BWL-Sprech trifft Adorno-Zitat

In der aktuellen Ausgabe der Jungle World befindet sich ein interessanter Artikel über die Sozialromantiker Sankt Pauli. Den ganzen Artikel gibt es [hier] und einen Auszug hier:

Adi Preißler sagte einmal: »Entscheidend is’ auf’m Platz.« Doch welche Ausmaße die Kommerzi­alisierung des Fußballsports annehmen würde, ahnte er damals wohl nicht. Heute stellt der sportliche Teil im Profifußball nur noch einen Aspekt unter vielen dar. Gute Spieler und Trainer lassen sich ihre Arbeitszeit übertariflich entlohnen und das Geld für die Personalkosten muss irgendwie eingenommen werden. Dabei wird ein immer kleinerer Teil der Einnahmen im Stadion selbst erwirtschaftet. Werbeverträge, Mäzenatentum und Fernseheinnahmen spielen eine weitaus wichtigere Rolle. Dass die Fans jedoch nicht zwangsläufig jeden Weg begrüßen, mit dem ein Verein an neues Kapital kommen möchte, mussten kürzlich die Verantwortlichen des FC St. Pauli feststellen.


2 Antworten auf „BWL-Sprech trifft Adorno-Zitat“


  1. 1 Lotta 11. Februar 2011 um 22:48 Uhr

    Ein guter Artikel!
    Mich würde ja auch nochmal interessieren, inwiefern der Verein Geldeinnahmen durch die Kindertagesstätte hat.
    Als Fachfrau musste ich dort leider feststellen, dass sowohl die Räumlichkeiten als auch die Anzahl des Personals den Bedürfnissen der Kinder nicht gerecht werden können. Bezogen auf die Personal-Situation hoffe ich auf Besserung, aber die Räumlichkeiten sind nuneinmal, wie sie sind. Von Architekten perfekt durchgestylt mit wenig Raum zur Auslebung der kindlichen Kreativität. & außerdem sehr klein. Die Kacheln mit St. Pauli Logo auf dem Klo schienen bei der Planung im Vordergrund zu stehen.

  2. 2 jurij 14. Februar 2011 um 13:49 Uhr

    schöner artikel. gute zusammenfassung der situation. kannte einiges nich‘. die kritik am „wertkonservativen“ und der zurückhaltung finde ich allerdings unfair. obwohl sie wahrscheinlich doch passend ist. den sozialromantiker*innen würde ich aber schon emanzipatorische ziele attestieren. auch eine diskursive konsequent in ihrem „tonfall und habitus“. allerdings an den unterstützer*innen, die eben doch lediglich eine rebellische marke mögen (könnten), würde ich zweifeln. aber gut…

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