Viva con Agua im kreativen Tiefflug

Zwar hat sich der gemeinnützige Verein Viva con Agua um den ehemaligen St. Pauli-Profi Benjamin Adrion mittlerweile von dem Poster, das unten zu sehen ist, distanziert, doch stellt sich die Frage, wie es überhaupt soweit kommen konnte. Immerhin wird doch eigentlich im Umfeld des FC St. Pauli schon hin und wieder mal Wert auf Antisexismus gelegt. Das dummdreiste, objektivierende Plakat entstand im Rahmen des Young Lions Print Wettbewers, bei dem es darum ging, ein Plakatmotiv für Viva con Agua zu entwerfen, dass dann auch wirklich plakatiert werden sollte. Das Siegermotiv mit dem programmatischen Titel „Wet T-Shirt“ stammt von Simon Sturm und Markus Peitz. Zum Sieger gekürt wurde das Motiv von dieser Jury:

Christian Wiebe (Viva con Agua-Pressesprecher), Timm Weber (Grabarz & Partner), Jan Geschke (Geschke Pufe Berlin), Thomas Heyen (Lukas Lindemann Rosinski), André Baxmann (Baxmann Kommunikation), Thorsten Langemeier (Getty Images) und Florian Weischer (WerbeWeischer).

Wie off the record so schön feststellt:

Alles Männer. Bis auf die Quoten-Frau Judith Stephan (w&v), die sich vermutlich nass geschwitzt hat in ihrem T-Shirt.

Die Jury habe das Motiv ausgewählt „gerade vor dem Hintergrund, dass eine Plakatierung im Umfeld der Hamburger Reeperbahn geplant war“, heisst es in einer Erklärung auf der Youg Lions Seite. Natürlich ist so ein Motiv im Umfeld von Sexarbeiot noch viel, viel lustiger als ohnehin schon…

Das Siegerteam wird die Bundesrepublik trotz allem beim internationalen Wettbewerb in Cannes repräsentieren. Hoffentlich ist die Jury dort etwas mehr Ahnung von Sexismus in der Werbung als die in Deutschland. Wenigstens wird auf Wunsch von Viva con Agua das Motiv nicht plakatiert werden. Das ist allerdings auch das allermindeste…

Viva con Agua ist eine gute Idee. Geschichten wie diese können da sehr viel kaputt machen. Hoffentlich passiert so etwas nicht nochmal…


7 Antworten auf „Viva con Agua im kreativen Tiefflug“


  1. 1 kommunistin 19. April 2011 um 18:36 Uhr

    was soll so schlimm daran sein? Schöne menschen und sexualität sind doch toll und das model wurde sicher nicht dazu gezwungen, sondern wollte mittel(plakat) und zweck(aqua-dings) voranbringen. Ich mag das plakat!

  2. 2 fussballvonlinks 19. April 2011 um 19:15 Uhr

    ich denke auch das model ist (wenn sie denn überhaupt wusste, worum es ging) nicht diejenige, an die hier kritik gehen sollte. dass aber zwei männer sich das ausdenken und dann eine jury aus fast nur männern das prämiert, offenbar ohne darüber nachzudenken, für was hier eigentlich geworben wird und welche assoziationen das plakat auslöst (bei mir: ballermann, wet t-shirt-contest, prolltourist_innen, schlimme schlimme dorfdiscos), finde ich schon problematisch.die botschaft die gesendet werden soll ist halt nicht immer die, die am ende auch gesendet wird…

  3. 3 kommunistin 19. April 2011 um 20:03 Uhr

    so quatsch-assoziationen kriegen auch nur linke auf die reihe

  4. 4 fussballvonlinks 20. April 2011 um 2:30 Uhr

    mal in echt. alleine die aussage „schöne menschen… sind doch toll“ ist echt zum mit der flachenhand auf die stirn hauen…

    ich zitier mal …but alive: „und niemand erklärt dir den unterschied zwischen sexismus und sexualität und im alter von zwölf da hast du’s gelernt. die erste bravo sonst bist du zu spät. und jettzt findest du für alles einen grund, damit es bleibt wie es ist. für jeden schwachsinn eine rechtfertigung…“

  5. 5 mrslovett 20. April 2011 um 14:38 Uhr

    aufregung kann ich verstehen, ich halte das plakat für ebenso unangemessen, unpassend und ekelhaft wie du/ ihr.
    trotzdem sollte man aufpassen: ich denke nicht dass man vca in irgendeiner weise schuld dafür geben kann.
    so wie ich es verstehe wurde der vorschlag eingereicht und von einer jury, in welcher lediglich ein einziges vca mitglied saß, als gewinner benannt, daraufhin hat sich vca davon distanziert.
    ich weiß natürlich nicht, wie viel mitentscheidungsrecht dieser eine vca mensch tatsächlich hatte, in den meisten juries gehts ja aber demokratisch zu. wenn dieser eine mensch eben gegen dieses plakat gestimmt hat, konnte diese eine stimme vermutlich nicht viel ändern.
    gut und richtig ist es, dass vca sofort auf distanz zu diesem plakat gegangen ist und es als zu vca unpassend bezeichnete.
    einen vorwurf kann man vca, meiner meinung nach, daraus wirklich nicht machen.

  6. 6 fussballvonlinks 20. April 2011 um 15:33 Uhr

    dear mrslovett, es ist nicht unbedingt nett, jemanden einfach mal so als ekelhaft zu bezeichnen. noch dazu, wenn nicht mal klar ist, wer überhaupt gemeint sein soll. vom warum mal ganz zu schweigen…

  7. 7 mrslovett 21. April 2011 um 18:14 Uhr

    das ekelhaft bezieht sich aufs plakat… ich dachte das wär eindeutig gewesen, entschuldigung.

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