Becherwürfe, Schuld und Sühne – Ein Kommentar

Auf SportsWire ist ein Kommentar zu den Diskussionen um den Becherwurf von St. Pauli erschienen. Hier ein Auszug:

Nur noch wenige Minuten waren zu spielen am Millerntor. Der FC St. Pauli lag nach schwacher Leistung gegen Schalke mit 0:2 zurück und hatte bei zwei Mann Unterzahl auch wenig Chancen darauf, an diesem Ergebnis noch etwas zu ändern. Plötzlich wirft jemand von den teuren Sitzplätzen auf der neuen Haupttribüne aus einen Bierbecher. Es ist nicht der erste und auch nicht der letzte, der an diesem Tag fliegt, doch dieser trifft. Von dem halbvollen Wurfgeschoss im Nacken getroffen sackt Schiedsrichterassistent Thorsten Schiffner in sich zusammen und wirkt kurz irritiert. Schiedsrichter Aytekin unterbricht das Spiel und entscheidet, nachdem er sich mit seinen beiden Assistenten beraten hat, das Spiel abzupfeifen. Zu diesem Zeitpuntk wären noch zwei Minuten zu spielen gewesen. Die Fans im Stadion und auch einige Spieler sind verwirrt bis empört. Immerhin haben sie, anders als die Menschen vor den Fernsehschirmen, nicht mitbekommen, was eigentlich geschehen ist. Genauso wenig können sie wissen, dass Assistent Schiffner richtig lag, als er in der 65. Minute ein Tor von Boll wegen passiven Abseits nicht gegeben hatte. Es dürfte vor allem diese Szene gewesen sein, die den Bierbecherwerfer zu seiner Tat bewegt hat.

Nach dem Spiel sind sich fast alle einig. Der Becherwurf war unter aller Sau. Zwar wirft sich Schalke-Neutrainer Rangnick noch für St. Pauli in die Bresche, indem er darauf verweist, dass die Schalke-Fans ja auch mit Gegenständen geworfen hätten, und St. Pauli-Keeper Pliquett meint zum NDR, dass so etwas doch Usus sei und er ständig beworfen und auch getroffen werden würde. Doch im Grunde sagen und wissen alle, dass egal wie üblich so etwas sein mag, es dennoch falsch ist und die körperliche Unversehrtheit jedes Menschen höher anzusiedeln ist als das Spielgeschehen. Selbst im Forum der St. Pauli-Fans, in dem sich oft und gerne gezofft wird, herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass dieser Bierbecherwurf dumm, falsch und schädlich für den Verein war.

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