Lichterfelde Ost bis Lichterfelde West

TUS Makkabi BerlinLichterfelder FC II 0:1

Mittwoch, 05.05.10., 18:30 Uhr, Julius-Hirsch-Sportanlage, Landesliga Berlin Staffel 1 (Männer)

An einem Tag mit strahlend blauem Himmel aber viel zu niedrigen Temperaturen für diese Jahreszeit zog es mich mal wieder weit hinaus in den tiefsten Westen Berlins. Vom S-Bahnhof Messe Süd ging es vorbei am Momsenstadion hin zur Julius-Hirsch-Sportanlage. Da ich allerdings zuerst zum falschen Sportplatz, nämlich der Hans-Rosenthal-Sportanlage gleich nebenan, spaziert bin, kam ich nicht wie geplant eine Viertelstunde vor sondern genau pünktlich zum Anpfif an. Ohnehin scheint die ganze Gegend dort ein einziges Sportmekka zu sein. Außer mir hatte jede Person auf der Straße Sportklamotten an oder eine Sporttasche über der Schulter. Überall wurde Tennis gespielt, Hockey trainiert oder Bogen geschossen, und auch irgendein Team von Nachwuchsfußballerinnen von Tennis Borussia war grad beim Training. Ebenso wie einige ältere Herren vom SC Charlottenburg. Ganz schön was los da…

Das Spiel war auch durchaus flott und unterhaltsam. Makkabi war in der ersten Hälfte klar feldüberlegen, kam aber dank des aggressiven und effektiven Forecheckings von Lichterfelde trotzdem zu wenigen Chancen, die dann auch noch alle relativ kläglich vergeben wurden. Lichterfelde kam allenfalls durch Konter vor das Tor von Makkabi und das auch nur sehr, sehr selten. Nach der Pause waren dann beide Teams wie ausgewechselt. Lichterfelde kam hellwach aus der Kabine und wirkte wie aufgedreht, während die Spieler von Makkabi Baldriantee getrunken zu haben schienen. Das junge Team in Rot aus Lichterfelde erarbeitete sich Chance um Chance, scheiterte jedoch ein ums andere Mal am eigenen Unvermögen oder an der wirklich guten Leistung von Makkabis Keeper. Rund zwanzig Minuten vor Schluß kam es dann doch zu dem zu diesem Zeitpunkt nicht unverdienten Führungstreffer für die Gäste. Allerdings nach einem eher fragwürdigen Freistoß… In der Folge bemühte sich Makkabi redlich um den Ausgleich und hatte vor allem in den letzten fünf bis zehn Minuten mehrere gute Gelegenheiten. Letztlich blieb es jedoch aufgrund der nicht vorhandenen Chancenverwertung der Blau-Weißen bei einem alles in allem sehr glücklichen Auswärtssieg für den Lichterfelder FC.

Nach dem Schlußpfiff machten sich die meisten der rund dreißig Zuschauer_innen schnell auf den Heimweg. Neben der Enttäuschung über die unnötige Niederlage spielte dabei sicher auch die einsetzende Dämmerung und die rapide sinkende Temperatur eine gewichtige Rolle. Für Lichterfelde bringt der heutige Sieg drei wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt, während Makkabi von Platz 3 auf Platz 6 abgerutscht ist und jetzt nächste Woche ausgerechnet in Altglienicke vor einem echten Sechs-Punkte-Spiel steht.

Notiz am Rande: Am Spielfeldrand wurde unter den Anhänger_innen von Makkabi auffällig viel Russisch gesprochen. Ob Brutos Brutaloz („…geboren in Moskau, in der Nähe von Kreml…“), der von Youtube bekannte Boss von Lichterfelde, davon jetzt enttäuscht wäre?!