Archiv für Januar 2011

Wir sind hier nicht im „Judenland“

Unschönes gibt es mal wieder aus dem Alltag des Roten Stern Leipzig zu berichten. Bei einem Hallenturnier in Beilrode bei Torgau kam es mal wieder zu (mensch möchte beinahe sagen „den üblichen“) Vorfällen. Neonazis rufen „Juden raus!“, der Staffelleiter stellt fest, sie befänden sich nicht im „Judenland“, ein Spieler schreit den Schiedsrichter mit „Du Jude!“ an, ein anderer zeigt den Hitlergruß. Alles innerhalb normaler Parameter also… Zum kotzen ist das!

Einen Bericht gibt es [hier] auf Tatort Brandis und ein Interview zum Thema könnt ihr [hier] bei der 11Freunde finden.

Tariq Ramadan über Fußball

People say you are not loyal to your country if you don‘t support the football team of the country you live in. I think people have very narrow understanding of what it means to be loyal to your country. I mean, what should I say? I am Egyptian and I am Swiss but when Egypt or Switzerland plays against Brazil I am for Brazil…

Tariq Ramadan in einem Vortrag im haus der Kulturen der Welt in Berlin.

Filmabend: „Football is Freedom!“

Am heutigen Freitag veranstaltet die Basisinitiative „We save TeBe“ in ihrem Büro in Westend einen Filmabend. Gezeigt wird der Dokumentarfilm „Football is Freedom“ der Aktionsgemeinschaft bewegungsorien­tierte Sozialarbeit e.V. und des Fanprojekts Darmstadt, der sich in rund 50 Minuten mit dem Thema Diskriminierung im Fußball, insbesondere Rassismus, Sexismus und Homophobie, beschäftigt.

Zu Wort kommt darin u.a. Martin Endemann, der seine Erlebnisse als Sprecher von BAFF (Bündnis aktiver Fußballfans) und Fan von Tennis Borussia Berlin schildert. Die Doku will sensibilisieren und informieren, zum Nachdenken anregen und sich kritisch mit diskriminierenden Verhaltensweisen in Fan- und Ultraszenen auseinandersetzen.

Fr., 21.01.2011, 19.30 Uhr
„We save TeBe“-Büro
Haeselerstr. 20, 14050 Berlin
Eintritt frei


Sozialromantiker_innen Sankt Pauli – Video

Hier ein Video von den doch ziemlich beeindruckenden Protesten rund um die Sozialromantiker_innen Sankt Pauli beim Freiburgspiel.

Aus aktuellem Anlass

Mehr Infos [hier].

Sozialromantiker_innen Sankt Pauli

Proteste gegen Ausverkauf und Kommerzialisierung beim 2:2 gegen den SC Freiburg am Millerntor. Ziemlich beeindruckend. Wer mehr wissen will klickt [hier].

Resolution der QFF zur Vergabe der WM 2022 an Katar

Die Vereinigung Queer Football Fanclubs hat bei ihrem Treffen in Bielefeld vor ein paar Tagen folgende Resolution verabschiedet:

Unter Hinweis auf die internationalen und europäischen Menschenrechtsverpflichtungen, wie sie in der UN-Menschenrechtskonvention und der Europäischen Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten niedergelegt sind und unter Hinweis auf Artikel 21 Absatz 1 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union, wonach Diskriminierungen wegen des Geschlechts, der Rasse, der Hautfarbe, der ethnischen oder sozialen Herkunft, der genetischen Merkmale, der Sprache, der Religion oder der Weltanschauung, der politischen oder sonstigen Anschauung, der Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit, des Vermögens, der Geburt, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung verboten sind, verurteilt Queer Football Fanclubs als weltweit größte Homosexuellenvereinigung im Fußballfanbereich die Vergabe der Fußball- Weltmeisterschaften 2022 an Katar durch die FIFA aufs Schärfste.

Da in Katar Homophobie durch das Strafgesetzbuch unterstützt wird und Homosexualität unter Strafe steht (Bestrafung durch Haft bis zu 5 Jahren möglich), empfindet Queer Football Fanclubs die Vergabe an diesen Staat als Austragungsort für Weltfußballspiele als Ausgrenzung schwuler und lesbischer Fußballfans.

Deshalb fordert Queer Football Fanclubs die FIFA auf, bei der zukünftigen Vergabe von Fußball- Weltmeisterschaften auch die Menschenrechtskonventionen zu berücksichtigen und damit ihren Teil für eine Kultur der Freiheit, Toleranz und Gleichheit unter den Menschen sowie in ihren Rechtsordnungen zu fördern.

Ferner erwarten die Queer Football Fanclubs, dass teilnehmende schwule oder lesbische Fußballfans vor, während und nach den Spielen vor Aufhetzung und Gewalt geschützt sind und gewährleistet ist, dass ihnen derselbe Respekt, dieselbe Achtung und derselbe Schutz zuteil wird, wie den übrigen Teilnehmern der WM 2022.

Bielefeld, 8. Januar 2011

Unterzeichnet durch alle im Netzwerk der schwul-lesbischen Fanklubs zusammengeschlossenen Mitglieder, die in Bielefeld anwesend waren.

Sticker #2

Berlin, nähe Dreiländereck.

Hamburg, Schanzenviertel.

Hamburg, St. Pauli.

Sticker #1

Auf der Mondiali.

Auf der Mondiali.

Auf der Mondiali.

Und noch ein Roter Stern

Auch in Ahrensburg vor den Toren Hamburgs gibt es jetzt einen Roten Stern. Wer den FSV Roter Stern Kickers Ahrensburg 05 live erleben möchte hat die Möglichkeit dazu beim Hallenturnier am 15.01. in der Ahrensburger Stormanschulhalle, am 06.02. beim Testspiel gegen den TSC Wellingsbüttel III oder eine Woche drauf gegen den FC Dynamo Lüneburg. Hier das Selbstverständnis der Kickers:

FSV Roter Stern Kickers Ahrensburg 05 ist, bzw wird, die 2. Mannschaft der FSV Kickers 05 Ahrenburg und hat sich zum Ziel gesetzt….Fußball zu zocken. Sportliche Erfolge sind zweitrangig. Als weitere Gemeinsamkeit, neben Fußball ist die grundesaetzliche und konsequente Ablehnung von Rassismus und Faschismus in jedlicher Form. Das ist gerade in den unteren Fussballligen „auf dem Land“, traditionell eher die Ausnahme. Deswegen ist es ein Ziel Toleranz zu leben und auch auf dem Platz klare Zeichen gegen Intoleranz jeglicher Coleur zu setzen. Das mittragen dieses Credos ist Grundvorraussetzung fuer die Mitgliedschaft in diesem Team. Aber in erster Linie bleibt es natuerlich eine Fußballmannschaft.

Mal schauen, wie und wo sich der Trend von linken Teamgründungen fortsetzt…