Archiv für April 2011

Rijkaard Jugend Sticker

Die Rijkaard Jugend hat hübsche neue Sticker am Start:

Not, Elend, Gelb und Rot…

Tennis Borussia BerlinReinickendorfer Füchse 0:2

Freitag, 15.04.2011, 19 Uhr, Mommsenstadion, Oberliga Nordost Nord (Männer)

Endlich ist es mit der jahreszeitlichen Entwicklung soweit, dass selbst Freitagabendspiele nicht mehr im Dunkeln beginnen. Gleich ein ganz anderes Gefühl. Noch dazu grünt es überall rund um das Mommsenstadion. Eigentlich gute Voraussetzungen für ein schönes Fußballspiel.

Dabei war es eigentlich egal, ob das Spiel nun schön werden würde oder doch eher ein Hauen und Stechen. Hauptsache gewinnen. So musste das Motto für beide Teams lauten, die vor dem Spieltag als Tabellennachbarn in der Abstiegszone rangierten und nur noch den mittlerweile fast schon chancenlos abgeschlagenen Ludwigsfelder FC unter sich hatten. Entsprechend engagiert ging es dann auch zur Sache. Tennis Borussia war in der Anfangsphase deutlich feldüberlegen, konnte sich aber nicht mehr als ein paar Halbchancen erarbeiten. Die Füchse auf der Gegenseite standen ein ums andere Mal im Abseits und wenn sie es dann ausnahmsweise mal nicht taten, vergaben sie kläglich. Das Spiel fand ohnehin mehr im Mittelfeld statt. Torraumszenen waren Mangelware. Das kreativste Element auf dem Platz war da noch Schiedsrichter Patrick Kluge, der sich bei seiner Kartenvergabe offenbar eher von Sternzeichenkonstellationen als vom Spielgeschehen hat leiten lassen. Zwar war es durchaus angebracht, bei dem doch recht harten Spiel die eine oder andere Karte zu zücken, doch wirkten seine Entscheidungen, welches Foul nun zu ahnden sei und welches nicht ziemlich willkürlich. Seine folgenschwerste Fehlentscheidung traf er allerdings in der 34. Spielminute, als er nach einer Schubserei beiden Spielern nur gelb zeigte, obwohl es sich um glasklare Tätlichkeiten gehandelt hatte. Für Yann Nkanga von TeBe bedeutete das mit Gelb-Rot duschen zu gehen. Sein Gegenspieler konnte weiterspielen. Hätte er beiden Spielern Rot gezeigt, wie es angebracht gewesen wäre, wäre das Spiel vielleicht anders verlaufen. So jedoch konnte Reinickendorf, auch wenn die Lila-Weißen auch in Unterzahl das Heft nicht aus der Hand gaben, in der 45. Minute durch einen Konter von Chamkhi das 1:0 erzielen. Es war ihre erste wirkliche Torchance gewesen.

Die zweite Hälfte sah TeBe weiterhin bemüht und engagiert, doch ohne zündende Ideen. Die Füchse ihrerseits wussten mit dem Ball auch nicht recht etwas anzufangen und es wäre sicher bei dem 0:1 geblieben, wenn nicht in der 74. Minute ein Abwehrspieler von TeBe völlig unbedrängt einen simplen Pass an der Strafraumgrenze direkt in die Füße eines Gegenspielers gespielt hätte. Kevin Kruschke nahm diese Einladung gerne an und erhöhte zum 2:0 Endstand.

Spätestens in diesem Moment ist etwas zerbrochen. Wahrscheinlich die Hoffnung auf einen lila-weißen Klassenerhalt. In den Gesichtern der TeBe-Fans im E-Block stand eine Mischung aus blankem Entsetzen und trister Hoffnungslosigkeit. Zwar ist rechnerisch weiterhin alles möglich und vielleicht wäre ohne die Unterzahlsituation auch alles ganz anders gekommen, aber so gehen drei Punkte an einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf. Noch enttäuschender als das Ergebnis war dabei, wie wenig die Mannschaft auf die Reihe bekam. Keine Sicherheit beim Passspiel, kein Zug zum Tor, keine Ideen. Einzig der Einsatzwille stimmte bis zum Schluss. Was einer_m vielleicht Hoffnung machen kann, ist die Tatsache, dass die Reinickendorfer Füchse auch so unsagbar schlecht waren, dass es unwahrscheinlich scheint, dass die Truppe des Vereins mit der vorbildlichen Jugendarbeit in dieser Saison noch irgendwo punkten wird.

In einem Spiel Not gegen Elend konnte Elend einen Sieg davontragen. Aber abgerechnet wird noch immer zum Schluss.

Bleiberecht für Saikou!

Saikou Ceesay, A-Jugendspieler beim Eimsbüttler TV in Hamburg, ist akut von Abschiebung bedroht. Auch die Hamburger Morgenpost [1 , 2]berichtete bereits über den Fall. Um ihn zu unterstützen haben Freund_innen und Mannschaftskollegen von ihm einen Facebook-Event mit dem programmatischen Namen „Saikou’s Abschiebung verhindern!!!“ geschaffen, an dem mittlerweile über 30.000 Menschen teilnehmen. Hier ein Teil des Aufrufs:

Saikou hat den Fehler gemacht, dass er alleine zur Ausländerbehörde gegangen ist und niemanden hatte, der ihn beraten hat. Nun sitzt er in Billwerder. Sämtliche Jugenorganisationen, Politikausschüsse und Anwälte sind im Einsatz. Unterschriften werden gesammelt und die Mopo will über ihn berichten.

Unser guter Freund und Mannschaftskollege Saikou Ceesay sitzt in Abschiebehaft, weil er seit seinem 18. Geburtstag vor 2 Wochen vermutlich keine gültige Aufenthaltsgenehmigung mehr besitzt.
Nun muss er in das Land (Gambia) zurück, aus dem er vor ca. 2 Jahren geflüchtet ist, in dem er keine Familie und Freunde hat und in dem die Bedingungen so schlecht sind, dass wir hier sie uns kaum vorstellen können. Und all das, obwohl er sich mittlerweile sehr gut integriert hat und dieses Jahr sogar seinen Schulabschluss macht, um danach eine Ausbildung anzufangen.

Wir, seine Mannschaftskollegen und Freunde vom ETV, spielen nun seit fast einem Jahr mit Saikou zusammen Fußball und durften ihn als einen sehr hilfsbereiten, fröhlichen und liebenswerten Menschen kennen lernen, der sehr viel lacht.

Einem so guten Menschen darf so etwas nicht passieren!

Deshalb brauchen wir, und vorallem ER, Ihre Hilfe. Bitte nehmt an der Veranstaltung teil und verbreitet sie. Einfach um zu zeigen, dass ihr dagegen seid.

Wer mehr machen möchte, kann [hier] Unterschriftenlisten als PDF herunterladen und ausdrucken oder sich per Email unter saikou-bleibt@web.de mit den Unterstützer_innen in Verbindung setzen.

Kein Mensch ist illegal!

Bleiberecht für alle!

Repression gegen Fußballer in Bahrain

Die Proteste gegen die Regierung im Golfstaat Bahrain sind weitgehend und mit Hilfe von Soldaten aus dem benachbarten Saudi-Arabien niedergeschlagen worden. Was jetzt folgt, ist Repression. Davon betroffen sind auch zahlreiche Sportler_innen. Laut Al Jazeera wurden mindestens 200 Athlet_innen von internationalen Wettbewerben suspendiert. Einige traf es jedoch noch härter.

Im Fokus der Aufmerksamkeit stehen dabei die beiden Brüder A‘ala Hubail und Mohamed Hubail, beide bahrainische Fußballnationalspieler, die begleitet von einer Hetzkampagne staatlicher Medien, die sie stellvertretend für alle Protestierenden als „streunende Hyänen“ verunglimpften, verhaftet und in Handschellen vom Trainingsgelände geführt wurden. Der bahrainische Fußballverband gibt diesem Vorgehen seine Rückendeckung. Spieler_innen sei die politische Betätigung verboten, heißt es. Dass in Bahrain Fußball und Politik nichts miteinander zu tun haben dürfen, wird einige Ultras hierzulande sicher freuen zu hören…

A‘ala ist ausgebildeter Rettungssanitäter und hatte sich bei den Protesten freiwillig an der medizinischen Versorgung der Demonstrierenden beteiligt. Sein Bruder stand ihm dabei zur Seite. Beide gehören, wie die Mehrheit der „Verbannten“ zur schiitischen Minderheit, die die Proteste mehrheitlich getragen hatte.

Die deutsche Bunderegierung scheint wenig Interesse daran zu haben, was in Manama vor sich geht. Im Gegensatz zu Libyien gibt sie sich – genau wie so ziemlich jede andere Regierung – äußerst wortkarg, obwohl auch hier Militär, sogar Militär aus einem anderen Land, gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt wurde. Über 40 Menschen starben bislang. Die Bundesrepublik ist übrigens einer der fünf wichtigsten Handelspartner_innen Bahrains…

Ultrash Festival in Potsdam

Auch in diesem Jahr veranstalten die Ultras Babelsberg und RASH Berlin Brandenburg wieder ein „Ultrash“-Festival. Stattfinden wird das Ganze am 20. und 21. Mai im Freiland/Potsdam. Nähere Infos gibt es [hier].

Kiezblick Babelsberg

Aus den Straßen Babelsbergs kommt der sympathische Street Art-Blog kiezblick mit zahlreichen schicken Fotos von Kiez und Kiezverschönerungen rund um das Karl-Liebknecht-Stadion und sei hiermit uneingeschränkt empfohlen.

Kein zweites Brandis! Auf nach Süptitz!

Da zu befürchten steht, dass es beim Auswärtsspiel von Roter Stern Leipzig am kommenden Samstag, dem 16. April, in Süptitz wieder zu unschönen Begegnungen mit Neonazis und anderen Unsympathen kommen könnte, mobilisieren Anhänger_innen des Vereins zu einer gemainsamen Auswärtsfahrt.

Treffpunkt ist 13 Uhr am Connewitzer Kreuz. Tickets für den ebenfalls fahrenden Bus gibt es im Leipziger Fischladen oder per [Email]. Auf nach Süptitz!

Tatort Stadion in Neumünster

Nach Berlin ist die „Tatort Stadion“-Ausstellung nun in Neumünster zugegen. Vom 11. bis zum 21. April ist die Ausstellung im Rathausfoyer zu bewundern. Im Rahmenprogramm läuft unter anderem der Film „Gegengerade“. Dazu gibt es ein Kleinfeldturnier, eine Podiumsdiskussion und einen Workshop für Vereine.

Dynamo geht’s noch?

Beim Drittligaspiel Hansa Rostock gegen Dynamo Dresden übten sich einige Dresdener_innen mal wieder im geistigen Tiefflug.

Antisemit_innen auf’s Maul!

[via ericcantona]

Becherwürfe, Schuld und Sühne – Ein Kommentar

Auf SportsWire ist ein Kommentar zu den Diskussionen um den Becherwurf von St. Pauli erschienen. Hier ein Auszug:

Nur noch wenige Minuten waren zu spielen am Millerntor. Der FC St. Pauli lag nach schwacher Leistung gegen Schalke mit 0:2 zurück und hatte bei zwei Mann Unterzahl auch wenig Chancen darauf, an diesem Ergebnis noch etwas zu ändern. Plötzlich wirft jemand von den teuren Sitzplätzen auf der neuen Haupttribüne aus einen Bierbecher. Es ist nicht der erste und auch nicht der letzte, der an diesem Tag fliegt, doch dieser trifft. Von dem halbvollen Wurfgeschoss im Nacken getroffen sackt Schiedsrichterassistent Thorsten Schiffner in sich zusammen und wirkt kurz irritiert. Schiedsrichter Aytekin unterbricht das Spiel und entscheidet, nachdem er sich mit seinen beiden Assistenten beraten hat, das Spiel abzupfeifen. Zu diesem Zeitpuntk wären noch zwei Minuten zu spielen gewesen. Die Fans im Stadion und auch einige Spieler sind verwirrt bis empört. Immerhin haben sie, anders als die Menschen vor den Fernsehschirmen, nicht mitbekommen, was eigentlich geschehen ist. Genauso wenig können sie wissen, dass Assistent Schiffner richtig lag, als er in der 65. Minute ein Tor von Boll wegen passiven Abseits nicht gegeben hatte. Es dürfte vor allem diese Szene gewesen sein, die den Bierbecherwerfer zu seiner Tat bewegt hat.

Nach dem Spiel sind sich fast alle einig. Der Becherwurf war unter aller Sau. Zwar wirft sich Schalke-Neutrainer Rangnick noch für St. Pauli in die Bresche, indem er darauf verweist, dass die Schalke-Fans ja auch mit Gegenständen geworfen hätten, und St. Pauli-Keeper Pliquett meint zum NDR, dass so etwas doch Usus sei und er ständig beworfen und auch getroffen werden würde. Doch im Grunde sagen und wissen alle, dass egal wie üblich so etwas sein mag, es dennoch falsch ist und die körperliche Unversehrtheit jedes Menschen höher anzusiedeln ist als das Spielgeschehen. Selbst im Forum der St. Pauli-Fans, in dem sich oft und gerne gezofft wird, herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass dieser Bierbecherwurf dumm, falsch und schädlich für den Verein war.

Und [hier] der ganze Artikel.