Singing in the rain…

Tennis Borussia BerlinBrandenburger SC Süd 05 2:5

Freitag, 06.08.2010, 19:30 Uhr, Momsenstadion, Oberliga Nordost Nord (Männer)

Aufgrund der vielen Menschen, die auf den allerletzten Drücker ins Stadion wollten, wurde der Anpfiff um ein paar Minuten nach hinten verlegt und als wir uns dann gerade auf den Weg in den E-Block machen wollten, sahen wir schon auf halber Strecke, wie uns alle, die dort gestanden hatten, entgegen kamen, denn es hatte gerade anzufangen so richtig zu pladdern. Und so einen stylishen Regenschirm wie meinen hatte wohl kaum jemand dabei. Einige wenige hielten es dann doch auf den Stehplatzrängen aus, aber das Gros der TeBeler_innen und auch die Brandenburger_innen wechselten lieber unter das schützende Dach der Tribüne. Als ich dann später mal durch den Regen zur Toilette ging, konnte ich mich mal wieder von dem neben dem Schutz vor Wetter größten Vorteil von Tribünendächern überzeugen: Der hervorragenden Akkustik! Obwohl nur knapp 500 Leute da waren, war der Support richtig präsent im Stadionrund.

Das Spiel selbst ist schnell zusammengefasst. Die ersten zwanzig Minuten gestalten sich bei strömendem Regen durchaus offen. Es ist für beide Teams das erste Pflichtspiel der Saison und dementsprechend tasten sie sich erst einmal gegenseitig ab. Doch in der 21. Minute geht Brandenburg dann doch durch Wedemann in Führung. In der Folge stellt sich TeBe jedoch keineswegs hinten rein und so gelingt Aboubacar Condé nach schönem Zuspiel der Ausgleich. Kurz vor der Pause entscheidet der nicht eben souverän agierende Schiedrichter Marcel Bartsch auf Elfmeter, nachdem Lassane Touré seine Gegenspieler auf dem Weg zur Auslinie nahe der Strafraumecke leicht berührt hatte. Aus meiner Sicht war das nicht mehr, eher weniger als ein normaler Zweikampf, doch das interessiert ja leider nicht, und so verwandelt Kahlert zum zu diesem Zeitpunkt und unter diesen Umständen nicht wirklich verdienten 2:1. Nach der Pause geht dann alles ganz schnell. Wedemann und Voß erzielen schnell zwei Tore für Brandenburg und damit ist für TeBe der Zug quasi abgefahren. Das Spiel plätschert mehr so vor sich hin, wird nickeliger. TeBe gibt sich nicht auf, kommt aber gegen die nun deutlich überlegenen Brandenburger nicht zum Zug. Schließlich mach Polster sogar noch das 5:1. Es zeugt jedoch von Moral, dass TeBe in der letzten Spielminute durch einen Nachschuss von abermals Condé noch das 2:5 erzielte. Entsprechend frenetisch wurde dieses Tor dann auch gefeiert. Auch noch eine Viertelstunde nach Abpfiff…

Was bleibt ist die Erkenntnis, dass es einfach nicht menschenmöglich ist, innerhalb weniger Wochen ein rund laufendes Team aus dem Boden zu stampfen. Das von Cemal Yildiz frisch formierte Team, das vor allem aus Spielern von Türkiyemspor, BAK und TeBes zweiter Mannschaft zusammenrekrutiert wurde, hat jedoch hier und da echtes Potential aufblitzen lassen. Was vor allem fehlt, ist die Abstimmung und das Eingespieltsein aufeinander. Außerdem denke ich, dürfte der Großteil der Spieler auch ziemlich aufgeregt gewesen sein vor ihrem ersten Spiel in der dann doch immerhin fünften Liga und vor wirklichen Fans mit wirklichem Support. Trotz des auf dem Papier niederschmetternd wirkenden Resultats bin ich für die kommende Saison alles andere als hoffnungslos.

Die Fans aus Brandenburg an der Havel waren auch recht zahlreich am Start und recht ultraesque unterwegs. Der Support der vielleicht 30 Aktiven war durchaus sehenswert und erinnerte vom Liedgut her ziemlich an St. Pauli oder Babelsberg. Zwar kamen mir die meisten derjenigen, dir mir dann auf dem Weg durch den Wald und am Bahnhof Messe Süd begegneten wie ziemlich stark alkoholisierte Prolls vor (um nicht zu sagen „wie ein totaler Männermob“), die auch gut auf die Biermeile in Friedrichshain gepasst hätten, aber allein die Tatsache, dass Tebeler_innen und Gästefans Seite an Seite und ohne Polizei dazwischen im Stadion und drumherum miteinander auskommen, spricht schon für die relative Korrektheit des Besuchs. Vor allem, wenn dieser aus Brandenburg kommt…

Was noch zu erwähnen bleibt sind die schönen neuen Schokoladentrikots, die Abordnung des Schokoladens samt schönem Transpi am E-Block, die Tatsache, dass Fassbrause das beste Stadiongetränk ever ist, „Waiting Room“ von Fugazi als Pausenmusik und die Gewissheit: We save TeBe!



2 Antworten auf „Singing in the rain…“


  1. 1 Thomas 09. August 2010 um 18:47 Uhr

    Guter Bericht.

    So habe ich die Atmosphäre, das Spiel und die Situation auch erlebt.

  2. 2 Esich Du 10. August 2010 um 2:55 Uhr

    Guter Bericht…

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.