Comments on: Die blockierte Südkurve, Marx und der Hauch der Geschichte http://fussballvonlinks.blogsport.de/2010/04/01/die-blockierte-suedkurve-marx-und-der-hauch-der-geschichte/ ballsport und kritik Mon, 25 Oct 2021 09:19:20 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 by: Fan aus Leidenschaft http://fussballvonlinks.blogsport.de/2010/04/01/die-blockierte-suedkurve-marx-und-der-hauch-der-geschichte/#comment-13 Sat, 03 Apr 2010 12:24:38 +0000 http://fussballvonlinks.blogsport.de/2010/04/01/die-blockierte-suedkurve-marx-und-der-hauch-der-geschichte/#comment-13 Ich habe eine Frage: Wer hat gegen Oberhausen, vor dem Spiel, "Who the Fuck is Hansa Rostock" gerufen? Wer hetzt 2 Wochen vor so einem Spiel extra nochmal das Stadion auf? Wer macht damit klar, das das Spiel gegen Rostock nur in jener aggressiven Grundhaltung stattfinden kann? Warum sollten die Verantwortlichen ( Verein, Polizei, Dfl usw.) davon ausgehen, das ausgerechnet am 28.03.10 das erste friedliche Spiel dieser Vereine stattfinden könnte? Haben beide Vereine in der Vergangenheit nicht genügend Chancen erhalten, um zu zeigen, dass es friedlich ablaufen könnte? Habe beide Vereine nicht versagt?Warum können die Fans es nicht einsehen, dass diese Handhabung der Organisation nötig geworden ist? Es gibt diese Rivalitäten und es gibt diese Idioten, die diese Rivalitäten ausschöpfen, um Randale zu machen. Der 1. Schritt muss doch der sein, dass diese Aufhetzer aus den Kurven fliegen, denn sie sind diejenigen, die ein friedliches Spiel verhindern. Diese Leute stehn neben euch, links und rechts, über euch und unter euch.Fangt doch damit an, diese Leute aufzuklären.Denn wenn es diese Minderheit verpufft, gibt es für die Verantwortlichen auch keine Gründe irgendwelche Sicherheitsmaßnahmen auszuhandeln. Fragt euch mal selbst: Habe ich alles dafür getan im Vorfeld eine friedliche Atmo zu schaffen?Habe ich "Who the Fuck is Hansa Rostock" in einem Spiel gegen einen komplett anderen Gegner gerufen?Habe ich somit Zeichen für eine gefährliche Stimmung im kommenden Spiel gesetzt? Bevor wir uns über das Verhalten anderer aufregen, sollten wir vielleicht in unseren Vorgarten schauen, ob unser Unkraut wirklich verschwunden ist. Wenn wir die eigenen Kurve nicht im Griff haben, können wir uns nicht anmaßen für andere zu entscheiden. Es ging nie um den Protest an sich, nur um die Durchführung.Es wurden St.Pauli-Fans von anderen St.Pauli-Fans bevormundet. Das ist der 1.Schritt zum Kontrollstaat. Ich habe eine Frage:
Wer hat gegen Oberhausen, vor dem Spiel, „Who the Fuck is Hansa Rostock“ gerufen? Wer hetzt 2 Wochen vor so einem Spiel extra nochmal das Stadion auf? Wer macht damit klar, das das Spiel gegen Rostock nur in jener aggressiven Grundhaltung stattfinden kann? Warum sollten die Verantwortlichen ( Verein, Polizei, Dfl usw.) davon ausgehen, das ausgerechnet am 28.03.10 das erste friedliche Spiel dieser Vereine stattfinden könnte?
Haben beide Vereine in der Vergangenheit nicht genügend Chancen erhalten, um zu zeigen, dass es friedlich ablaufen könnte?
Habe beide Vereine nicht versagt?Warum können die Fans es nicht einsehen, dass diese Handhabung der Organisation nötig geworden ist? Es gibt diese Rivalitäten und es gibt diese Idioten, die diese Rivalitäten ausschöpfen, um Randale zu machen.
Der 1. Schritt muss doch der sein, dass diese Aufhetzer aus den Kurven fliegen, denn sie sind diejenigen, die ein friedliches Spiel verhindern. Diese Leute stehn neben euch, links und rechts, über euch und unter euch.Fangt doch damit an, diese Leute aufzuklären.Denn wenn es diese Minderheit verpufft, gibt es für die Verantwortlichen auch keine Gründe irgendwelche Sicherheitsmaßnahmen auszuhandeln.
Fragt euch mal selbst: Habe ich alles dafür getan im Vorfeld eine friedliche Atmo zu schaffen?Habe ich „Who the Fuck is Hansa Rostock“ in einem Spiel gegen einen komplett anderen Gegner gerufen?Habe ich somit Zeichen für eine gefährliche Stimmung im kommenden Spiel gesetzt?
Bevor wir uns über das Verhalten anderer aufregen, sollten wir vielleicht in unseren Vorgarten schauen, ob unser Unkraut wirklich verschwunden ist.
Wenn wir die eigenen Kurve nicht im Griff haben, können wir uns nicht anmaßen für andere zu entscheiden.

Es ging nie um den Protest an sich, nur um die Durchführung.Es wurden St.Pauli-Fans von anderen St.Pauli-Fans bevormundet. Das ist der 1.Schritt zum Kontrollstaat.

]]>
by: Kiki http://fussballvonlinks.blogsport.de/2010/04/01/die-blockierte-suedkurve-marx-und-der-hauch-der-geschichte/#comment-12 Fri, 02 Apr 2010 16:11:36 +0000 http://fussballvonlinks.blogsport.de/2010/04/01/die-blockierte-suedkurve-marx-und-der-hauch-der-geschichte/#comment-12 Die Erklärung von USP ist inzwischen draußen wie ich gerade sehe und, das kann, will und muss ich hier wirklich herzlich gerne zugeben, es ist zumindest in meinen Ohren die überzeugendste und ehrlichste aller bislang veröffentlichten Erklärungen. Auch die Entschuldigung kommt glaubhaft rüber. Danke dafür und ich hoffe jetzt auf eine angemessee Antwort seitens des Vereins und einen guten Dialog zwischen den Fans. Die Erklärung von USP ist inzwischen draußen wie ich gerade sehe und, das kann, will und muss ich hier wirklich herzlich gerne zugeben, es ist zumindest in meinen Ohren die überzeugendste und ehrlichste aller bislang veröffentlichten Erklärungen. Auch die Entschuldigung kommt glaubhaft rüber. Danke dafür und ich hoffe jetzt auf eine angemessee Antwort seitens des Vereins und einen guten Dialog zwischen den Fans.

]]>
by: Ultrà Sankt Pauli 2002 » Stellungnahme zu den Geschehnissen rund um das Spiel gegen Hansa Rostock http://fussballvonlinks.blogsport.de/2010/04/01/die-blockierte-suedkurve-marx-und-der-hauch-der-geschichte/#comment-11 Thu, 01 Apr 2010 22:16:46 +0000 http://fussballvonlinks.blogsport.de/2010/04/01/die-blockierte-suedkurve-marx-und-der-hauch-der-geschichte/#comment-11 [...] Andere Stellungnahmen und Texte: Fanladen Fanclubsprecherrat Rhoihessefront Sankt Pauli Mafia NRW Übersteiger I Übersteiger II Pathos’ Blutgrätsche fussballvonlinks.blogsport.de Von Gazzetta am 2. April 2010 00:15 in Infos « Zum Spiel vs. HRO [...] […] Andere Stellungnahmen und Texte: Fanladen Fanclubsprecherrat Rhoihessefront Sankt Pauli Mafia NRW Übersteiger I Übersteiger II Pathos’ Blutgrätsche fussballvonlinks.blogsport.de Von Gazzetta am 2. April 2010 00:15 in Infos « Zum Spiel vs. HRO […]

]]>
by: Kiki http://fussballvonlinks.blogsport.de/2010/04/01/die-blockierte-suedkurve-marx-und-der-hauch-der-geschichte/#comment-9 Thu, 01 Apr 2010 13:00:31 +0000 http://fussballvonlinks.blogsport.de/2010/04/01/die-blockierte-suedkurve-marx-und-der-hauch-der-geschichte/#comment-9 Ein Bis zum 7. Absatz war ich größtenteils bei Dir. Danach stolperst Du offenbar über Deinen "blinden Fleck" und endest schließlich in billiger Polemik. Schade, denn an sich hast Du die Situation ganz gut zusammengefasst. Aber es geht hier nicht nur um mangelhafte Kommunikation seitens der Blockadebefürworter. Es geht auch um die Blockade in deren Köpfen: Ihr könnt Euch vorstellen (oder zumindest widerwillig akzeptieren), daß es da draußen St. Pauli Fans gibt, die sich nur für das Spielgeschehen interessieren und nicht für die Begleitumstände. Okay. Aber was offenbar nicht in Eure Köpfe oder – damit ich hier nicht in die Falle der Verallgemeinerung laufe, die mich selbst immer so maßlos ärgert – in Deinen Kopf geht: Es gibt Menschen, die sich aus Überzeugung Eurem Boykott nicht anschließen mögen, obwohl bzw. weil sie sich umfassend informiert haben. Sie sind eben nicht passiv-desinteressiert sondern gezielt anderer Meinung als die Blockadebefürworter. Und Du sprihst ihnen die Legitimation ab diese Meinung zum Ausdruck zu bringen, indem sie die Blockade durchbrechen, bzw. sich lautstark darüber empören, vor Ort bzw. im Forum oder andernorts. <blockquote><i>Streikbrecher_innen sind Arschlöcher! Immer und überall! Wer bereit ist, um des eigenen Vorteils willen – sei es der Lohnaufschlag, der Streikbrecher_innen gezahlt wird, oder fünf Minuten eines Fußballspiels – andere an einem Akt des Widerstands gegen Ungerechtigkeiten zu hindern oder deren Widerstand zu untergraben, hat keine Sympathie und kein Mitgefühl verdient.</i></blockquote> Und hier wende ich mich schaudernd ab. <i>„Kein Mitgefühl verdient“</i>? Das riecht nach Zwängen, nach Diktatur, nach dem Ende der Meinungsfreiheit. Das ist die Sprache derer, die es zu bekämpfen gilt und die eigentlich gemeint sind, zumindest meinem Verständnis nach, wenn skandiert wird: Nie wieder Faschismus! <blockquote><i>Wenn, wie in der Südkurve geschehen, Menschen, vor allem alte Menschen und Kinder, im Gedränge unzumutbare Einschränkungen erleiden, weil andere Menschen versuchen, durch die Blockade durchzudrängeln, dann ist das nicht in erster Linie Schuld der Blockierenden, sondern Schuld derer, die gegen sie gegen drängeln und drücken.</i></blockquote> Hier machst Du Täter zu Opfern. Wer mich zu etwas zwingen will, wer mir mit Gewalt bedeutet, das sei ja nur zu unser aller, und auch zu meinem Besten, auch wenn ich das jetzt gerade nicht erkennen könne, der muß mit meinem Widerstand rechnen. Ich leiste Widerstand, wenn ich entmündigt werden soll. Ich leiste Widerstand, wenn mir eine andere Meinung, aus welch lauteren Motiven auch immer, übergestülpt werden soll. Und ich erziehe meine (Paten)kinder mit dem Satz: „Stellt Autoritäten infrage, immer.“ Das heisst nicht, grundsätzlich und lautstark gegen alles zu sein, was von Oben oder von der Mehrheit kommt bzw. getragen wird. Aber genauso wenig wie alle Bullen Schweine sind, hat die Gegenseite automatisch das Recht für sich gepachtet. Gewalt macht immer unfrei, egal von jede Seite. Seinen eigenen Kopf zu bemühen und ggf. zu anderen Schlussfolgerungen zu kommen als die vermeintlich "Guten" und sich ggf. auch gegen seine Freunde zu stellen, das erfordert Mut und Rückgrat. <blockquote><i>Sie gehen stillschweigend davon aus, dass sie Interesse aller handeln. Dabei gerieren sie sich als Avantgarde im Kampf um die Durchsetzung eines vermeintlichen aber nicht vorhandenen Konsenses, die Blockade zu durchbrechen. Dass sie dabei Menschen Schmerzen zufügen oder in Platzangst und Panik versetzen nehmen sie offenbar billigend in Kauf. Kein besonders guter Ausgangspunkt, um im Nachhinein den Moralischen zu markieren.</i></blockquote> Äh, nein. Du gehst davon aus, daß sie davon ausgehen, daß… merkst Du was? Die allermeisten Menschan handeln in ihrem ureigenen Interesse, verstehen es allerdings, das so zu verpacken, als ob es ums Gemeinwohl ginge. Grundsätzlich ist das auch nicht völlig verkehrt, denn natürlich hat jeder Mensch zunächst für sich selbst die Verantwortung. Wenn ich nicht gesund bin, kann ich mich nicht besonders gut um andere kümmern. Es kan nur der geben und teilen, der hat. Und natürlich werden Eltern immer zuallererst ihren Nachwuchs und ggf. die Älteren bzw. Großeltern schützen. So ist der Mensch angelegt und diese Art gesunden Egoismus’ ist völlig legitim und notwendig. Wie egoistisch ist es hingegen, Menschen in einem engen Tunnel zu drangsalieren, ggf. Herzinfarkte oder Platzangsattacken in Kauf zu nehmen bzw. achselzuckend unter „selbst schuld“ zu verbuchen, nur um in Zukunft auch weiterhin seinem Hobby, dem Fussballspiel frönen zu dürfen? Gesundheit und Wohlergehen Einzelner einerseits gegen den Freizeitspaß von Vielen aufzuwiegen? Der zitternde alte Herr, den Sven Brux in seiner Stellungnahme erwähnt hat, wüßte dazu sicher einiges zu sagen. Und wenn der Übersteiger schreibt, man sei quasi selbst schuld, wenn man seine Kinder zu einem solchen Spiel mitbringe, obwohl die gegnerischen Fans gar nicht vor Ort sein würden – was sagt das bitte über die Geisteshaltung der „organisierten Fans” aus? <blockquote><i>Ultras und andere aktive Fans haben anscheinend unterschätzt, wie wenig Bedeutung die Art Fankultur, die sie selbst leben, für die überwiegende Mehrheit der Anhänger ihres Vereins (und wahrscheinlich auch die Mehrheit der Fußballfans überhaupt) hat.</i></blockquote> „Aktive Fans“ möchte ich das nicht nennen, denn jeder, der ins Stadion geht, ist ein aktiver Fan. Ultra bedeutet ja auch nicht aktiv, sondern eben ursprünglich „darüber hinaus“. Es ist eine vergleichsweise winzige Gruppe, die zwar dasselbe Ziel wie die anderen Fans hat, nämlich den Erfolg der Mannschaft, aber deren Mittel deswegen nicht als geheiligt angesehen werden sollten. Und ja, auch ich weiß, daß die Ultras nicht die einzigen waren, die den Aufruf zum Boykott unterschrieben haben. Aber sie sind/waren die sichtbarste aller Fangruppierungen (die, alle zusammengenommen, immer noch eine verchwindene Minderheit aller Fans darstellen!). Die „Cheerleader“ wie sie die ZEIT so schön genannt hat, haben kein Problem damit im Rampenlicht zu stehen, solange es um ihre Choreographien und ihre Gesänge geht. Da wird der Rest des Stadions mal schnell als schnarchige Schnittchentruppe abgekanzelt, weil sie nicht auf die italienischen Momente im Leben stehen, sondern vielleicht eher auf die englischen, spielbezogenen Anfeuerungsbekundungen. Und nach allem was man so im Forum und anderswo liest, empfanden ja nicht wenige diesen „oldschool” Support als geradezu wohltuend im Vergleich zum monotonen Dauergesang, an den man sich in den letzten Jahren gewöhnt hat. Das ist natürlich Geschmackssache, klar. Und wenn es darum geht, den Kopf hinzuhalten und für den gebauten Mist geradezustehen, wo sind die Ultras dann? Wo bleibt die Stellungnahme der Ultras, geschweige denn ihre Entschuldigung? Das selbstgerechte, jammernde Wischi-waschi-Blabla des Fanclubsprecherrats kann es ja wohl nicht gewesen sein, oder? Schweigen im Walde. Und mit solchen Feiglingen soll ich mich als Otto-Normalfan solidarisch erklären? Genug der bösen Worte, wir müssen wieder zueinander finden. Es ist vielleicht ganz gut, daß die Saison bald vorüber ist. Toleranz heißt nicht, das gut finden zu müssen, was die Gegenseite denkt oder tut. Es bedeutet nicht einmal, Verständnis dafür zu haben. Toleranz ist ein anderes Wort für "Erdulden". Tolerieren wir also einander und feuern wir gemeinsam unsere Mannschaft an. Wer weiß, vielleicht kommt es ja irgend wann auch zu gegenseitigem Verständnis. Forza St. Pauli! Ein Bis zum 7. Absatz war ich größtenteils bei Dir. Danach stolperst Du offenbar über Deinen „blinden Fleck“ und endest schließlich in billiger Polemik. Schade, denn an sich hast Du die Situation ganz gut zusammengefasst.

Aber es geht hier nicht nur um mangelhafte Kommunikation seitens der Blockadebefürworter. Es geht auch um die Blockade in deren Köpfen: Ihr könnt Euch vorstellen (oder zumindest widerwillig akzeptieren), daß es da draußen St. Pauli Fans gibt, die sich nur für das Spielgeschehen interessieren und nicht für die Begleitumstände. Okay. Aber was offenbar nicht in Eure Köpfe oder – damit ich hier nicht in die Falle der Verallgemeinerung laufe, die mich selbst immer so maßlos ärgert – in Deinen Kopf geht: Es gibt Menschen, die sich aus Überzeugung Eurem Boykott nicht anschließen mögen, obwohl bzw. weil sie sich umfassend informiert haben. Sie sind eben nicht passiv-desinteressiert sondern gezielt anderer Meinung als die Blockadebefürworter. Und Du sprihst ihnen die Legitimation ab diese Meinung zum Ausdruck zu bringen, indem sie die Blockade durchbrechen, bzw. sich lautstark darüber empören, vor Ort bzw. im Forum oder andernorts.

Streikbrecher_innen sind Arschlöcher! Immer und überall! Wer bereit ist, um des eigenen Vorteils willen – sei es der Lohnaufschlag, der Streikbrecher_innen gezahlt wird, oder fünf Minuten eines Fußballspiels – andere an einem Akt des Widerstands gegen Ungerechtigkeiten zu hindern oder deren Widerstand zu untergraben, hat keine Sympathie und kein Mitgefühl verdient.

Und hier wende ich mich schaudernd ab. „Kein Mitgefühl verdient“? Das riecht nach Zwängen, nach Diktatur, nach dem Ende der Meinungsfreiheit. Das ist die Sprache derer, die es zu bekämpfen gilt und die eigentlich gemeint sind, zumindest meinem Verständnis nach, wenn skandiert wird: Nie wieder Faschismus!

Wenn, wie in der Südkurve geschehen, Menschen, vor allem alte Menschen und Kinder, im Gedränge unzumutbare Einschränkungen erleiden, weil andere Menschen versuchen, durch die Blockade durchzudrängeln, dann ist das nicht in erster Linie Schuld der Blockierenden, sondern Schuld derer, die gegen sie gegen drängeln und drücken.

Hier machst Du Täter zu Opfern. Wer mich zu etwas zwingen will, wer mir mit Gewalt bedeutet, das sei ja nur zu unser aller, und auch zu meinem Besten, auch wenn ich das jetzt gerade nicht erkennen könne, der muß mit meinem Widerstand rechnen. Ich leiste Widerstand, wenn ich entmündigt werden soll. Ich leiste Widerstand, wenn mir eine andere Meinung, aus welch lauteren Motiven auch immer, übergestülpt werden soll. Und ich erziehe meine (Paten)kinder mit dem Satz: „Stellt Autoritäten infrage, immer.“ Das heisst nicht, grundsätzlich und lautstark gegen alles zu sein, was von Oben oder von der Mehrheit kommt bzw. getragen wird. Aber genauso wenig wie alle Bullen Schweine sind, hat die Gegenseite automatisch das Recht für sich gepachtet. Gewalt macht immer unfrei, egal von jede Seite. Seinen eigenen Kopf zu bemühen und ggf. zu anderen Schlussfolgerungen zu kommen als die vermeintlich „Guten“ und sich ggf. auch gegen seine Freunde zu stellen, das erfordert Mut und Rückgrat.

Sie gehen stillschweigend davon aus, dass sie Interesse aller handeln. Dabei gerieren sie sich als Avantgarde im Kampf um die Durchsetzung eines vermeintlichen aber nicht vorhandenen Konsenses, die Blockade zu durchbrechen. Dass sie dabei Menschen Schmerzen zufügen oder in Platzangst und Panik versetzen nehmen sie offenbar billigend in Kauf. Kein besonders guter Ausgangspunkt, um im Nachhinein den Moralischen zu markieren.

Äh, nein. Du gehst davon aus, daß sie davon ausgehen, daß… merkst Du was? Die allermeisten Menschan handeln in ihrem ureigenen Interesse, verstehen es allerdings, das so zu verpacken, als ob es ums Gemeinwohl ginge. Grundsätzlich ist das auch nicht völlig verkehrt, denn natürlich hat jeder Mensch zunächst für sich selbst die Verantwortung. Wenn ich nicht gesund bin, kann ich mich nicht besonders gut um andere kümmern. Es kan nur der geben und teilen, der hat. Und natürlich werden Eltern immer zuallererst ihren Nachwuchs und ggf. die Älteren bzw. Großeltern schützen. So ist der Mensch angelegt und diese Art gesunden Egoismus’ ist völlig legitim und notwendig.

Wie egoistisch ist es hingegen, Menschen in einem engen Tunnel zu drangsalieren, ggf. Herzinfarkte oder Platzangsattacken in Kauf zu nehmen bzw. achselzuckend unter „selbst schuld“ zu verbuchen, nur um in Zukunft auch weiterhin seinem Hobby, dem Fussballspiel frönen zu dürfen? Gesundheit und Wohlergehen Einzelner einerseits gegen den Freizeitspaß von Vielen aufzuwiegen? Der zitternde alte Herr, den Sven Brux in seiner Stellungnahme erwähnt hat, wüßte dazu sicher einiges zu sagen. Und wenn der Übersteiger schreibt, man sei quasi selbst schuld, wenn man seine Kinder zu einem solchen Spiel mitbringe, obwohl die gegnerischen Fans gar nicht vor Ort sein würden – was sagt das bitte über die Geisteshaltung der „organisierten Fans” aus?

Ultras und andere aktive Fans haben anscheinend unterschätzt, wie wenig Bedeutung die Art Fankultur, die sie selbst leben, für die überwiegende Mehrheit der Anhänger ihres Vereins (und wahrscheinlich auch die Mehrheit der Fußballfans überhaupt) hat.

„Aktive Fans“ möchte ich das nicht nennen, denn jeder, der ins Stadion geht, ist ein aktiver Fan. Ultra bedeutet ja auch nicht aktiv, sondern eben ursprünglich „darüber hinaus“. Es ist eine vergleichsweise winzige Gruppe, die zwar dasselbe Ziel wie die anderen Fans hat, nämlich den Erfolg der Mannschaft, aber deren Mittel deswegen nicht als geheiligt angesehen werden sollten. Und ja, auch ich weiß, daß die Ultras nicht die einzigen waren, die den Aufruf zum Boykott unterschrieben haben. Aber sie sind/waren die sichtbarste aller Fangruppierungen (die, alle zusammengenommen, immer noch eine verchwindene Minderheit aller Fans darstellen!). Die „Cheerleader“ wie sie die ZEIT so schön genannt hat, haben kein Problem damit im Rampenlicht zu stehen, solange es um ihre Choreographien und ihre Gesänge geht. Da wird der Rest des Stadions mal schnell als schnarchige Schnittchentruppe abgekanzelt, weil sie nicht auf die italienischen Momente im Leben stehen, sondern vielleicht eher auf die englischen, spielbezogenen Anfeuerungsbekundungen. Und nach allem was man so im Forum und anderswo liest, empfanden ja nicht wenige diesen „oldschool” Support als geradezu wohltuend im Vergleich zum monotonen Dauergesang, an den man sich in den letzten Jahren gewöhnt hat. Das ist natürlich Geschmackssache, klar.

Und wenn es darum geht, den Kopf hinzuhalten und für den gebauten Mist geradezustehen, wo sind die Ultras dann? Wo bleibt die Stellungnahme der Ultras, geschweige denn ihre Entschuldigung? Das selbstgerechte, jammernde Wischi-waschi-Blabla des Fanclubsprecherrats kann es ja wohl nicht gewesen sein, oder? Schweigen im Walde. Und mit solchen Feiglingen soll ich mich als Otto-Normalfan solidarisch erklären?

Genug der bösen Worte, wir müssen wieder zueinander finden. Es ist vielleicht ganz gut, daß die Saison bald vorüber ist. Toleranz heißt nicht, das gut finden zu müssen, was die Gegenseite denkt oder tut. Es bedeutet nicht einmal, Verständnis dafür zu haben. Toleranz ist ein anderes Wort für „Erdulden“. Tolerieren wir also einander und feuern wir gemeinsam unsere Mannschaft an. Wer weiß, vielleicht kommt es ja irgend wann auch zu gegenseitigem Verständnis.

Forza St. Pauli!

]]>
by: jurij http://fussballvonlinks.blogsport.de/2010/04/01/die-blockierte-suedkurve-marx-und-der-hauch-der-geschichte/#comment-8 Thu, 01 Apr 2010 08:17:17 +0000 http://fussballvonlinks.blogsport.de/2010/04/01/die-blockierte-suedkurve-marx-und-der-hauch-der-geschichte/#comment-8 Guter Beitrag. Ich denke auch, dass den meisten nicht bewußt ist, was dieser vorauseilender Gehorsam der Vereinsführung bedeutet. Es wird in Zukunft nämlich alle Fans betreffen. Bei TeBe durften ALLE GÄSTEFANS einigermaßen absurde Maßnahmen - heute aber schon alltägliche Repressionen - wie Schuhe ausziehen und Labello abgeben, über sich ergehen lassen. Und das war nicht einmal ein sogenanntes Sicherheitsspiel, sondern ein aufeinandertreffen zweier vereine mit befrendeten fans... Guter Beitrag. Ich denke auch, dass den meisten nicht bewußt ist, was dieser vorauseilender Gehorsam der Vereinsführung bedeutet. Es wird in Zukunft nämlich alle Fans betreffen. Bei TeBe durften ALLE GÄSTEFANS einigermaßen absurde Maßnahmen – heute aber schon alltägliche Repressionen – wie Schuhe ausziehen und Labello abgeben, über sich ergehen lassen. Und das war nicht einmal ein sogenanntes Sicherheitsspiel, sondern ein aufeinandertreffen zweier vereine mit befrendeten fans…

]]>
by: momorulez http://fussballvonlinks.blogsport.de/2010/04/01/die-blockierte-suedkurve-marx-und-der-hauch-der-geschichte/#comment-7 Thu, 01 Apr 2010 07:32:19 +0000 http://fussballvonlinks.blogsport.de/2010/04/01/die-blockierte-suedkurve-marx-und-der-hauch-der-geschichte/#comment-7 "Hier greift einmal mehr die marxsche Unterscheidung zwischen objektiven und subjektiven Interessen der Arbeiter_innen bzw. halt der Studierenden oder Fußballfans." Das funzt nicht, so wie Du das begründest. Du begründest das über den Umweg der "Expertenkultur", also ein "mehr wissen" und "besser informiert sein". Dann könnte man auch sagen, alle Blockierer haben eine schwere Neurose, und ein Psychiater kommt aufgrund seiner Expertise an und sagt, dass das objektive Interesse derer, die blockiert haben, eben darin bestünde,dauerhaft stationär behandelt zu werden. Die Polizei kann dann auf objektive Informationsstände bezüglich der Vorgänge in der Rostocker Fanszene verweisen und so auch deren Aussperrung begründen wollen, weil dieses sogar im objektiven Interesse der Ausgesperrten liegen könnte, weil die eben keinen übergeknüppelt bekommen, wenn sie weg bleiben. So kriegst Du das Problem Teilnehmer/Beobachterperspektive nicht aufgelöst. Hatte einst auch mein erstes Semester ein Streiksemester, 1988 war das, und damals stellte sich die Frage gar nicht wirklich, zumindest nicht allzu extrem, weil die Solidarität tatsächlich vorhanden war, so dass es gar nicht störte, wenn ein paar Leute in die Seminare gingen. Die waren schlicht die objektiven Deppen. Insofern frage ich mich seit Sonntag auch eher, wie es einem Häufchen von hundert Leuten ergangen wäre, wenn die sich auf einer ansonsten leeren Südkurve wieder gefunden hätten ... wat hätten die sich blamiert! Es muss halt doch erst die Theorie die Massen ergreifen. Leider. „Hier greift einmal mehr die marxsche Unterscheidung zwischen objektiven und subjektiven Interessen der Arbeiter_innen bzw. halt der Studierenden oder Fußballfans.“

Das funzt nicht, so wie Du das begründest.

Du begründest das über den Umweg der „Expertenkultur“, also ein „mehr wissen“ und „besser informiert sein“. Dann könnte man auch sagen, alle Blockierer haben eine schwere Neurose, und ein Psychiater kommt aufgrund seiner Expertise an und sagt, dass das objektive Interesse derer, die blockiert haben, eben darin bestünde,dauerhaft stationär behandelt zu werden. Die Polizei kann dann auf objektive Informationsstände bezüglich der Vorgänge in der Rostocker Fanszene verweisen und so auch deren Aussperrung begründen wollen, weil dieses sogar im objektiven Interesse der Ausgesperrten liegen könnte, weil die eben keinen übergeknüppelt bekommen, wenn sie weg bleiben.

So kriegst Du das Problem Teilnehmer/Beobachterperspektive nicht aufgelöst. Hatte einst auch mein erstes Semester ein Streiksemester, 1988 war das, und damals stellte sich die Frage gar nicht wirklich, zumindest nicht allzu extrem, weil die Solidarität tatsächlich vorhanden war, so dass es gar nicht störte, wenn ein paar Leute in die Seminare gingen. Die waren schlicht die objektiven Deppen.

Insofern frage ich mich seit Sonntag auch eher, wie es einem Häufchen von hundert Leuten ergangen wäre, wenn die sich auf einer ansonsten leeren Südkurve wieder gefunden hätten … wat hätten die sich blamiert!

Es muss halt doch erst die Theorie die Massen ergreifen. Leider.

]]>
by: kiezpirat http://fussballvonlinks.blogsport.de/2010/04/01/die-blockierte-suedkurve-marx-und-der-hauch-der-geschichte/#comment-6 Thu, 01 Apr 2010 06:29:32 +0000 http://fussballvonlinks.blogsport.de/2010/04/01/die-blockierte-suedkurve-marx-und-der-hauch-der-geschichte/#comment-6 Die gute und in der Diskussion zu selten genannte Problemanalyse dieses durchaus lesenswerten Beitrages ist m.e. diese: <blockquote>Ultras und andere aktive Fans haben anscheinend unterschätzt, wie wenig Bedeutung die Art Fankultur, die sie selbst leben, für die überwiegende Mehrheit der Anhänger ihres Vereins (und wahrscheinlich auch die Mehrheit der Fußballfans überhaupt) hat.</blockquote> Allerdings halte ich die darauf folgende Gedanken für grundfalsch. Unorganisierte Fans als uninformierte Fans abzutun und Ultras zu Wahrern der einzig Selig machenden Wahrheiten zu machen ist überheblich, ignorant und erfüllt genau das Klischee vom arroganten Besserfan Ultra. Auch wenn sich Ultras das wohl schwer vorstellen können, gibt es auch auf Seiten der unorganisierten gut informierte Menschen, die aber bei selben Kenntnisstand zu anderen Bewertungen die Lage gekommen sind und den Protest in dieser Form und mit Stoßrichting Corny nicht mittragen woll(t)en. Für genauso falsch halte ich das Bild vom Streik. Da es hier wohl nicht um Arbeitnehmerbelange ging, müsste man das ganze als politischen Streik einordnen. Diese sind in Deutschland verboten. Und selbst wenn ich das außen vor lasse, sind die Ultras in keiner Form eine Fanvertretung, haben keine Urabstimmung abgehalten und sind für ihre Handlungen durch nichts legitimiert, außer durch die eigene Hybris. Die Bezeichnung von Blockadegegners als Streikbrecher ist sonit rein polemisch und diffamiert (mal wieder bewusst) Andersdenkende. Die gute und in der Diskussion zu selten genannte Problemanalyse dieses durchaus lesenswerten Beitrages ist m.e. diese:

Ultras und andere aktive Fans haben anscheinend unterschätzt, wie wenig Bedeutung die Art Fankultur, die sie selbst leben, für die überwiegende Mehrheit der Anhänger ihres Vereins (und wahrscheinlich auch die Mehrheit der Fußballfans überhaupt) hat.

Allerdings halte ich die darauf folgende Gedanken für grundfalsch. Unorganisierte Fans als uninformierte Fans abzutun und Ultras zu Wahrern der einzig Selig machenden Wahrheiten zu machen ist überheblich, ignorant und erfüllt genau das Klischee vom arroganten Besserfan Ultra. Auch wenn sich Ultras das wohl schwer vorstellen können, gibt es auch auf Seiten der unorganisierten gut informierte Menschen, die aber bei selben Kenntnisstand zu anderen Bewertungen die Lage gekommen sind und den Protest in dieser Form und mit Stoßrichting Corny nicht mittragen woll(t)en.
Für genauso falsch halte ich das Bild vom Streik. Da es hier wohl nicht um Arbeitnehmerbelange ging, müsste man das ganze als politischen Streik einordnen. Diese sind in Deutschland verboten. Und selbst wenn ich das außen vor lasse, sind die Ultras in keiner Form eine Fanvertretung, haben keine Urabstimmung abgehalten und sind für ihre Handlungen durch nichts legitimiert, außer durch die eigene Hybris. Die Bezeichnung von Blockadegegners als Streikbrecher ist sonit rein polemisch und diffamiert (mal wieder bewusst) Andersdenkende.

]]>
by: Twitter Trackbacks for Die blockierte Südkurve, Marx und der Hauch der Geschichte « fussball von links [blogsport.de] on Topsy.com http://fussballvonlinks.blogsport.de/2010/04/01/die-blockierte-suedkurve-marx-und-der-hauch-der-geschichte/#comment-5 Thu, 01 Apr 2010 04:37:59 +0000 http://fussballvonlinks.blogsport.de/2010/04/01/die-blockierte-suedkurve-marx-und-der-hauch-der-geschichte/#comment-5 [...] Topsy Retweet Button var topsy_style = "small"; var topsy_order = "count,retweet,badge"; var topsy_url = "http://fussballvonlinks.blogsport.de/2010/04/01/die-blockierte-suedkurve-marx-und-der-hauch-der-geschichte/"; Add Topsy Retweet Button to your Blog or Web Site. WordPress&#160; Web Sites 1 tweet tweet [...] […] Topsy Retweet Button var topsy_style = „small“; var topsy_order = „count,retweet,badge“; var topsy_url = „http://fussballvonlinks.blogsport.de/2010/04/01/die-blockierte-suedkurve-marx-und-der-hauch-der-geschichte/“; Add Topsy Retweet Button to your Blog or Web Site. WordPress  Web Sites 1 tweet tweet […]

]]>