschehen auf dem Parkett und schickten immer wieder Späher in Richtung des TeBe-Blockes. Diese provozierten dort und forderten demonstrativ via Handy weitere „Kameraden“ an, dem Gesprächspartner ankündigend, dass „es hier heute Abend noch krachen wird“. Die Provokationen wurden im Laufe der Zeit immer heftiger und als sich eine größere Anzahl Hooligans des FFC Viktoria in den TeBe-Block begab und sich gleichzeitig vor dem Hallenausgang eine größere Gruppe formierte, war die Situation so bedrohlich, dass das TeBe-Team seine Teilnahme am Turnier abbrechen musste.

Um eine Attacke am Hallenausgang zu vermeiden wurden die Fans dann gemeinsam über den Innenraum der Halle durch die Spielerkabinen in Richtung Bus geleitet. Rund um selbigen sammelten sich binnen kürzester Zeit dreißig bis vierzig Neonazis, welche die Abreise des Busses zu verhindern versuchten, indem sie das Tor des Parkplatzes schlossen und die TeBe-Fans mit Steinen und pyrotechnischen Gegenständen bewarfen. Es dauerte sehr lange, bis die nach langer Zeit endlich eingetroffene und massiv überforderte Polizei die Abfahrt gewährleisten konnte und diesen anschließend aus Frankfurt/Oder herauseskortierte.

Insgesamt sind die Sicherheitsvorkehrungen als Skandal schlechthin zu bezeichnen: Um eine Situation zu vermeiden, in der sich die TeBe-Anhänger selber verteidigen müssen, hatte man bereits im Vorfeld vehement auf das durch den Anhang des FFC Viktoria ausgehende Gefahrenpotenzial hingewiesen. Die zugesicherte Polizeipräsenz fand dann aber nicht nur nicht statt, sondern die Polizei reagierte nicht einmal auf mehrere Anrufe auf der zuständigen Wache, die von einer massiven Zuspitzung der Situation berichteten und dringlichst polizeiliche Unterstützung anforderten. Erst anderthalb Stunden später, kurz nach 21 Uhr, erschien sie dann endlich vor Ort und konnte gerade noch verhindern, dass der Bus gestürmt wurde. Letztlich ist es nur dem besonnenen Handeln der Tebe-Fans zu verdanken, dass bis zum Erscheinen der Polizei niemand zu Schaden kam.

Weshalb die Polizei es für überflüssig hielt, von Anfang an zumindest in geringer Zahl Präsenz zu zeigen, ist unbegreiflich. Fast ein Wunder, dass der Angriff letztendlich keine schwereren Verletzungen zur Folge hatte. Jeder, der das rechtsradikale und gewaltaffine Umfeld des FFC Viktoria nur ansatzweise einzuschätzen weiß, konnte sich an fünf Fingern abzählen, dass dieses das Turnier natürlich dazu nutzen würde, TeBe-Anhänger anzugreifen. Lediglich die Polizei war zu dieser Lageeinschätzung entweder nicht fähig oder willens – und macht Frankfurt/Oder mit ihrer Kopf-in-den-Sand-Strategie zu einem verdammt gefährlichen Pflaster für jeden, der den ortsansässigen Nazis und Hooligans nicht in den Kram passt.