The answer is blowing in the wind…

Türkiyemspor BerlinZFC Meuselwitz 0:1

Freitag 17.09.10, 19:00 Uhr, Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion, Regionalliga Nord (Männer)

Während im Wedding eine Antifademo stattfand, entschied ich mich Mangels Bezugsgruppe dazu doch lieber zum Fußball zu gehen, wo doch mit dem Zipsendorfer Fußballclub Meuselwitz tatsächlich mal ein wirklich schlagbarer Gegner bei Türkiyemspor zu Gast war. So stand ich dann also zusammen mit etwa hundert Anderen vom eisigen Wind gepeinigt im Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion und wartete auf den Anpfiff, der sich auf Grund der verspäteten Ankunft der Meuselwitzer_innen leider um rund eine halbe Stunde verzögerte.

Als es dann losging, war erst einmal keine große Veränderung zu merken. Die erste Halbzeit war über weite Strecken nicht wirklich aufregender als das Aufwärmprogramm der beiden Mannschaften. Kurz vor der Halbzeit kam Türkiyemspor dann aber doch zu einigen ersten guten Möglichkeiten und der sehr souveräne Schiedsrichter Dirk Wijnen aus Hannover verwarnte zwei etwas übermotiviert zur Sache gehende Meuselwitzer. Die Halbzeit wurde dann von den meisten Besucher_innen genutzt um sich mit Heißgetränken oder einem Aufenthalt im Innenraum etwas aufzuwärmen.

In der zweiten Hälfte zeigte sich Türkiyemspor weiter überlegen und kontrollierte das Spiel über weite Strecken. Leider gelang es ihnen aber trotz vieler hochkarätiger Chancen nicht, ein Tor zu erzielen. Vor allem Fatih Yigitusagi scheiterte gleich mehrmals an Torhüter und mangelndem Zielwasser. Mitte der zweiten Hälfte gab es dann so etwas wie eine Druckphase der Gäste mit gleich drei guten Gelegenheiten innerhalb kürzester Zeit. Vor allem die eine Glanzparade von Younes Itri, der bis dahin quasi überhaupt nichts zu tun hatte, war mehr als sehenswert. Gegen Ende wurde das Spiel hitziger. Beide Teams schienen sich nicht mit dem Unentschieden begnügen zu wollen und Türkiyemspor hatte noch einmal mehrere Chancen, den verdienten Sieg klarzumachen. Am Ende war es dann aber doch mit Sebastian Gasch ein Meuselwitzer, der das einzige Tor des Tages erzielte. Ein klassische Konter genügte, um die ansonsten sicher stehende Abwehr Türkiyemspors auszuhebeln und die Mannschaft um den wenigstens einen Punkt zu bringen. Die mitgereisten rund zwei Dutzend Meuselwitzer Fans feierten dementsprechend ausgelassen, während sich die Anhänger_innen des Heimteams die Frage stellen mussten: „Wenn nicht gegen Meuselwitz, gegen wen sollen wir denn dann gewinnen?“

In der Tat war Meuselwitz heute erschreckend schwach, vor allem in der Defensive. Dass Türkiyemspor zur Zeit jedoch auch so ein Spiel verliert, ist ebenso symptomatisch wie traurig. Am Dienstag geht es gegen den Halleschen FC, der sicher fußballerisch eine ganz andere Liga darstellt als der Kleinstadtverein aus dem Altenburger Land. Auch was die Beschissenheit der Fanszene angeht. Dann lieber nur Spiele gegen Teams wie Meuselwitz, bei denen alle Anwesenden auch ohne Polizeischutz in der selben Bierschlange stehen können…

Durch den nahezu zeitgleichen Sieg in Wilhelmshaven hat dann auch Oberneuland die rote Laterne an Türkiyemspor weitergereicht, die damit jetzt das einzig sieglose Team der Regionalliga Nord sind. Hoffentlich ändert sich das bald, denn dieses Team hat eigentlich wirklich Potential. Das hat sich auch heute wieder gezeigt. Leider kann mensch sich für Potential aber leider nichts kaufen…

PS: Morgen „1000 Kreuze in die Spree!“ und „Rechtsrock abdrehen!“