Archiv für Dezember 2010

Fanon gegen den modernen Fußball oder so…

„…Wenn der Sport nicht in das nationale Leben, das heißt in den nationalen Aufbau integriert ist, wenn man Nationalspieler ausbildet statt bewusste Menschen, wird man bald das Absinken des Sports in Professionalismus und Kommerzialismus erleben. Sport darf kein Spiel sein, keine Zerstreuung, die sich das Bürgertum in desn Städten gewährt…“ (Frantz Fanon in „Die Verdammten dieser Erde“)

Keep Techno Ultrà II

Stellungnahme zu den Übergriffen von Neonazis beim Bremer Hallenturnier am 19.12.2010

Auf verschiedenen Seiten Bremer Ultragruppen findet sich folgende Stellungnahme:

Stellungnahme zu den Übergriffen von Neonazis beim Bremer Hallenturnier am 19.12.2010

Wie bereits in den Jahren zuvor waren auch in diesem Jahr wieder mehrere hundert Ultras zur Unterstützung des SV Werder Bremen in die Bremer Stadthalle gekommen. Ein großer Teil der Fanszene des SV Werder bzw. der an diesem Tag anwesenden Personen ist seit mehreren Jahren für sein soziales und antirassistisches Engagement bekannt. Zu nennen sei an dieser Stelle beispielhaft die Tätigkeit der “Antidiskriminierungs-AG”, die neben weiteren Auszeichnungen mit dem Julius-Hirsch-Preis für ihre Aktivitäten geehrt wurde.

Das Turnier wurde in diesem Jahr ebenfalls von einer Gruppe rund um die „Farge Ultras“ besucht. Diese Gruppe unterstützt die Mannschaft des TSV Farge-Rekum, welche allerdings nicht bei diesem Turnier vertreten war. Bereits in der Vergangenheit gab es Bedrohungen seitens dieser Gruppe auf junge, antifaschistische Ultras des SV Werder. Die “Farge Ultras” stehen ebenfalls in Kontakt mit der Hooligan-Gruppierung „Nordsturm Brema” (NSHB), deren Mitglieder unter anderem an einem politisch motivierten Überfall auf Gäste einer Feier von antirassistischen Ultras im Ostkurvensaal (20.01.2007) beteiligt waren.

An diesem Tag fiel die Gruppe um die “Farge Ultras” vorerst nur durch das Tragen der Marke „Thor Steinar“ auf, welche aus neonazistischen Kreisen stammt und diese wiederum durch die erzielten Gewinne fördert. Im weiteren Verlauf brüllten sie rechte Parolen, z.B. „Hasta la vista, Antifascista“.

Im Rahmen des zweiten Spiels der Mannschaft des SV Werder begab sich die Gruppe um die “Farge Ultras” in die Nähe des Blocks, in dem sich die Fanszene des SV Werder gesammelt hatte. Es kam zu ersten verbalen Entgleisungen und Becher-Würfen in Richtung des Fanblocks. Unmittelbar darauf folgte der erste körperliche Übergriff von Seiten der Neonazis, woraufhin die Fanszene sich wehrte und versuchte, die Angreifenden zurückzudrängen. Zu diesem Zeitpunkt trafen auch einige Ordner_innen der Firma „Elko & Werder-Security“ in dem Bereich ein, nach eigener Aussage um “zu schlichten”. Diese Intention war zumindest nicht bei allen Ordner_innen erkennbar. Vielmehr wurde durch die Aussage eines Ordners, dass “es heute auf’s Maul gibt, ihr Antifa-Fotzen” deutlich, auf welcher Seite ein Teil des Ordnungsdienstes an diesem Tage stand. Auffällig auch, dass Teile des Ordnungsdienstes ebenfalls Kleidung von “Thor Steinar” trug (was übrigens bei ihrer Arbeit im Weser-Stadion nicht möglich wäre, da das Tragen der Marke dort verboten ist). Es kam im Verlauf des Tumults zu einem massiven Einsatz von Pfefferspray seitens des Sicherheitspersonals, woraufhin eine Person der Werder-Fans zusammenbrach und behandelt werden musste.

Als sich die Situation beruhigt hatte und offensichtlich wurde, dass die Gruppe der Neonazis um die “Farge Ultras” weiterhin unbehelligt das Turnier gucken darf, entschied sich die Bremer Fanszene dafür, geschlossen das Turnier zu verlassen, um diesen Vorfall nicht reaktionslos und unkommentiert stehen zu lassen.

Aus der sich weiterhin in der Halle befindlichen Gruppe Neonazis kam es im weiteren Verlauf des Turniers zum Wurf eines Bechers auf das Spielfeld, woraufhin ein Spieler die Gruppe aufforderte, dies zu unterlassen. Als Reaktion darauf stürmten vier Personen dieser Gruppe in Richtung des Spielfelds und beschimpften den Spieler. Der Trainer der Mannschaft des SV Werder wies daraufhin die sich in der Nähe befindenden Ordner an, die Personen aus dem Umfeld der Trainerbank zu beten. Statt dem Folge zu leisten, unterhielten und scherzten die Ordner mit den Neonazis und schüttelten ihnen zum Abschied die Hände. Ein weiteres Zeichen, dass sich ein Teil des Ordnungsdienstes an diesem Tag solidarisch mit der angreifenden Gruppe von Neonazis zeigte.

Wir positionieren uns eindeutig und vehement gegen das Auftreten der Neonazis. Wir rufen alle Vereine und Veranstalter_innen dazu auf, ein deutliches Zeichen zu setzen und Neonazis nicht zu ihren Veranstaltungen zuzulassen. Wir fordern Sicherheits- und Securitydienste dazu auf, rechtsoffene Tendenzen nicht zu dulden, sowie ihre Mitarbeiter_innen entsprechend auszuwählen und fortzubilden. Zudem fordern wir direkte Konsequenzen in Bezug auf die Personen, welche offensichtlich mit den Neonazis befreundet sind und/oder sich solidarisch mit ihnen zeigen. Des Weiteren fordern wir Polizei, Ordnungsdienst und Medien dazu auf, den Vorfall nicht als “Auseinandersetzung zwischen Fans” herunterzuspielen, sondern die Geschehnisse als das zu behandeln, was sie sind: Ein politisch motivierter Angriff von Neonazis.

Kein Fußball den Faschist_innen!

Wanderers Bremen, UltrA-Team Bremen, Racaille Verte, Infamous Youth

URS vs. Fussballvonlinks

In einem Interview der URS mit den URS auf der Seite der URS wird dieser Blog lobend erwähnt oder so:

C: Vielleicht fragst Du noch einmal bei Fußball von links nach, welcher der unzähligen Theorien denn derzeit gerade angesagt sind…

Jan Tölva, den Macher dieser Seite mögt Ihr überhaupt nicht?

C: Da sind wir nicht die Einzigen! Wer mag schon solche komischen Selbstdarsteller?

V: Uups, da habe ich wohl vorhin wirklich unsere einzige Fanfeindschaft übersehen!

Vielen Dank für die Blumen… Komisch allerdings, dass alle bis auf einer aus der Gruppe dem „Macher dieser Seite“ dann doch immer freundlich die Hand geben und Klönschnack halten. Und meinen Schal hab ich auch noch… Fanfeindschaft sieht anders aus…

Von Neuer Kritik und Politischer Ökonomie

Der Protest Münchener Fans und vor allem der Ultragruppierung Schickeria gegen eine mögliche Verpflichtung des Schalker Torwarts Manuel Neuer wird derzeit heiß diskutiert. Das Thema hat dabei zwei Ebenen.

Erst einmal und nicht zuletzt gibt es da die sportliche Ebene. Bayerns Stammtorhüter Jörg Butt wird im nächsten Frühjahr 37 Jahre alt, selbst für Spieler_innen auf seiner Position ein hohes Alter. Dass die Verantwortlichen bei seinem Verein an eine Nachfolge denken, ist da nur verständlich. Der FC Bayern hat hier prinzipiell zwei Möglichkeiten: Zum einen könnte er einen bereits als bundesligatauglich erwiesenen Torhüter wie Manuel Neuer einkaufen. Zum anderen könnte er aber auch auf Nachwuchs setzen, wie die Ultras es fordern…

Den ganzen Artikel gibt es auf sportswire.de.

Antifa-Spaziergang gegen Nazi-Hooligans in Braunschweig

Am Samstag den 11. Dezember 2010 kam es von Seiten der Ultras Braunschweig und Sympathisant_innen zu einem antifaschistischen Spaziergang mit knapp 100 TeilnehmerInnen durch die Braunschweiger Innenstadt. Der Spaziergang unter dem Motto „Gegen Nazis – Im Stadion und überall“ sollte als Selbstschutz die sichere Anreise zu einem Heimspiel der Handball-Damen des BTSV in der Güldenhalle garantieren. [Artikel auf Indymedia]


Pyrotechnik legalisieren!?

Wohl inspiriert von der österreichischen Kampagne „Pyrotechnik ist kein Verbrechen“ gibt es nun auch in der BRD eine Kampagne für die Verwendung von Pyrotechnik in den Stadien. Informationen und massig Fotos gibt es auf pyrotechnik-legalisieren.de.

Dass unter den Unterstützer_innen auch wieder reichlich unsympathische rechtsoffene Gruppen sind, dafür aber etliche namhafte linke Ultragruppen fehlen, war natürlich klar. Im Grunde zeichnet sich das gleiche Bild wie bei der Fandemo vor ein paar Monaten. Wer also kein Problem damit hat für eine im Grunde gute Sache notfalls auch mit Nazis, Männermobs und anderen reaktionären Spinner_innen zu kämpfen, kann sich hier gerne beteiligen…

Berlusconi – Pezzo di merda!

Aus aktuellem Anlass. Das Video stammt von einer Begegnung zwischen Milan und Livorno im Jahre 2006. Der Inhalt ist mal wieder aktueller den je…

Idrissou spiel Champions League

Humorvolle Aktion der Freiburger Nordkurve. Mohamadou Idrissou war vor der Saison von Freiburg nach Mönchengladbach gewechselt und hatte sich mit den Worten „Ich habe keine Lust, mit euch Absteigern zu spielen. Ich spiele nächstes Jahr in der Champions League.“ verabschiedet. Die Antwort der Freiburger Fans beim 3:0 Heimsieg am Wochenende war dieser Gesang: „Idrissou spielt Champions League auf PS3 (= Playstation 3) die ganze Nacht von zwölf bis acht.“ Super Sache das.

Danke an LizasWelt und Spox.

Spaziergänge zur Geschichte des Berliner Arbeiter-Fußballs

Von 1909 bis 1933 existierte in Berlin eine lebendige Fußball-Szene abseits des bürgerlichen Sports. Unter dem Dach des Arbeiter-Turn- und Sportbund sowie ab 1929 der Kampfgemeinschaft für rote Sporteinheit ermittelte der proletarische Fußballverband Märkische Spielvereinigung alljährlich den Berliner Meister im Arbeiterfußball.

Ultras Roter Stern (URS) bieten in Zusammenarbeit mit dem Roten Stern Nordost Berlin (RSNOB) zu diesem Thema im Dezember 2010 zwei Führungen an einstigen Schauplätzen im Berliner Nordosten an. Am 19. 12. 2010 geht unser Exkurs durch Pankow…

Samstag, 18. Dezember · 14:00 – 17:00
Jahn-Sportpark, Eingang an der Bernauer Straße

Sonntag, 19. Dezember · 14:00 – 17:00
Treffpunkt S-Bahnhof Schönholz