Lila-rote Invasion


Tennis Borussia BerlinRoter Stern Leipzig 2:1

Samstag, 23.07.2011, 16 Uhr, Wally-Wittmann-Sportanlage, Freundschaftsspiel (Männer)

Wahrscheinlich wissen relativ wenige Menschen, dass die Nebenplätze des Mommsenstadions nach Wally Wittmann benannt sind und wahrscheinlich wissen genauso wenige, wer Wally Wittmann eigentlich war. Wally „Gundel“ Wittmann war eine in den späten 1920ern und frühen 1930ern erfolgreiche Charlottenburger Leichtathletin mit zahlreichen Titeln und Weltrekorden im Rucksack. Eine sehr gute Handballerin war sie wohl auch noch. Wieder eine Bildungslücke geschlossen…

Auch wenn vielleicht nicht alle so ganz genau wussten, wo sie jetzt eigentlich hin sollten, haben doch etliche den Weg auf den Sportplatz gefunden. 280 zahlende Zuschauer_innen sind wirklich nicht schlecht für ein Testspiel zweier unterklassiger Teams. Aber es waren ja auch nicht der Berliner SC und Borea Dresden, die hier aufeinander trafen, sondern TeBe und der Rote Stern aus der Messestadt. Beide Teams waren mit ganz unterschiedlichen Ausgangslagen angetreten. Während der Rote Stern als Aufsteiger antrat und auf eine gewachsene Mannschaft bauen konnte, war TeBe gerade erst in die Berlinliga abgestiegen und hatte gerade mal zehn Spieler im Kader, von denen etliche in der letzten Saison noch woanders kickten. Hinzu kamen an diesem Tag noch zahlreiche Testspieler, die sich empfehlen wollten.

Das Spiel begann eher ruhig. Rund zehn Minuten geschah erstmal nix. Die erste Chance hatten die Gäste durch einen indirekten Freistoß, die zweite die Gastgeber durch einen direkten. Aus dem Spiel raus ging nicht viel. So war es dann in der 25. Minute dann auch eine Standardsituation, die für Zählbares sorgte. Eine Ecke von rechts segelte erst an Freund und Feind vorbei, landete dann aber vor den Füßen von Alexander Greinert, der trocken abzog und den Ball in der rechten unteren Ecke versenkte. 1:0 für Tebe. Die Gastgeber machten jetzt weiter Druck, waren das klar bessere Team in dieser Phase und trafen in der Folge noch zweimal Aluminium. Die Gäste aus Leipzig kamen nur zu einem Abseitstor und dafür kann mensch sich ja bekanntlich nichts kaufen…

Nach der Pause blieb TeBe am Drücker. Erst scheiterte irgendwer (bei so vielen unbekannten Gesichtern, komm ich nicht mehr mit…) mit einem tollen Drehschuss, dann nutzte Kaan Ergün einen Torwartfehler aus und traf aus kurzer Distanz zum 2:0 (58. Minute). Kaum zwei Minuten später hatte er sogar noch das 3:0 auf dem Fuß, scheiterte aber in einer Eins-gegen-Eins-Situation am Leipziger Keeper. Die Gäste kamen erst in Fahrt, als sie mitte der zweiten Hälfte den Schiedsrichterassistenten einwechselten. Der war noch gar nicht richtig im Spiel, da fiel auch schon der Anschlusstreffer durch Mario Glaser (74. Minute), der vom Leipziger Anhang mit exzessivem Konfettiregen bejubelt wurde. Kurz darauf verletzte sich ein TeBe-Spieler nach einem Foul und musste raus. Da allerdings schon alles und jeder eingewechselt worden war, mussten die Gastgeber folglich die letzte Viertelstunde in Unterzahl über die Bühne bringen, was den Sternen weiteren Rückenwind gab. In der 88. Minute vergaben diese eine Großchance zum Ausgleich und auch in der Nachspielzeit gab es noch zwei Hochkaräter, die jedoch beide vom Keeper der Berliner abgewehrt wurden. So blieb es am Ende beim 2:1.

Viel wichtiger als des Ergebnis schien vielen Zuschauer_innen jedoch das Socializing am Spielfeldrand und auf der Party in der Innenstadt im späteren Verlauf des Abends. Sogar die legendären Biberstand Boys waren am Start. Aber das ist eine andere Geschichte…