Das hier ist Fußball

Türkiyemspor BerlinChemnitzer FC 2:1

Freitag 07.05.10, 19:00 Uhr, Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, Regionalliga Nord (Männer)

Endlich mal wieder ein Spiel, das wenigstens teilweise unter Flutlicht ausgetragen wird und dann auch noch ein so wichtiges. Immerhin geht es für Türkiyemspor derzeit in jedem einzelnen Spiel um den Klassenerhalt. Für die Chemnitzer_innen geht es derzeit allerdings nicht einmal mehr um irgendwelche vergoldeten Südfrüchte. Aufsteigen können sie nicht mehr trotz respektablen dritten Platzes, absteigen können sie noch viel weniger. Kein Wunder also, dass nicht mehr als maximal drei Dutzend Anhänger_innen des CFC den Weg in den Prenzlauer Berg gefunden haben. Der Support hielt sich entsprechend in Grenzen und, dass bißchen, was der Wind von den zwei Trommeln und fünf, sechs Stimmchen hinüber zum Heimblock wehte, war auch eher humoristischer Natur als wirkliche Anfeuerungsrufe. Sprüche wie „Alles außer Fußball ist scheiße“ erinnern doch eher an den von mir so lange ersehten „neutralen Support“, der sich einfach des gepflegten Rasensports erfreut, aber das mit Inbrunst…

Wie jeder Saft zwei Seiten hat, so hat auch jedes Fußballspiel, das nicht vorzeitig abgebrochen wird, zwei Halbzeiten, in diesem Falle zwei äußerst unterschiedliche. Die erste Hälfte war so frei von Höhepunkten, dass jedes Wort über sie eigentlich schon zu viel wäre. Die zweite Hälfte war dann deutlich besser. Türkiyemspor machte Druck und ging durch zwei Tore von Lemcke und Ergiligür in nur acht Minuten (61. und 69. Minute) verdient und sehenswert in Führung. Als dann Chemnitz in der 75. Minute durch einen vollkommen abgefälschten Schuß von Peßolat, der irgendwie so bogenlampenmäßig, kanpp die Stratosphäre streifend irgendwie ins Tor segelte, der Anschlußtreffer gelang, wurde es dann nochmal richtig spannend, denn der CFC ließ jetzt immer wieder die Qualitäten aufblitzen, die ihren gehobenen Tabellenplatz rechtfertigen. Am Ende konnten die Blauen jedoch den Vorsprung knapp, aber verdient über die Zeit retten. Der Rest war Jubel. Vor, hinter und auf dem Zaun.

Da die direkte Konkurenz jedoch nicht eben für Türkiyemspor spielte, steht der Verein noch immer auf einem Abstiegsplatz nur einen Platz hinter Tebe auf dem ersten Nichtabstiegsplatz. Es muß doch irgendwie zu schaffen sein, dass beide sympathischen Berliner Teams in der Regionalliga bleiben. Eine Liga tiefer weht ja nazimäßig ein noch viel krasserer Wind. Das muss ja nicht sein…