Gelungener Ausflug nach Steglitz


SFC Stern 1900Tennis Borussia Berlin 1:3

Samstag, 10.12.2011, 16.30 Uhr, Sportplatz Schildhornstraße, Berlinliga (Männer)

Trotz Heißgetränke war an diesem Samstagspätnachmittag in Steglitz erspürbar, warum so eine Winterpause eine gute Sache ist. Andererseits kommt für TeBe die Winterpause nicht unbedingt zum günstigsten Moment, denn das Team hat momentan einen regelrechten Lauf. Drei Siege in Folge und fünf Siege aus den letzten sechs Spielen sind durchaus beachtenswert. Der SFC Stern, der in der Tabelle deutlich weiter oben rangiert, konnte hingegen zwei Spiele in Folge keinen Dreier einfahren. Für eine mehr als berlinligareife Kulisse sorgten die fast 400 Zuschauer_innen, von denen sicher zwei Drittel den Gästen zugeneigt gewesen sein dürften. Der SFC hatte zuvor angekündigt 2,- Euro pro zahlendem Gast an Tennis Borussia zu geben, da der Verein nach wie vor in einer schwierigen finanziellen Situation steckt. Sehr nette Geste! Mindestens ebenso sehr dürfte es den Anhang des Clubs vom Eichkamp jedoch freuen, dass die Gläubigerversammlung dem Insolvenzplan zugestimmt hat.

Entsprechend gut und gelöst war die Stimmung auf den Rängen, wo sich wie so oft in letzter Zeit bei TeBe auch etliche Gäste von anderen Vereinen wie Optik Rathenow, dem FC St. Pauli oder dem FSV Frankfurt eingefunden hatten. Zum Einlauf gab es nicht nur Nebel aus der Nebelmaschine, sondern auch Wunderkerzen und Konfetti und die Stimmen schienen vom Glühwein gut geölt zu sein. Anders als branchenüblich verschwendeten beide Teams keinerlei Zeit mit Abtasten oder taktischen Sperenzien. Das Spiel ging flott los und beide Teams machten ordentlich Druck. Das 1:0 für den SFC Stern durch Dennis Dort in der 6. Minute kam dennoch etwas überraschend, nicht weil das Team bis dahin schlecht gespielt hätte, sondern weil es nach einem eigentlich harmlosen Einwurf fiel, der dann irgendwie per Kopfballgewusel ins Tor verlängert wurde. Die Gäste zeigten sich von dem Rückstand jedoch keineswegs geschockt und erhöhten die Schlagzahl. Den verdienten Lohn für ihre Mühen gab es in der 17. Minute, als Benny Hendschke nach einer Ecke von links mit einem eher holperigen Distanzschuss den Ausgleich und damit gleichzeitig auch den Pausenstand erziehlte.

Die zweite Hälfte hatte kaum begonnen, da ging TeBe plötzlich in Führung. Abermals war die Entstehung des Treffers eher kurios. Von einem Steglitzer Spieler abgefälscht landete eine Ecke von Okan Isik mehr oder weniger direkt im Tor (47. Minute). Der Rückstand schien die Gastgeber doch erst richtig zu motivieren, die Mitte der zweiten Hälfte Chance um Chance hatten. Die beste vergab Riewe in der 73. Minute, als er nur den linken Pfosten trafen. Wenige Minuten später hatte der SFC erneut eine gute Möglichkeit, scheiterte jedoch zunächst an der Reaktion des Torwarts und dann am mangelnden Zielwasser. Die Strafe folgte, wie so oft, auf dem Fuße. In der 84. Minute erzielte Fatih Dilber nach einem Freistoß per Kopf das 3:1 für TeBe.

Ein eher glücklicher, aber auch nicht wirklich unverdienter Sieg. Tennis Borussia klettert damit auf Platz 11 in der Tabelle und hat mittlerweile stolze acht Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz – nicht schlecht für ein Team, das vor sieben Spieltagen noch Tabellenletzter war. Der SFC Stern verliert mit der Niederlage ein wenig den Kontakt zur Spitzengruppe, darf sich aber immerhin damit trösten ein wirklich hervorragender Gastgeber gewesen zu sein.

Vor lauter sehenswertem Fußball verpassten die meisten Zuschauer_innen dabei die totale Mondfinsternis, die sich gut zu sehen am Himmel über dem Stadion abspielte. Aber was zählt das schon, wenn das „eigene“ Team gewinnt…