Hansa-Rostock-Fans jagen NPD aus dem Stadion

Wie Endstation Rechts und Indymedia berichten, haben am vergangenen Wochenende beherzte Anhänger_innen des FCH Udo Pastörs, seines Zeichens Fraktionsvorsitzender der NPD im Schweriner Landtag, samt Anhang aus der Kurve und auch gleich aus dem Stadion getrieben:

Eine herbe Niederlage musste die NPD am Sonntag schon vor Anpfiff der Drittliga-Partie zwischen dem FC Hansa Rostock und TuS Koblenz erleiden. Statt sich auf der Südkurve des Ostseestadions volksnah zu geben, drängten gut 150 Hansa Fans die etwa 25 Mann starke Abordnung um den NPD-Fraktionsvorsitzenden Udo Pastörs aus dem Stadion.

Als Tobias Jänicke in der 31. Minute das erlösende 1:0 für Hansa Rostock schoss und für grenzenlosen Jubel bei den Fans auf der Südtribüne sorgte, waren einige Stadionbesucher schon nicht mehr da. Denn ohne Frau und mit Anzug wollte sich heute eigentlich auch der Fraktionsvorsitzende der NPD im Schweriner Landtag, Udo Pastörs, die Begegnung anschauen.

Dabei hatte der rechtsextreme Politiker, der im Tross mit dem stellvertretenden NPD-Landesvorsitzenden David Petereit erschien, die Rechnung offenbar ohne den „Wirt“ gemacht. Denn die Hansa-Fans auf der neu eröffneten Hintertortribüne hatten auf diese speziellen Gäste augenscheinlich gar keine Lust, so dass sie die NPD-Reisegruppe unter „Nazis raus“-Rufen aus „ihrem“ Block drängten. Einige Personen im Stadion meinten gar, die NPD sei regelrecht aus dem Stadion geprügelt worden. Gut also, dass Udo Pastörs auch seinen Personenschützer David Böttcher dabei hatte, der auch im Sommer mit Lederhandschuhen bekleidet ist.

Für Hansa Rostock interessiert man sich im Umfeld der rechtsextremen Partei schon seit längerer Zeit. Auf dem NPD-nahen Nachrichtenportal MUPINFO findet sich seit dieser Saison nach jedem Spiel, ob zuhause oder auswärts, ein kurzer Spielbericht. Und vor kurzem fragte Michael Fischer in einem Beitrag: „Hansafans auf linken Abwegen?“ Er meinte festgestellt zu haben, dass die „politische Ausrichtung vom vermeintlichen ,Nazispektrum‘ in die linke Ecke“ gedriftet sei. Dass dies nicht nur, wie vom Autor vermutet, in „gewissen Splittergruppen“ der Fall war, konnte die NPD heute am eigenen Leib erfahren. Der übliche Spielbericht auf dem Portal fiel heute übrigens aus.

Daumen hoch und weiter so! Siamo tutti antifascisti!


4 Antworten auf „Hansa-Rostock-Fans jagen NPD aus dem Stadion“


  1. 1 keny 10. August 2010 um 12:22 Uhr

    Wird leider durch die Erklärung dazu von den Suptras relativiert.

  2. 2 Lexi 10. August 2010 um 16:21 Uhr

    Läuft wohl eher auf so Gruppeterritorialkämpfe hinaus.

  3. 3 micha 10. August 2010 um 23:10 Uhr

    tja, wenn man nicht dabei war, kommen schon mal solche kommentare wie oben zu stande. da weiß man dann auch nicht das es laute nazirausrufe gegeben, der widerstand spontan und daher unkoordiniert war. lieber dichtet man sich eine stellungnahme, die ich für grösstenteils richtig halte, solange um wie es passt, damit das schöne verlogen weltbild über die rostocker fanszene keine risse bekommt. möchte euch helden mal sehen, wir ihr spontan einen 20 mann starken nazimob entgegentretet, der offensichtlich auf provokation und gewalt aus war. für mich war die aktion der fsr und suptras ausnahmslos vorbildlich. Weiter so!

  1. 1 Kein Heimspiel für Pastörs « fussball von links Pingback am 22. August 2010 um 2:29 Uhr
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